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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-03-23 · Heft 13 (23.3.1857) · p. Seite 167

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 13 (23.3.1857)
Date
1857-03-23
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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16? Hannover, 9. März. lPrivatmitth.) Gestern hat Herr Obercommerzrath Simon Hierselbst einen neuen glänzenden Beweis seiner bekannten Liberalität geliefert. Der durch den Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde zusammenberufenen Versammlung der stimmberechtigten Gemeindemitglieder wurde nämlich von Seilen des Vorsitzenden eröffnet, daß Herr Obercommerzraih Simon der Gemeinde eine Schenkung von 3800 Rthlrn. in Golde offerirt habe, welche Summe sein verstorbener Vater, der weiland Finanzagent Ezechiel Simon, von letzterer im Jahre 1821 als Kaufpreis^ für das derselben verkaufte und an hiesiger Bergstraße belegene Gemeindehaus erhalten hatte. Herr Obercommerzrath Simon mache die Schenkung, um seinem sel. Vater. im Schoße der Gemeinde für immer ein ehrenvolles Andenken zu sichern und zu erhalten und knüpfe an dieselbe nur den Wunsch, daß die Schenkungsurkunde den Gemeinderegistern incorporirt werde« Das offerirte Capital, welches der Gemeinde zum unbedingten Eigenthume und zu beliebiger Verwendung Übermacht werde, würde drei Tage nach Empfange deS Protokolls, in welchem die Gemeinde sich , zur Annahme der Schenkung bereit erklärt haben würde, durch Herrn Simon ausgezahlt werden, der auch die Kosten für. die Ausfertigung der Schenkungsurkunde u. s. w. tragen wolle. Nachdem hierauf von Seiten der Gemeindeversammlung die Schenkung angenommen worden war, sprach dieselbe ein, stimmig Herrn Simon ihren Dank aus und es wurde zugleich beschlossen, in der Vorhalle des Gemeindehauses eine Votivtafel anzubringen, auf welcher dieser rühmliche Act kindlicher Pietät ausgezeichnet und durch welche das Andenken an den verstorbenen Finanzagenten Ezechiel Simon wie an den liberalen Schenkgeber für immer aufbewahrt werden soll. Worms, im März. (Privatmitth.) In dem Almosenkasten der Synagoge zu Mannheim fand man vor Kurzem außer einigen Goldstücken auch zwei 50- Guldenscheine. — In Baden schreitet die Reform des Cultus allmählig vor, und zeichnen sich hierin insbesondere die Gemeinden Bühl, Heidelberg und Mannheim auS. — Bei einem Leichenbegängniß in der Gemeinde Eppelsheim, bei welchem Lewysohn von hier die geistliche Function versah, hatte derselbe Gelegenheit zu bemerken, daß unaufgefordert mit den Glocken der Kirche geläutet wurde; eS soll dies in allen den Gemeinden Rheinhessens der Fall sein, in welchen die jüdische Bevölkerung zur Anschaffung der Glocken mit beisteuerte. — In Mainz scheint die Orthodoxie völlig von der Hauptgemeinde sich getrennt zu haben; in einer Zeitungsannonce unterschreibt sich der Geistliche des orthodoxen Theiles: Rabbiner der orthodoxen Gemeinde zu Mainz. — Die vorzügliche, aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzte, von dem „Institut" subventionirte Grammatik, Sefer harikma, wird auf der Breslauer Universität zu akademischen Vorlesungen benutzt. — Von Kobaks iiiiw-> befindet sich das 3. hebräische und das 2. deutsche Heft unter der Presse. — Der früher in diesen Blättern erwähnte Roman: Judith, oder die Franzosen in Worms, ist jüngst dramatisch bearbeitet worden; doch hat derselbe hierdurch nicht sonderlich gewonnen. — Mosenthal erhielt vom Herzog von Sachsen-Weimar den Falkenorden. — Leider wird in den Zeitungen als Empfehlung deS Wagener'schen Pamphlets angeführt, daß Koryphäen der jüdischen Orthodoxie Quellen und Hülfsmittel dazu geboten. Ist es so weit gekommen, daß jesuitisches Treiben auch unter unseren Glaubensgenossen ungescheut sich hcrvorwagt? Einen Pendanten liefert hierzu auch Süddeutschland; so wies jüngst ein süddeutsches jüdisches Blatt nach, wie ein mit der Glorienkrone der Orthodoxie prangendes geistliches Haupt, Rabbiner genannt, ein Religionsbuch für die jüdische Jugend vor einigen Jahren für seinen großen Rabbinatssprengel herausgab, daö wörtlich aus einem vor 20 Jahren erschienenen christlichen ReligionSbuch nachgeschrieben ist. — — Nochmals leider! daß daö Prophetenwort nur allzuwahr ist:!i«L' ^an T'n-ina Preußen. Berlin, 28. Februar. Die Gesellschaft jüdischer Handwerker und Künstler zur gegenseitigen Unterstützung in Krankheitsfällen beging vorgestern Abend in Arnim'S Salon unter überaus reicher Theilnahme ihr zwölftes Stiftungsfest durch eine Generalversammlung und ein darauf folgendes Festmahl. Die elftere wurde gegen 7 Uhr durch den Vorsitzenden LouiS Liebermann zunächst mit der für die Gesellschaft erfreulichen Mittheilung eröffnet, daß das revidirte und in der vorjährigen Generalversammlung angenommene Statut die Bestätigung der Vorgesetzten 13*

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