Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-05-11 · Heft 20 (11.5.1857) · p. Seite 265

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 20 (11.5.1857)
Date
1857-05-11
Page
Seite 265 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226039-3226060--16098-3244932
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SK5 rung" verstanden, soll vielmehr die gesellschaftliche Entwickelung auf Seiten der Juden selbst bedeuten. Es hatte sich früher, wie wiederum sehr natürlich, eine gleichsam fieberhafte Hast unter den Juden erzeugt, Umgang mit Christen zu erlangen, intime Verhältnisse mit diesen anzuknüpfen, in und mit christlicher Gesellschaft zu glänzen; Verachtung und Hintenansetzung der eigenen Glaubensgenossen, Zudringlichkeit und Empfindlichkeit, Prunksucht und Ueberschätzung äußerlichen Glanzes bis zur Geschmackswidrigkeit waren die Folgen hiervon. In dieser Beziehung haben die verflossenen zwei Jahrzehende segensreiche Klärung gebracht. Die bittersten Erfahrungen und eine durchgreifendere Bildung haben jene Auswüchse einer momentanen Zeitrichtung beseitigt und eine vernünftige Ausgleichung, eine sittliche Ruhe vielfach hervorgebracht. Wenn gegenwärtig auf den deutschen Theatern kaum ein Lustspiel über die Bretter geht, ohne irgend ein Urbild jener verbildeten und ungebildeten Gesellschaftsjuden zu bringen, so hat dies das Wohlthätige, daß das Publikum selbst darin nur eine Carricatur erblickt, und das Veraltete und Vorübergegangene in diesen Personnagen herausfühlt. Dies ist es, was uns ein Zurückblick auf die verflossenen zwei Jahrzehende dieser Zeitung in socialer Beziehung zeigt; wenden wir uns nun zum religiösen Momente, um zu erfahren, was eine unparteiische Beobachtung uns hier zu jagen habe. (Schluß folgt.) Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Die Verschickung der 2. Sendung unsrer diesjährigen Schriften von Leipzig aus ist bereits seit 8 Tagen vollendet, und hoffen wir, daß die Herren Generalagenten so schleunig wie möglich die Eremplare in die Hände der einzelnen Agenten und dadurch der Abonnenten kommen lassen, damit mit dem Schlüsse unsres Jnstitutsjahres auch die sämmtlichen Erzeugnisse dieses zweiten Jahres im Besitze der Theilnehmer sind. Wir haben also in diesem Jahre geliefert: 1) Dr. I. M. Jost, Geschichte des Judenthums und seiner Secten, 31 Bogen. 2) Dr. I. Hamburger, Geist der Hagada, 10 Bogen (größten 8.). 3) Dr. A. A. Wolfs, Ueber die Pijutim, 5 B. 4) Dr. L. P h i l i p p s o n, Saron, Novellenbuch II. Band, 28*/* B. 5) Wilhelm Frey, Erzählungen für die reifere Jugend, 123/4 B. 6) Deutsch - amerikanische Skizzen, 7% B. 7) Emil v. Borberger, Barkochba, 5 7« B. 8) Alphabetische Liste, 2 B., zusammen 102 Bogen. Wir glauben hiermit sowohl was Inhalt, als Umfang betrifft, den allgemeinsten und größtmöglichsten Anforderungen bei einem Abonnementspreise von 2 Thlrn., wovon die bedeutenden Provisionen, Versendungskosten und Vortis abzuziehen, genügt zu haben. Die vorhandenen Eremplare einer Auflage von ca. 3300 sind gänzlich vergriffen, so daß wir in diesem Jahre wieder 26,200 Eremplare von Schriften in die Hände deS Publikums gebracht haben. Die schon jetzt zahlreich einlaufenden Anmeldungen auf das 3. Jahr, obschon die Diplomquittungen noch nicht versandt worden, sichert uns einen gleichen'Erfolg in dem neuen Jahre. Da wir auch diesmal den Schlußtermin (1. August d. I.) streng einhalten werden, so bitten wir alle Theilnehmer um recht baldige Anzeige. Ueber die subventionirten Schriften d. I. baldige Nachricht. — An die Herren Agenten des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur. In diesen Tagen werden die Diplomquittungen für das 3. Jahr an Sie gerichtet. Das Gedeihen des Instituts liegt ganz besonders in Ihren Händen. Es kann von dem Privatmann nicht vorausgesetzt werden, daß er seine Theilnahme anders bethätige, als wenn ihm die Mittel dazu leicht an die Hand gegeben werden. Das Verdienst, welches Sie sich um die gute Sache erworben, ist aller Anerkennung würdig, und wird dieselbe auch in dem bald erscheinenden Jahresbericht finden. Die vielfachen Anmeldungen, die schon jetzt in unsren Händen sind, geben uns die Bürgschaft, daß das Institut in diesem dritten Jahre einen glänzenden Erfolg haben werde. Wollen Sie daher Ihre Bemühungen auch diesmal fortsetzen und möglichst ausdehnen, damit das segensreiche Wirken des Instituts sich immer mehr vergrößere, und wir erweisen, daß unsrer Beeiferung die Ausdauer und nachhaltige Kraft nicht fehle. Magdeburg, Leipzig und Frankfurt am Main. DDr. Philippfon, Jellinek, Jost. Herr Religionslehrer M. Kuttner, früher in Bunzlau, ist jetzt Agent in Insterburg. Herr M. Sachs, Lehrer in Geldern, ist daselbst Agent geworden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.