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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-05-25 · Heft 22 (25.5.1857) · p. Seite 293

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 22 (25.5.1857)
Date
1857-05-25
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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293 Jndeß verblieb man nicht bei der bloßen Herausgabe eines Journals; in No. 3. vom 17. April wird uns Folgendes berichtet: „Petition der Israeliten. „Da am 31. März der Fürst Caimacam (Stellvertreter) die Audienz bewilligt hatte, um welche Herr Hillel V. Manoach als Vorstand der spanischen Gemeinde im Namen aller seiner Glaubensgenossen angesucht hatte, so begab sich eine Deputation, bestehend aus den Herren Abraham Halsen, Samuel Hillel, Menahem Cohen, Jakob Cohen, Julius Barasch, Abraham Löbel, Asriel Gaster und Jesaias Sabbatai, zum Fürsten. „Die israelitische Deputation übergab seiner Hoheit die Petition der Israeliten, welche auf Pergament in folgenden vier Sprachen geschrieben war: roumänisch, hebräisch, französisch und deutsch; sie lag in einem seidenen Etui mit den Nationalfarben (blau, gelb und roth). Sie war in den Synagogen verlesen worden, mit Unterschriften reichlich bedeckt und mit dem Siegel der Gemeinden des spanischen Ritus versehen. „Der Doctor I. Barasch las sie auf die Aufforderung des Fürsten wie folgt: „„Fürst! In dem Augenblicke, wo die Fürstenthümer Moldau-Walachei dem Vertrage zu Paris gemäß reorganisirt werden sollen, kommen die Israeliten, um sich mit den Wünschen des Landes zu vereinigen, sie bitten Gott, daß es zu Aller Vortheil sei. „„Wir haben in der That so viel gelitten, daß wir bei den Leiden Anderer Mitempfinden. Wir haben die Schmerzen der Nation getheilt; ohne Zweifel werden wir auch an ihrem bessern Geschick Antheil haben. Vis jetzt ohne gesetzliches Recht, erwarten wir die Gleichheit des Rechtes, welche schon ein großer Theil unserer europäischen Glaubensgenossen genießt. Und wir hoffen sie mit um so mehr Vertrauen, da die Duldung der unterscheidende Charakter unserer Epoche ist; da sie sich hier in mehr als einem Falle bethätigte, sogar noch ehe sich andere Gegenden deren rühmen konnten; da die Freiheit Israels immer die Civilisation der Völker begleitete, da das Beispiel gezeigt hat, daß sie stets dem Volke, welches sie bewilligte, nützlich war, daß die Erziehung schnell die Kinder Derer, die das Unglück beugte, erhebt, und daß die Israeliten dem Vaterlande, welches sie aufnimmt, immer eine unbestrittene Treue bewahrt. „„Wir verlangen also dieselben Rechte wie die Andern; wir verpflichten uns zugleich mit Vorbehalt unseres Glaubens, dieselben Pflichten zu erfüllen. Wenn sie uns die Bewohner der Moldau-Walachei bewilligen, können sie gewiß sein, in uns wahre Brüder zu finden. „„Wir bitten Eure Hoheit, unter Dero Auspicien die ersehnten Verbesserungen vor sich gehen werden, unserm Ansuchen beizustimmen, und der Dolmetscher unserer Wünsche sowohl bei der souveränen Pforte, welche den Israeliten ihres Reiches so wohlwollend ist, als auch in den Divans des Reiches zu sein. Dieser Act der Sympathie und der Gerechtigkeit wird der Nation Glück bringen, wir werden uns desselben würdig zeigen, und wir werden unsere Söhne lehren, das Andenken Derjenigen, welche uns frei gemacht, zu segnen." " „Se. Hoheit, der Fürst Caimacam, welcher die Deputation höchst wohlwollend aufnahm, sprach sich für die Israeliten mit vieler Sympathie aus und verhieß der Deputation, sie zu unterstützen. „Die Petition wurde allen Commissären der Großmächte in besondern Abschriften übergeben und für jeden mit einer besondern Adresse begleitet." — Auch nach einer andern Seite hin offenbart sich dasselbe Streben; so findet sich in No. 3. auch noch folgender Artikel: „Neuer Tempel. „Ueberall, wo die Israeliten freier geworden sind, haben sie einen Tempel erbaut, um Gott dafür zu danken. Indem sie von der Trauer zur Freude übergingen, 'haben sie die.Trauergewänder abgelegt und im Chore Dankeslieder angestimmt. Darmz^ soll sich ein neuer israelitischer Tempel in Bukarest^erheben; eine Anzahl polnischer Israeliten haben sich zu diesem Zwecke vereinigt; sie wollen einen großen Tempel haben, wo für den göttlichen Dienst Kinderchöre gebildet sind mit gleicher Regelmäßigkeit wie in Dresden, in Wien und Paris. Ein Comitö aus hervorragenden polnischen Israeliten hat sich gebildet, sie haben unter sich schon bedeutende Summen gesammelt und einen Aufruf an die Glaubensgenossen gerichtet. Jeder Israelit, welcher sich den Andächtigen dieses Tempels anschließen will, muß, wenn er unter dem Schutze einer fremden Macht steht, für immer entsagen, sie in dieser Angelegenheit um Beistand anzurufen. Der Tempel soll unter dem ausschließlichen Schutze des roumänischen Staates stehen. Im Occident ist es das Cultusministerium, welches diesen Schutz ausübt; eben so soll es bei uns sein. „Eine Petition ist Sr. Hoheit dem Fürsten Caimacam übergeben worden. Es ist darin erklärt, wie die Synagoge, so ehrwürdig durch ihr Alter und ihre Unglücksfälle, und die so viel durch den Fanatismus und die Unduldsamkeit

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