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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-04-27 · Heft 18 (27.4.1857) · p. Seite 236

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 18 (27.4.1857)
Date
1857-04-27
Page
Seite 236 (sequence 4)
Language
German
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236 tigen Bürgerschule erhoben. Bet dem beständigen Wachs» thum der Berliner Gemeinde und bei den tüchtigen Lehr» kräften, die verwendet werden, geht die Anstalt noch einer schönen und langen Blüthe entgegen. — Programm zur Prüfung in der Religionsschule zu Breslau von Rabb. 0r. Geiger. Breslau 1857. Wie immer, wirst der Vers, auch in diesem Programme einige Blicke auf daS jüdische Religionsschulwesen, auf die Bestimmung und die Gren» zen einer Religionsschule. Dieselbe zählt jetzt 301 Zöglinge. — First annual report of the JeWs’ College; address to the general Meeting held ad the College on the 8 Febr. 5617. London, 1857. Der Inhalt des Programms ist der erste Jahresbericht über das von Dr. Adler gegründete unter der Leitung des Dr. Löwe stehende College, so wie eine Rede Dr. Adlers zur Abwehr gegen die dem College gemachten Einwendungen. Der Bericht zeigt uns, daß allerdings dieses Institut noch außerordentlich weit von seinem Ziele entfernt ist. Wenn das Statut die Ausbildung von Rabbinern, Predigern und Vorbetern, die Errichtung eines Tagesschule und die Herstellung eines w-num rva beabsichtigte, so zählt das Institut für die erste Abtheilung 3 Schüler, für die zweite 43, und die dritte Abtheilung besteht noch gar nicht. Die jährlichen Kosten machen 911 L. St. (circa 6370 Thlr.).— —. Herr Munk in Paris hat so eben die erste Lieferung eines Werkes veröffentlicht, unter dem Titel: M&anges de philosophie juive et arabe. Dieses erste Heft enthält Auszüge aus dem „Quell des Lebens" von Salomo» Jbn-Gabirol (Avicebrou), die französische Uebersetzung dieser Auszüge, eine Biographie Gabirols. Wir werden auf dieses Werk zurückkommen, sobald eS uns vorliegt. — —. Der Druck der zweiten Austage unsres Bibelwerkes hat bereits begonnen, und wird mit großer Energie betrieben. Die Correctur hat, da wir diesmal keine der drei Correcturen vollführen können, Herr Reckendorf, der rühmlich bekannte Uebersetzer des Korans ins Hebräische, übernommen. Es versteht sich von selbst, daß die in dem Werke vorkommenden Irrungen und lapsns calami verbessert werden, wesentliche Veränderungen erleidet aber das Werk nicht. Wir haben. in dem ganzen Werke jede Polemik vermieden, und freuen uns noch heute, daß wir jeder Versuchung hierzu ausgewichen; wir haben überall die Meinungen unsrer Vorgänger berichtet und besprochen, ohne jemals einen gehässigen Blick aus irgend eine Persönlichkeit zu werfen. Wir bleiben diesem Wege auch in der neuen Auflage getreu, und überlassen eS z. B. dem jüngsten jüdischen Ausleger des Propheten Jesaias, einem unmotivirten, finstern Groll Luft zu machen > und in seiner Verblendung, trotz seinem ausgezeichneten Hebräischschreiben, nicht einmal für die himmelweite Verschiedenheit der Sprache im ersten und zweiten Theile des Jesaias ein Auge zu haben. Wir erlauben uns dem gegenüber das Urtheil eines christlichen Gelehrten in dem North Americain Review herzustellen, und man wird uns deshalb des Selbstlobes um so weniger zeihen, da diese Kritik, die sich über noch mehrere unserer Arbeiten erstreckt, bereits ein Jahr alt und über acht Monate iu unser» Händen ist. Sie lautet: „Dr. Philippson in Magdeburg ist lange in Deutschland als einer der bedeutendsten Gelehrten nicht allein der Juden, sondern des ganzen Landes bekannt. Neuerdings ist er den englischen Lesern durch eine gut ausgeführte Uebersetzung seiner Vorlesungen über „die Entwickelung der religiösen Idee", welche eine Dame aus der ausgezeichneten Familie Goldsand in London mit Liebe unternommen hat, bekannt geworden. Seine andern Werke find zahlreich. Das wichtigste davon ist eine prachtvolle Ausgabe der jüdischen Bibel, mit dem Urtert, einer neuen Uebersetzung Und einem ausführlichen Commentar mit mehr als fünfhundert bildlichen Illustrationen der Landschaft, der Gebräuche und der Verhältnisse — das Ganze macht vier dicke Bände in Quart und ist in dem besten Style deutscher Kunst gedruckt. Die Ueberjetzung, welche wir in vielen Punkten mit den besten christlichen verglichen haben, gehört gleichfalls zu den besten, so getreu dem Urtexte, wie die Luthers, und so frisch und geistig, wie die De Weites. Es ist in der That überraschend, daß die prosaische Form bei der Uebersetzung der Psalmen der rhythmischen vorgezogen wird, bei welcher doch das Gefühl und die Schönheit dieser Gesänge viel besser könnten veranschaulicht werden.*) Weniger ist das nöthig bei der Uebertragung der Propheten, obgleich wir auch da glauben, daß durch eine rhythmische Form der fast stets poetische Gedanke besser eingekleidet wäre. Wir können es nur bedauern, daß Dr. Philippson die alte Methode gewählt hat. Sein Commentar, welcher den Tert auf dem untern Theile der Seite begleitet, ist gedrungen im Ausdruck, aber reich an Erläuterung, mehr kritisch als dogmatisch und sehr frei. Seine Analysis schwerer Stellen ist fein; oft be- *) Wir haben diese Ansicht in dem Vorworte zu der in Kurzem erscheinenden Ausgabe unserer Psalmbearbeitung widerlegt. Redact:

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