Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 12 (16.3.1857)
- Date
- 1857-03-16
- Page
- Seite 162 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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162 Brunner und Konsorten zurückzukommen, und zwar, nicht wegen einer Entgegnung oder Erwiederung, sondern um sie dem Publikum in ihrer ganzen Weise zu charakterisiren. Wir ersuchen Sie daher, folgenden Artikel der „Allgemeinen Zeitung" in extenso aufzunchmen, da er am getreuesten die Herren Brunner und Veuillol, die „Kirchenzeitung" und den „Univers“ bezeichnet. Ein solcher Artikel entkräftet wohl am besten alle Verleumdungen dieser frommen Männer, die in ihrem giftigen Zelotismus den gefeiertesten deutschen Namen, den Nestor der Wissenschaft, den greisen und edlen Humboldt nicht verschonen. — Die „Allgemeine Zeitung" schreibt: „Der Artikel des „vnivers" über Alexander v. Humboldt, dessen wir erwähnten, ist zu charakteristisch, als daß wir nicht näher darauf eingehen sollten, zumal das große französische klerikale Blatt der Wiener Kirchenzeitung darin collegialisch die Hand reicht. Herr Veuillot hat in dem Urtheil Sebastian Brunners erkannt, daß sie Brüder sind, Einer des Andern würdig. Sebastian Brunner hat aus den „Bildern der Natur" namentlich aus den Humboldt'schen Ansichten über die verschiedenen elektrischen Erscheinungen und ihre Ursachen herausgefunden, daß der Stolz des deutschen Volkes ein „Seelenmörder" ist, und nichts von der Schöpfungsgeschichte begreift. Herr Brunner hat diese seine Ansicht in der Nummer vom 7. Januar seinen Lesern männiglich kund gethan, und die vebats dieses benutzt, um zu zeigen, bis zu welcher Höhe „die kirchliche Intoleranz angeschwollen sei." Natürlich hatten die Vvbsts dabei sich auf keine Polemik eingelassen, sondern lediglich das Factum sprechen lassen. In der Nummer vom 28. nimmt nun der Univers den Kampf für die Wiener Kirchenzeitung auf, indem er zunächst als Folge jener ketzerischen Doktrinen den Verlust der Gnade und den ewigen Tod bezeichnet, die Verbreiter solcher falschen Lehren aber, gemäß dem Ausspruch der frommen Väter und Gelehrten, Seelenvergifter, Mörder, Meuchler nennt. Wenn die vshats die Lehren Alexander ». Humboldts über die Elektricität für orthodoxe halten sollten, so ist daS ein Beweis, daß die vebats weder Humboldts Werke noch den Katechismus kennen. „Je größer daS Wissen Alexander v. Humboldts ist", schließt der Uni vers, „je höher sein Ruf, desto gefährlicher nur sind seine Schriften, und desto größer die Zahl der Seelen, die er in die Irre leitet. WaS ist.Wissenschaft und Fortschritt in Vergleich mit dem Seelenheil! Der Satan hat noch mehr Genie als Alexander v. Humboldt, aber er ist darum nicht weniger der Seelenmeuchler und Vergifter par excellence, daS Haupt und der Lehrer, aller Derer, welche die von Gott erhaltene Kraft gegen diesen mißbrauchen, indem sie ihm diese mit.seinem Blute wieder erkauften Seelen entführen. Alexander v. .Humboldt ist nicht bloS einer dieser. Menschen, sondern ganz Europa weiß, daß er unter ihnen als der Erste glänzt." „Humboldt", bemerkt dazu die „Allgemeine Zeitung", „hat nicht nothig, diese brutalen Ausfälle mit einem Worte zu erwiedern." — Die geehrten Leser mögen sich darum die große Entdeckung wohl merken und ad notam nehmen: Alexander v. Humboldt ein Seelenmörder, ein Teufel — und die Herren Brunner und Veuillot Engel, Heilige! Wer darüber noch zweifeln mag, der möge das Sprüchlein bedenken: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! UebrigenS können sich die Juden trösten, daß sie in Gesellschaft deS Herrn Humboldt tüchtig auSgeschimpft werden — und noch dazu von solchen lammfrommen Engelnaturen! Opp. Anzeigen. "I 9 S Restauration und Gastwirtschaft von 8. Hirsch el, Dresden, Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Die Gemeinde Bnai Jeshurun zu New-Uork sucht einen N“np *pn, welcher fähig ist, ein Chor zu unterrichten und zu leiten, so wie auch alle Theike deS öffentlichen Gottesdienstes (laut y’bis ans») mit Würde und vollkommener Sachkenntnis! zu dirigiren. Sa» lair fürs erste Jahr nicht über Tausend Dollars. Die Wahl wird im Laufe Junius stattfinden. Candidaten, welche ihrer Fähigkeit sich bewußt find, werden eingeladen, sich — auf eigene Kosten — hier spätestens bis Ende Mai zur Prüfung zu stellen, und mit ihre» Zeugnissen sich zu melden bei D. Samson, Vorsteher- Nro. 267. Washington Street, New-Sork,