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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-06-01 · Heft 23 (1.6.1857) · p. Seite 307

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 23 (1.6.1857)
Date
1857-06-01
Page
Seite 307 (sequence 5)
Language
German
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S07 Selbige zeichnet sich nicht nur dadurch aus, daß sie fast alle älteren und neueren in Amsterdam edirten jüdisch-literarischen Arbeiten zu besitzen sich rühmen kann, sondern und vorzüglich durch die reiche Sammlung weniger bekannten, in spätern Jahren in Jerusalem, Safet, Smyrna, Salvnichi und Konstantinopel zu Tage gesörderten jüdischtheologischen Werke. — Wir vernehmen, daß der gelehrte Herr G. I. Polak mit der Abfassung des bald zu erscheinenden Katalogs beauftragt ist. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Kassel, 14. Mai. (Privatmitth.) Am 7. Mai hat Hierselbst die erste Jahresfeier der dahier bestehenden Phil. Feidel'schen Waisenhaus-Stiftuizg stattgefunden, womit zugleich eine Todtenfeier für den verewigten Stifter verbunden war. Das Curatorium dieser Anstalt, bestehend aus den nächsten Verwandten des Verstorbenen und noch einigen wohlwollenden Männern, hatte die sich hier noch befindenden Familienglieder desselben und die Vorstände der dahier bestehenden Israelitischen Wohlthätigkeits-Associationen; ferner die Lehrer der Waisenkinder und alle diejenigen Personen zu diesem feierlichen Act eingeladen, welche dieser Stiftung seit ihrem Bestände den Tribut der Mildthätigkekt in einer oder andern Weise gezollt haben, so wie ferner einige Freunde des Verewigten, deren sich derselbe ja im Leben so vieler zu erfreuen hatte. Der Direktor Herr R. E. Goldschmidt eröffnete die Versammlung mit einem Vortrag über die seitherigen Leistungen dieser Anstalt, und der Secretär Herr S. S. Goldschmidt trug einen ziemlich umfassenden Rechenschaftsbericht vom verflossenen Verwaltungsjahr vor. Hierauf ergriff der Landrabbine Herr Dr. Adler das Wort und sprach ausführlich über die Bedeutung und Wichtigkeit der Sache selbst; über die Förderung und das Interesse, welches man dieser noch jungen Schöpfung angedeihen lassen möge; und wendete sich alödann mit einigen eindringlichen, recht ergreifenden Worten an die Zöglinge des Instituts, gegenwärtig aus 7 Knaben und 3 Mädchen bestehend. Hierauf schloß dieser feierliche Act und die Versammlung trennte sich sichtlich gerührt und unter Gesprächen der Theilnahme für das gute Werk, welche der Stiftung auch schon durch mehrfache reichliche Gaben bewiesen wurde, wodurch nun die Aufnahme von noch einigen Kindern ermöglicht wird. Es steht außer allem Zweifel, daß die Sache im Laufe der Jahre einen umfassenden Wirkungskreis erlangen wird. Worms, im Mai. (Privatmitth.)' Wir lesen im „Journal de Saint Petersbourg" vom 28. April d. I.: Se. Maj. der Kaiser hat, in Anbetracht der beständigen und ausgezeichneten Dienste, welche der Verlagsbuchhändler aus Frankfurt, Herrmann Joseph Baer, seit sieben Jahren der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek zu St. Petersburg, deren Hauptcommissionär für das Ausland derselbe ist, geleistet hat, geruht Donnerstag, den 11. (23.) d. M. ihn in einer besonder» Audienz zu empfangen. Wir fügen hinzu, daß Herr Baer schon vom höchstsel. Kaiser, Nicolaus I. mit einer goldenen Medaille um den Hals zu tragen, decorirt wurde, und daß kurz darauf dieselbe Auszeichnung dem Bruder und Associs desselben Leopold Joseph Baer von Sr. Majestät ertheilt wurde." — Die Herren Baer sind Schwäger des hiesigen Predigers Dr. Lewysohns. — Dr. Adler, früher Rabbiner in Alzey, kam nach einer beschwerlichen Seereise am Ende März in New-Dork an und hielt am 4. April seine Antrittsrede. Leider begegnete ihm, laut brieflichen Mittheilungen von dort, das Malheur, daß ihm auf dem Schiffe sein sämmtliches Silber gestohlen wurde. — Sie haben wohl schon aus den Zeitungen die von Seiten des Großherzogs erfolgte Amtsentsetzung des Dr. A. in Darmstadt erfahren; in Folge dessen herrscht in dem Rabinat Starkenburg (welches aus 105 Gemeinden besteht) große Agitation, indem mehrere Landgemeinden zu eigenen Rabbinaten sich vereinigen wollen, so geht man damit um, in Michelstadt, in Bensheim u. a. m. besondere Rabbinatssitze zu bilden. — Während hier in Worms am bevorstehenden Schebuothseste 22, ja in der hierhergehörenden Landgemeinde Bechtheim 10 Kinder constrmirt werden, besteht in Frankfurt a. M., welches 4000 jüdische Seelen zählt, die Anzahl der Confirmanden nur in 8; die Gründe dieser befremdenden Erscheinung gedenken wir, wann es uns geeignet erscheinen wird, an dieser Stelle etwas ausführlicher zu besprechen. — Nach den amerikanischen Blättern sind Dr. Einhorn in Baltimore und Dr. Mayer

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