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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-03-02 · Heft 10 (2.3.1857) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 10 (2.3.1857)
Date
1857-03-02
Page
Seite 132 (sequence 10)
Language
German
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132 wurde —weil er ein verwandter des ActuarS und dieser ein Schwager deS Vorstehers. Was hat eS aber auch denjenigen genützt, daß sie vorgeschriebener Maßen ihre Offerte versiegelt übergaben? — N. N. erhielt richtig die Ausweisung zu einem höhern Preise alS er von irgend einem andern Nichtofferenten an-; geboten worden wäre, welches Anbot darum unter-; blieb, weil von der Armencömmission nicht bestimmt! wurde, daß die Offerte — wie dieS nicht nur UsuS, sondern rechtlich geboten ist — in Gegenwart der Offerenten eröffnet werden würde, indem nur der Ac-: luar die Offerte zu eröffnen hatte und dieser in jeder -Art seinem Verwandten zu dem Mindestanbot rathen konnte. Ob er eS gethan oder nicht, ist hier nicht der Ort zu erörtern, der Schein ist jedenfalls dafür, - und so wird Protection und Nepotismus die die Aus-! lagen bestreitende Küsse um eine Summe leerer machen und mehrere arme jüdische Familienväter, welche sonst diese Leute verspeisten, um einen Verdienst bringen, bei welchem N. N. freilich Nicht in so großem Maße hätte mitbetheiligt fein können. Um einem kläglich gewordenen Berichte wieder einen freundlichen Anstrich zu geben, diene folgende Nachricht. Vor etwa zwei Wochen beschrieb eine hochgeachtete Feder in dem hier erscheinenden „Tagesboten aus Böhmen" „ein Diner kleiner Proletairs" und schilderte in tief ergreifender Weise daö Mittagsmahl von 60 die israelitische KiUderbewahranstalt besuchenden Kleinen (35 israelitische und 25 christliche), das ihnen durch drei Monate täglich von Herrn M. Edlen v. Portheim auf feine Kosten gereicht wurde und nun zu enden drohe. Die Redaction des mit besonder»» Fleiße und Tacte geleiteten Tägesblattes forderte zu Beiträgen für die fortzuseßende Ausspeisung auf und in einem Zeiträume von vierzehn Tagen waren von derselben 1974 Fl. haar und 220 Fl. in StaatSpapiercn gesammelt, außerdem schenkte Herr Leopold Ritter v. LäMel zu demselben Zwecke 390 Fl. und Fräulein da Ponta (Gräfin de la Rosee) von dem Erträgnisse ihres Concerts 30 Fl. Mögen fortgesetzte Sammlungen dahin führen, daß eS ermöglicht werde, einen Fond zu dem vorgesteckten Ziele errichten zu können. Möge der Feuereifer unserer Wohlthäter nicht erkalten! Ueber die für den 1., 2. und 3. März bevorstehenden Wahlen von sechs neuen Mitgliedern in unsere Gemeindercpräsentanz im nächsten Berichte. Für , ■ ... -- heute mir noch die Notiz, daß mit dem Beginne deS ZahreS in unserer Metropole 32 israelitische Aerzte, 2 Wundärzte und 8 Hebammen domieiljren. Nach dem von der Universität veröffentlichten VerzeichujH befanden sich hier zu derselben Zeit 1 k. k. österreichischer außerordentlicher Professor und 3 Privatdo, centcn, 6 Jurisdoctoren und 4 Doctoren der Philo? sophie; die Zahl der Doctoren der Medicm wurde ebenso angegeben, ein Doctor der Chemie muß eb^n? falls erwähnt werden. Frankreich. Slraßburg, im Februar. (Privatmitth.) Dip hiesige israelitische Gesellschaft zu gegenseitiger Unterstützung hat ihren Rechenschaftsbericht für 1856 veröffentlicht. Der Nützen solcher Vereine leuchtet von Neuem daraus hervor. DaS Vermögen der Gesellschaft ist von 20,000 auf 40,000 Francs gestiegen, und 838 Francs an acht kranke Mitglieder, eine Wittwe und zwei Waisen von Mitgliedern gezahlt worden. Es wäre zu wünschen, daß dergleichen Gesellschaften in allen Gemeinden sich bilden, da Nichts mehr die thäkige Religion zu fördern vermag. Amerika. Baltimore, im Februar. Wir erhielten jüngst das December- und Januarheft des „Sinai", der von Rabbiner D. Einhorn herausgegebenen Monatsschrift, und heben Folgendes daraus hervor: New-Jork. Die Emanu- El -Gemeinde wird dem Heimgegangenen vr. Merzbacher ein Monument im Kostenbeträge von 1000 Dollars errichten und eben so dessen greisem Vater die vom Sohne bezogene Jahresrente fortwährend zu Theil werden lassen. —. Zur Beförderung des Ackerbau-Betriebes unter den Israeliten Amerikas hat sich dahier eine „Amerikanisch-Jüdische Ackerbau-Gesellschaft" gebildet, die es sich zur Aufgabe macht, Armen die zum Ergreifen dieses ehrenvollen Berufes erforderlichen Mittel zu gewähren und zugleich Gelegenheit zur Aneignung der nöthigen technischen und praktischen Ausbildung zu bieten. Sobald die Gesellschaft über einen Fond von 3000 Dollars zu verfügen haben wird, soll eine

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