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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-03-23 · Heft 13 (23.3.1857) · p. Seite 170

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 13 (23.3.1857)
Date
1857-03-23
Page
Seite 170 (sequence 6)
Language
German
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170 lentin, Wolffgram — sind eben sämmtlich wieder gewählte. Unsere Synagoge hat ihre letzte Vollendung durch die Einsetzung der Worte: nb"vn rra vpa — in großen vergoldeten Buchstaben als Inschrift erhalten. Mit dem Osterfeste werden bei uns die Probepredigten beginnen zur Besatzung der Predigerstclle, die bis zum 1. Juli c. besetzt sein soll. In unsrer Gemeinde ist Alles aufs Beste geordnet, und hat ein Prediger hier einen fruchtbaren Boden. Cöln, im März. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde hat provisorisch auf 20 Monate (bis Ende 1858) den Rabbiner Schwarz aus Baireuth mit 800 Thlrn. jährlich als Rabbinen angestellt. Wreschen, 1. März. (Privatmitth.) Ein trauriger Vorfall, der vor Kurzem in Gollin, einem Städtchen in Polen, sich ereignet, giebt Veranlassung zur Beherzigung der Mahnung unserer Alten ‘wp stb »Dvn D® "pNia LN8. Der Rabbiner in dem erwähnten Orte erkrankte, und da kein Arzt da wohnt, nahm er seine Zuflucht zu einem dort etablirten Chirurgus. Dieser verordNete ein Brechmittel, das aber traurige Wirkungen herbeiführte. Als nun ein Arzt aus der Nachbarstadt Konim herbeigerufen wurde, erschrak er über daS angewandte Mittel und über die schrecklichen Folgen desselben; allein zur Rettung des Kranken kam er leider zu spät, und so ist denn der kaum 40 Jahre alte Rabbi ein Opfer der Unwissenheit jeneS Wundarztes geworden» In dem Frühverklärten verliert seine zahlreiche Familie den Ernährer und Versorger, die Gemeinde den treuen, frommen Leiter und Führer und der Arme und Nothleidende einen liebenden Vater, dessen eifriges Bemühen es stets war, Hülfe und Rettung zu schaffen, wo es Roth that, oft den größten Theil seines eigenen spärlichen Einkommens zu den gesammelten Gaben hinzufügend. — Erinnernd an das Wort unserer Alten: ö^man za rby ■pama Oman ba und bemerkend, daß die Gemeinde selbst eine arme ist, wage ich es, die in der bittersten Armuth, im tiefsten Elende zurückgebliebene Familie des Verklärten der Milde und Barmherzigkeit der Glaubensgenossen in der Nähe und Ferne recht warm zu empfehlen.— Die „ergänzten Statuten für die israelitische Waisenknaben - Anstalt zu Posen" sind nun endlich in Druck erschienen. Während bisher nur jüdische Waisenknaben aus der Stadt Posen unentgeltlich ausgenommen werden; dursten, können jetzt zum Theil auch aus anderen jüdischen Gemeinden der Provinz arme Waisenknaben unentgeltliche Aufnahme finden, und so ist denn die bisherige Localanstalt zum Proyinzialinstitute erweitert worden; nur ist daS ■ *pa*np *py ’ay festgehalten und demnach die Bestimmung ausgenommen worden, daß auswärtige Waisen erst dann unentgeltliche Aufnahme finden, wenn die Aufforderung zur Anmeldung heimischer Kinder acht Wochen ohne Erfolg geblieben ist. Sehr lobenswerth ist die Bestimmung, daß die Zöglinge nach zurückgelegtem 14. Lebensjahre nur bei Professiomsten zur Erlernung eines Handwerks, bei Ackersleuten zur Erlernung der Landwirthschast, in ordentliche kaufmännische Geschäfte als Handlungslehrlinge untergebracht, ausnahmsweise auch, mit Berücksichtigung der Anlagen und Talente, zu Künsten 'undWissenschaften herangebildet/niemalS aber zum B etriebedeS Hau si re »--Trödler - oder Factor-GewerbeS zugelassen werden sollen. — Das „Statut des Vorschuß-Vereins zu Posen" liegt mir ebenfalls gedruckt vor. Dieser Verein hat den Zweck: Israeliten zu Posen, denen eS zum Betriebe ihres Handwerkes oder Gewerbes an Geldmitteln fehlt, zinsfrei in kleinen Raten zurückzuzahlende Vorschüsse zu gewähren. Von den edlen Förderern deS Vereins verdient der durch seinen warmen Eifer im Wohlthun rühmlichst bekannte, an der Spitze deS CuratoriumS stehende Rittergutsbesitzer, Herr Joseph Ruffak in Posen, besondere rühmliche Erwähnung. — Die jüdische Gemeinde zu Wittkowo erleidet einen großen Verlust durch den Abgang ihrers ersten Lehrers, deS Herrn Weyl, der dem Rufe als Lehrer nach Breslau folgt. Dieser wackere, kenntnißreiche Lehrer hat nicht nur die Schule, der er 7 Jahre hindurch mit Liebe und Treue vorgestanden, zu einerMusterschule emporgehoben, sondern auch um die Veredlung des Gottesdienstes, so wie um die Armenpflege seiner Gemeinde wesentliche Verdienste sich erworben. Der Lehrer Straßmann in Schrimm, ebenfalls ein treuer, rüstiger Arbeiter im Schulfache, und die volle Liebe und Achtung seiner Gemeinde genießend, giebt, dem Lehrfache den Abschied und wendet sich dem GeschäftSleben zu. Es ist dies seit fünf Jahren der zweite Lehrer in Schrimm, der dem Lehrfache Valet sagt; auch in mehreren andern Orten bieten sich unS jetzt dieselben Erscheinungen dar, und die Gefahr deS Verfalls der jüdischen Schulen aus Mangel an tüchtigen

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