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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-04-20 · Heft 17 (20.4.1857) · p. Seite 228

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 17 (20.4.1857)
Date
1857-04-20
Page
Seite 228 (sequence 10)
Language
German
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LL8 vielmehr Gelegenheit nehmen, Ha manchem Stücke Hesel-. ben z« bestreiten, so ist es uns doch ein angenahmrsG«- fchäft, zuvörderst unsre volle Anerkennung gegen den verehrungSwürdigen — dem Schreiber dieses übrigens Persönlich ganz unbekannten — Verfasser und sein Werk-a»Szusprechm und das, was auf unS einen wohlthuenden Eindruck gemacht, was unS mit steigendem, selten unterbrochenen, oder nachlaffendem Interesse erfüllte, hier'darzulegen. Es ergiebt stch zuerst für jeden sachkundigen Leser, daß wir cs mit dem Erzeugnisse eines hochgebildeten Geistes zu thun haben, der, genährt von der Milch der Gotteslehre und gestärkt, aber nicht berauscht, von dem Weine griechischer Philosophie und Kunst, seinem Vorwurfe gewachsen ist; eines ManneS, der auf der Höhe der Wissen-? schast stehend, sich in allen seinem Zwecke dienlichen DiSciplinen, in allen sein Studium fördernden, wie in de»! seine Richtung hemmenden und zu widerlegenden Werken umgethan; der, kritisch - scharfen Bestandes und warmfühlenden Herzens, Klarheit der Gedanken und der Worte mit einem poetischen Hauche zu verbinden weiß. Wohlthuend ist, einem vielfach stch wieder breit machenden Fanatismus gegenüber, die Milde und die gedankenvolle 'Besonnenheit seines Urtheils*), >nid, wäre es dicht auch anderweitig bekannt und in dem Buche gesagt, wir würden schon hieraus erkennen, daß wir das Werk eines Greises vor uns haben. Er igiebt uns, in verhältnißmäßig wenige Bogen zusammcngedrängt, ein Bild seines geistigen Lebensverlaufs, eine Ueberstcht dessen., was und wie er gedacht, geforscht! und nach Wahrheit gerungen, er zeigt dem Leser seine durchschrittene Gedankenbahn und stellt sich selbst als „Weg-, weiser" — einen andern, oder dritten „Führer der Irrende,," — hin; nur die Ab - und Irrwege will er den Nachfolgern ersparen. Wenn daher auch bei einer andern, mehr doeirenden und akroamatischen Methode sich Vieles kürzer hätte fassen lassen, manche Abschweifung eben so gut unterblieben wäre, und wenn gleich die vom Verf. gewählte und meist glücklich durchgeführte Form der Vorlesungen häufige und zuweilen ermüdende Wiederholungen und Rückblicke veranlaßt hat, so haben wir dafür den wahren Genuß, in dem Buche zugleich ein Bild von der Persönlichkeit deS Autors zu gewinnen. Und er läßt uns dasselbe nicht blos durchschimmern, sondern giebt uns selbst «ine Skizze seiner geistigen Biographie. Er läßt uns mit Offenheit erkennen, wie er, um eS raus plirase zu bezeich- *) Nur an wenigen Stellen wird der Verf. bitter und ungerecht und hat feine bste »oire u. A. in dem Alerandrinismuö, worüber weiter unten einige Bemerkungen. < -ich», gleich Hunderte« seiner Alters-,Zeit-,und StvohmSgenossen, auf vasTaushchken loshestelM,- 'tvirutru^mÄchgsstoßen von dem Formwösen der,'Synagoge jani-ü-- Neu wie von atchsa zu einem /Glauben-, hin übchgewtäntzl, der dort rvte hier das Herrlichste uzlisätzt^-BodeÄckozejt auf Bedenkzeit sucht«, forschte, suchte undsand: aber Anderes als er erwartet hatte; wie eS ihm auf dem vor 40 Jahren eingeschlagene« Wege widerfuhr, an einem ungeahnten Ziele anzulangen, einem Ziele, das ihm anfangs im entgegengesetzter Richtung zu liege» schien." Dir hier hervorgehv-brnen Worte haben wir unterstrichen; wir wollen damit zeigen, daß „wo die Reuigen stehen, die ganz Gerechten nicht stehenkönnen!". Sollte nicht in .der Thon -die eindringendste Forschung und die überzeugendste -Darlegung das Resultat . ebeu eines so weit vorgedrungenen Zweifelns und einer so. voraussetzungslos, ja vora-ussetzungkwidrig gewonnenen lleberzeugmig fein? So ist es denn gewiß erfreulich, daß hier von einem dem Iudenthum fast entfremdet Gewesenen eine so. warme Apologie der väterlichen Religio» gegeben wirdeine Apologie, die nicht blos i« einigen rationalistischen Redensarten und „schönen Stellen" besteht, sondern streng -wissenschaftlich die Gottesvffönbarung, -die Berufung und Sendung JstraelS erforscht und prüft und an der Stirne das Zeichen trägt, daß sie das Ergebnis «rnstester Studien, der Gewinn eines lebenslangen mit ganzer Kraft nach Wahrheit und Selbstüberzeugung dingenden Denkprozeffes ist. Hätten doch „vor vier Dereimieu" Biele so gedacht und so gedacht.—! Dem Bewußtsein solch rMichen Sttebens im Dienste der Religion und der Wissenschaft werden wir leicht und gern das Selbstgefühl zu Gute chalten, mit dem der Verf. auf das von ihm erreichte Dewkergebniß als auf «ine neu gewonnene feste Basis der Theologie — und nicht blos der jüdischen — hi»weist, eine unerschütterliche Bafis, auf der allein die Theologie als Wissenschaft befMen könne; wenn er zum ersten Male und zugleich für immer die Merkorale der objektivsten Wahrheit und dse Kriterien der ächten Offenbarung aufgestellt haben will, so daß alles Schwanken und Zweifel» ein Ende haben muffe, daß die.Religionswissenschaft durch ihn eine eract« Wiffmschastgeworden sei, wie die Kunst des Adepten zur Chemie und M.Astrp- , legte zum Systeme des CopexnikuS.. Können.wir-auch 31» ..uwferm Bedauern diese Zuversicht -nicht theikea und ^werden wir auch unsere Bedenken dagegen aussprechen müssen, -.so thut solche Zuversicht doch wohl. Ist .ste doch sonst überall mit achter Bescheidenheit gepaart, die stch «icht'so

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