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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-04-20 · Heft 17 (20.4.1857) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 17 (20.4.1857)
Date
1857-04-20
Page
Seite 230 (sequence 12)
Language
German
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230 fit es um seittem Buche Leser zu gewinnen, sei es einen dürftigen Ersatz für das Lesen zu gewähren. Keineswegs möchten wir das Buch, wie es einer unsrer Freunde in einem französischen Blatte gethan, mit einigen Komplimenten und einigen abweisenden Bemerkungen ad acta gelegt sehen. Also einen kürzesten Auszug der Endresultate und einige Gegenbemerkungen. Zum Schluffe dieses einleitenden Artikels aber noch ein Paar nebensächliche Ausstellungen. Wir müssen es tadeln, daß der Vers, seinem Styl zu viel geistreichen Flitter angehängt, dem ernsten und erhabenen Gegenstände seiner Erörterungen nicht immer angemessen. Desgleichen hätten wir die Rücksichtnahme auf untergeordnete, längst verschollene und in den Gewurzdutenkram übergegangene literarische Erscheinungen früherer Tage weggewünscht. Das Citiren oder Widerlegen von Zeitungsartikeln nimmt sich neben Aristoteles, Kant, Lessing und auch Roth fast komisch aus. Wir haben nichts dagegen, daß der Vers, in dem Capitel über den Sabbath eine eigene frühere Arbeit benutzt, aber die damalige Anknüpfung an den „Telegraphen" von Schirges hätten wir weggewünscht. Nun ja, wir erinnern uns auch noch jenes Blattes, aber das ist „Schnee vom vorigen Jahre". Und selbst die Abfertigung von Gervinus' Brochüre über den Deutschkatholicismus (die ist doch, so viel wir uns erinnern, gemeint)- wozu das? requiesest in pace. Das talmudische Sprüchwort sagt ja nicht, daß die jungen Kameele die Häute der alten schleppen müssen? Aber ein anderes besagt: „neue Leiden machen die alten vergessen"— richtig! und wir haben der neuen Gegner genug, lassen wir die alten auf sich beruhen. Und will Jemand von uns sich damit abgeben, so mag's eine angenehme Beschäftigung für die obenerwähnte neueste historische Schule sein, die die von R. Zadok circa 40 Jahre v. Z. I. weggeworfenen Feigen noch einmal aussaugt, und demgemäß sicherlich im das Andenken sehr alter Feinde Israels fromm conservirt. Endlich müssen wir noch, zwar nicht tadeln aber doch bemerken, daß der Berf. in den Schriften der hellenischen Weisen und des großen Kritikers von Königsberg doch bewanderter ist als in den jüdischen, selbst den biblischen. Man fühlt das heraus. Der eigentlichen Belege wußten wir nicht so viele zu geben. Die biblischen Tertübersetzungen, die oft nicht gut gerathen sind, mögen anderswoher entlehnt sein — wir haben nicht verglichen. Sehr viele falsche Bibelcitate und eine gänzlich verworrene Chronologie der Könige von Juda beweisen etwas; in letzterer Beziehung muß man doch annehmen, daß dem Vers., der so viel Literatur aller Zeiten benutzt, die gewöhnlichsten Compendien fremd sind, sonst hätte er sich wahrlich nicht die Mühe gegeben, die Regierungsjahre jener Könige zu addiren, um — gar nichts Neues, aber etwas ganz Verkehrtes herauszurechnen*) und Usia mit Amazia zu identificiren. — Noch weniger aber würde er uns die Entdeckung vorführen, daß Malkizedek ein Priester „der ächt kanaanitischen Gottheit Eljon" sei, noch andererseits den Unterschied zwischen und *ma für neu ausgeben. Ausreichende Bekanntschaft mit der Bibel in der Ursprache hätte ihm genug Stellen an die Hand gegeben, wo ‘jV’b? für den wahren Gott gebraucht wird. Man merkt aber auch sonst, daß citirte Bibelstellen nicht recht in promptu waren, sondern erst zusammengesucht wurden. Der Ehrfurcht des Verf. vor der heiligen Schrift hat das freilich keinen Abtrag gethan. *) Nämlich von Jesaias Auftreten bis zur Auffindung der Thora unter Josia 207 Jahre, von da bis zur Zerstörung Jerusalems 110 Jahre, zusammen 317 Jahre! Anzeigen. n ür 2 Restauration und Gastwirtschaft von S. Hirscliel, Dresden. Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Die Gemeinde Bnai Jeshurun zu New-York sucht einen s'np bym ftn, welcher fähig ist, ein Chor zu unterrichten und zu leiten, so wie auch alle Theile des öffentlichen Gottesdienstes (laut V>bis aru») mit Würde und vollkommener Sachkenntniß zu dirigiren. Salair fürs erste Jahr nicht über Tausend Dollars. Die Wahl wird im Laufe Junius stattfinden. Candidaten, welche ihrer Fähigkeit sich bewußt find, werden eingeladen, sich — auf eigene Kosten — hier spätestens bis Ende Mai zur Prüfung zu stellen, und mit ihren Zeugnissen sich zu melden bei D. Samson, Vorsteher, Nro. 267. Washington Street, New-York. Coneurs. Die hierortige israelitische Cultusgemeinde wünscht die erledigte Stelle eines Rabbiners zu besetzen und schreibt zu diesem Zwecke hiermit einen Concurs aus. Sie stellt folgende Bedingungen: indem sie talmudische und zeitgei-

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