Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 20 (11.5.1857)
- Date
- 1857-05-11
- Page
- Seite 269 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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an einem entlegenen Berge in rauher, unwirthlicher Gegend; nur auf holperigem Wege gelangte man dahin; ohne Aufsicht warm die Gräber Verletzungen auSgefetzt; beschwerlich und oft gefährlich war der Transport der Leichen nach jenem „guten Orte" und nur mit Anstrengung konnte ein Andächtiger zum Grabe der Seinigen gelangen, um fein Gebet zu verrichten. Nicht war es den Leidtragenden vergönnt, dem theuren Dahingeschiedenen die letzte Scholle in das Grab nachzuwerfen, vielmehr mußte in der Regel die Bestattung fremden Personen, die dafür bezahlt wurden, überlassen werden; nunmehr aber können Beerdigungen mit Würde, den Anforderungen der Zeit entsprechend, geschehen. Zwar hatte eine sehr kleine Partei unsrer Gemeinde alle erschöpflichen Mittel versucht, die Benutzung des neuen Todtenhofes zu vereiteln, hatte selbst durch alle Instanzen hindurch unter Anführung dieser und jener Gründe petirt, den alten Todtenhof trotz aller Unannehmlichkeiten beizubehalten, jedoch vergebens — Dank der Einsicht unsrer Behörden! ....t. Darmstadt, 28. April. (Fr. P.-Z.) Schon seit vielen Jahren bestanden hier ernste Zwistigkeiten zwischen dem jüdischen Gemeindevorstand, welcher dem religiösen Fortschritt huldigt, und dem Rabbiner Dr. Auerbach, welcher dem orthodoren Judenthume angehört, und in diesem Sinne auch seine Stelle verwaltete. Dieser Streit hat nun durch Entschließung Sr. königl. Hoheit des Großherzogs seine Erledigung dahin gefunden, daß Herr Dr. Auerbach, der seine Stelle bereits 23 Jahre, jedoch immer nur provisorisch, verwaltet hatte, seines Dienstes entlassen worden ist. Cassel, 3. Mai. Neuesten Nachrichten zufolge giebt die erste Kammer der zweiten in der „Holzfrage", die zweite der ersten in der die Verhältnisse der Juden betreffenden Differenz nach, d. h. man entzieht den Israeliten die „politischen" Rechte, nachdem sie sie fast 25 Jahre unangefochten besessen. Niemand ist von dieser Nachricht überrascht. Aus dem Hannoverschen, im April. (Privatmitth.) Von dem Obereommerzrath Ez. Simon zu Hannover sind wiederum vor einiger Zeit an die Landrabbinate Hildesheim, Geestemünde und Emden je fünfzig Thaler zur Vertheilung an die Armen eingesandt worden. Der Mangel an brauchbaren Lehrern tritt hier um so fühlbarer hervor, als bekanntlich die Regierung eö an Mitteln zur Verbesserung deS jüdischen Schulwesens nicht fehlen läßt, und dasselbe nunmehr seit einigen Jahren gesetzlich vollständig geordnet ist. Durch die die verschiedenartigen Interessen möglichst berücksichtigende Schulordnung vom 5. Februar 1854 und die vom Landrabbiner Dr. Heilbut erwirkte Beihülfe aus öffentlichen Mitteln sind zwar die Gemeinden in den Stand gesetzt worden, ihren Lehrern eine im Ganzen günstige und unabhängige Stellung zu gewähren; dennoch aber bleibt uns noch Vieles zu wünschen übrig, und müssen viele von den 156 Lehrerstellen im hiesigen Königreich gänzlich unbesetzt bleiben, weil es eben an der Hauptsache — an den erforderlichen Lehrerkräften mangelt. Preußen. Warmbrunn, im April. (Privatmitth.) Die hiesige jüdische Bade-Armenkasse veröffentlicht ihren zwölften Jahresbericht. Ihre Einnahme bestand 1856 in 306 Thalern, welche bis auf 11 Thaler für die armen Badegäste, 30 an der Zahl, verwendet wurde. Der Bericht endet mit den Worten: Wieder naht eine Badesaison, und die armen Kranken werden nicht auSbleiben, die die hiesigen Bäder zur Herstellung ihrer Gesundheit besuchen müssen; wir wenden uns daher wiederum an Wohllöbliche Vorstände jüdischer Gemeinden und Wohlthätigkeits- Jnstitute, so wie an wohlhabende Glaubensgenossen mit der ergebensten und dringendsten Bitte: die hiesige jüdische Badearmen«Kasse mit milden Beiträgen zu unterstützen, und uns dadurch in den Stand zu setzen, den dringenden Anforderungen der leidenden, armen GlaubenSbrüder genügen zu können. Die Verwaltung der jüdischen Badearmen-Kasse. W. Fränkel. Herrmann Schlesinger. Scheimann Schneller. Landsberg a. d. W., im April. (Privatmitth.) Der Jahresbericht der hiesigen höheren Bürgerschule hebt es rühmend hervor, daß Herr Benny Burchardt am Tage seiner silbernen Hochzeit, außer anderen Stiftungen, auch für die hiesige höhere Bürgerschule ein