Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 18 (27.4.1857)
- Date
- 1857-04-27
- Page
- Seite 241 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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m VS«. Pietät eined so große« Gemeinde gegen ihren verstorbenen Seelsorger ehrt eben so sehr die Gemeinde als das Andenken des dahingeschiedenen geistlichen Oberhauptes. — Auch einer gewissen Partei der galizischen Judenschaft steht ein großes Unglück bevor. Der Rabbiner zu Sandec, der zwar im Rufe eines gewiegten Talmudiken und praktisch klugen Mannes steht, sich aber nichts desto weniger als „Rebbi" und „Heiliger" gerirt, Pibjonimgelver nimmt, und die zu ihm Wallenden tüchtig auszubeuten versteht, soll von einer chassidischen Fraktion der Gemeinde zu Jerusalem aufgefordert worden sein, bei ihnen den Posten eines religiösen Oberhauptes anzunehmen. Wie man hört, sei er nicht abgeneigt — gegen annehmbare klingende Bedingungen — auf dieses Anerbieten einzugehen. Möge dieser heilige Mann nur recht bald die Reise nach dem heiligen Lande antreten, die wahrhaft Frommen — nicht Frömmler — des ganzen Landes würden ihm gewiß ein herzinniges, 'n Hindus -o “jb nachbeten. Das wäre ein Pidj o n im wahrhaftesten Sinne deS Wortes, denn nicht nur die Israeliten seines RabbinatsorteS und Kreises, sondern die des ganzen Landes würden dann von einem Manne erlöset werden, dessen schädlicher Einfluß von nachhaltiger Wirkung ist. AlS im Laufe dieses Schuljahres die israelitischen Eltern schulpflichtiger Kinder behördlicherseits gezwungen wurden, ihre Kinder in die dortige christliche Schule zu schicken, und Einige ihm Vorstellungen machten, daß es doch im Interesse der Religion läge, eine israelitische Volksschule zu gründen, soll er geantwortet haben: es wäre immer besser, die Kinder besuchten die christliche Schule, als wenn sie bei deutschen Lehrern (Israeliten) Unterricht nähmen. — Daß sich übrigens in neuester Zeit unter den israelitischen Bewohnern Galiziens ein besserer Geist kund giebt,. zeigt daS rege Interesse, mit welchem die „Allg. Ztg. d. Judenth." und das „Jüdische Volköblatt", so wie die Werke, welche daS Institut herausgiebt, hier gelesen werden, und das noch immer im Wachsen ist. Wie im „Wanderer" aus einem Berichte aus Tarnow hervorgeht, werden dort bereits die ersten Schritte zur Gründung.einer „hebräisch-deutschen Schule" gethan; dies ist allenfalls als Kundgebung eines Aufwachens aus langem, starrem Schlafe erfreulich, wenn auch zwischen Wollen und Handeln, zwischen Entschließen und Vollenden noch eine weite Kluft ist. — . Daß der geniale Bildhauer Jakob Guttman aus Ungarn, dessen sehr interessante Lebensbeschreibung daS jüdische Volksblatt vor einiger Zeit mittheilte, in Paris, wo et in letzter Zeit lebte, wahnsinnig geworden, und derzeit ein Bewohner von Vicstre ist, dürfte den Lesern schon bekannt sein. — Die vorläufige Anzeige, daß das „Bibelwerk" in zweiter Auflage erscheinen wird, hat allenthalben freudig überrascht, und werden — wie uns bekannt ist — Mehrere diese Gelegenheit benutzen, um in den Besitz dieses gediegenen Werkes zu gelangen, daS in keinem israelitischen Hause, wo noch nicht aller Sinn für Inhalt und Sprache der Bibel erstorben ist, fehlen sollte. — Die politische Zeitung in hebräischer Sprache, unter dem Titel "paart, ist auch im österreichischen Staate durch die Postämter zu beziehen. In dem Katalog für 1857, der in allen Postämtern zur Einsichtnahme vorliegt, findet man dieses Blatt Seite 28. verzeichnet. Daß irrthümlich Haneeggid statt Hammaggid gedruckt ist, wird jeder Sachverständige wohl beim ersten Blick errathen. Die Revaction des Blattes dürfte jedoch das Oberpostamt in Wien auf diesen Druckfehler aufmerksam machen und um Berichtigung desselben im Jahre 1858 bitten. — In der Allg. Ztg. d. Judenth. No. 14. führt der Herr Corrcspondent aus Worms die Titel von fünf hebräischen Zeitschriften an, die gegenwärtig in Oesterreich erscheinen. Hier giebt es Manches zu berichtigen. Dvn1' *wa ist bereits eingegangen, und wird allem Anscheine nach nie wieder auserstehen; irr wurden unsres Wissens den „Wiener Mittheilungen" von 1856 nicht mehr als Beilage gegeben, ja, nicht einmal in der Ankündigung versprochen; dafür ist der rüstige und zu jeder Zeit geharnischte und kampffähige yibriü übergangen worden. — Schließlich möge hier eine Berichtigung Platz finden, die nicht genug verbreitet werden kann. In den im Druck und Verlag von Fr. Edl. v. Schmid und I. I. Busch in Wien im Jahre 1846 erschienenen -1L121 binuiart v-1121 ->1821 afn os> faan-ina v^wuin mbbis> sind uns zwei Druckfehler bekannt worden, die sich jeder Besitzer dieser r^vain wohl aufmerken mag. Im 1. B. M. Cap. 34. V. 24. fehlt die ganze zweite Hälfte des Verses: iiv is'ta bs -ist bs ibwi; und im 2. B. M. 30, 6. fehlen mitten im Verse die Worte: riissn ^vb niisn *p« bs -ivbn. ES ist dies 18 ii