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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-04-06 · Heft 15 (6.4.1857) · p. Seite 201

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 15 (6.4.1857)
Date
1857-04-06
Page
Seite 201 (sequence 9)
Language
German
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schließt. (Siit solches Mittel, das unfehlbar zum Ziele führt, ist vorhanden,- feine Anwendung aber nur möglich, wenn Einmüthigkeit die Lehrer beseelt. Dieses Mittel lautet in Worten ausgedrückt: „Alle Lehrer kündigen zu gleicher Zeit ihr Contractverhältniß und verpflichten sich, durchaus nicht die Stelle eines College« anzunehmen, und die ihrige nur unter der Bedingung -definitiver Anstellung oder zehnjährigen EngagementS mit der hinzvgefügten Clausel, daß die Gemeinde nie ohne Genchmigung der Regierung kündigen darf, weiter zu behalten." Rur ans diese Weise, indem die Gemeinden gewissermaßen gezwungen werden, ist daS Langerftrebte erzielbar, ist eS möglich, daß die Besserstellung der Lehrer zur That wird. Kein anderes Mittel ist möglich, kein anderer Weg führt dahin. Bon der im Mai in Dortmund zusammentretenden rheinisch-westphälischen Lehrerconferenz dürfte eine Erwägung dieses Gedankens wohl erwartet werden. — Kein Lehrer, aber ein Freund der Lehrer. Oestrrreichischer Kaiserstaat. Wien» 28. März. (Privatmitth.) Erlauben Sie mir, heute nochmals auf eine Notiz zurückzukommen, die ich Ihnen jüngst mittheilte. Ich meldete Ihnen nämlich, daß der Borstand die Gemeindemitglieder wiedecholenüich zur Betheiligung am neuen Anlehen für den Tempelbau aufforderte, da di« Kosten kaum zwei Drittthsle gedeckt sind. Es ist dies jedenfalls eine eigenthümliche Erscheinung. Zn kurzen Zwischenräumen entstansten hier seit einigen Jahrzeheuden Anstalten und Institute, di« bereits im Verhältnisse der Zeitdauer sehr reich votirt sind. So viel ich übrigens die Verhältnisse der hiesige« Gemeinde kenne, kann ich versichern, daß jede WohlthätigkeitSanstalt, die hier neu ins Leben gemfen weiden sollte, für die sich zwei oder drei hervorragende Persönlichkeiten inleressiren, ihre Entstehung und ihren Bestand garantirt hat. Wie so kömmt es nun, daß, wo die Gemeinde als solche nicht Geschenke verlangt, sondern um eine Participirung an einem Anlehen bittet, das mit 5 pCt. verzinst wird, dieselbe doch nicht die genügende Summe erhält? — Ich glaube »un, daß dieses, außer andern Ursachen, die Mitwirken, in einem Vorurtheile begründet ist. Wenn in anderweitigen Kreisen von der Wiener israelitischen Cultusgemeinde die Rede ist, so J)äft man sie für sehr reich. Man identificirt nämlich die Gemeinde mit den Individuen und rechnet das Vermögen Rothschilds, Königswarters ic. zu dem Vermögen der Gemeinde. Eigenthümlich genug wird derselbe Fehler von den Gemeindemitgliedern begangen, und zu Allem und Jedem ist man eher geneigt, Beiträge zu geben, als zur Gemeinde. ES fällt mir nun nicht ein, irgend einer Gemeinde empfehlen zu wollen, Reichthümer zu sammeln, eben so sehr aber wird sich jeder Gemeindevorstand hüten, einer spätem Generation Schulden zu hinterlassen, außer wo es die äußerste Nothwendigkeit gebietet. Der Vorstand, dem man es nachrühmen muß mniM n-'pown nmsa ‘ms soll aus dem Grunde, wie es heißt, damit umgehen, die directe Steuer zu erhöhen und das jetzt bestehende höchste Ausmaß von Ivü Fl. jährlich um ein Bedeutendes zu steigern. Ich komme nun zu einer literarischen Erscheinung, die bereits in diesen Blättern besprochen wurde, ich meine nämlich den dritten Band des yibnn. Ich erlaube mir auf drei Aufsätze hinzuweisen. Der erste und der wichtigste ist snmm 8N2 von Krochmal. Es ist dieö ein Aufsatz, der tief in das jüdische Leben einschneidet. Es dürfte wohl kaum in hebräischer Sprache so scharf gegen Hilchoth trefoth angekämpft worden sein. Was man auch sagen mag, er dürste eine bedeutende Bresche machen. Es fragt sich hier nicht, ob Herr Krochmal da oder dort geirrt habe. Die Methode, wie Herr Krochmal angreift, ist dem Gegenstände gefährlich. Welche Irrungen man auch der Grätz'schen Geschichte Nachweisen mag, und Herr Rabbiner Hirsch hat damit nicht gespart, so ist nichts desto weniger doch nicht zu verkennen, daß Herr Dr. Grätz, der sich die ersten Sporen in einem Kampfe gegen Geiger erworben hat, sich dadurch auf den Geiger'schen Standpunkt, den dieser in seiner Zeitschrift vertreten, stellt. — Wir kennen nicht die Wege des Herrn; wir maßen uns nicht an, die Zukunft Vorhersagen zu wollen: bedenkt man aber, welche Lücken in dieser Beziehung durch das praktische Leben gemacht werden und daß es bei Manchem bereits gilt mm p’2 in'Nv tb nivsd na n:wi nrns tns; rechnet man ferner hinzu, welche Macht die wissenschaftliche Kritik entwickelt; — so müßte man allerdings denken, daß in einer nicht fernen Zukunft die Dinge eine andere Gestalt haben werden. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, daß ein großer Theil der Kämpfer für 15

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