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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-03-02 · Heft 10 (2.3.1857) · p. Seite 130

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 10 (2.3.1857)
Date
1857-03-02
Page
Seite 130 (sequence 8)
Language
German
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ren. Während dieses Zeitraumes hat der Verein 387 Thlr. 13 Sgr. eingenommen, 373 Thlr. 27Sgr. 8 Pf. ausgegeben und demnach zu Ende vorigen Jahres noch, einen' Baärbeständ von 13 Thlr. 15 Sgr.' 4 Pf. in der Kasse gehabt. Er hat bis jetzt „neun regelmäßige Bekleidungen" veranstaltet und iyr Ganzen nahe an 200 vollständige Anzüge unter arme Schulkinder vertheilt. Am Anfänge dieses Jahres zähste der Verein 41 beitragende Mitglieder. Die Mitglieder des dasigen israelitischen.Schulvorstandes und der Musikalienhändler S.' Stuzewski in Posen sind in dem Berichte als' besonders' thätige Förderer der^Vereinsinteressen genannt.' DaS Käffenwesen des Vereins ward und wird jetzt noch von dem Lehrer Weyld'äselbst'verwaltet. — Die zu Johänniöbürg sin' Ostpreußen) 'erscheinende hebräische Wochenschrift „Hämagid" '(der Verkündiger) hat sich auch schon in unserer Provinz einen kleinen Leserkreis erworben. Der Redacteur ist der Rabbiner L. Silbermann in Lyk. Die Tendenz ist politisch - comnwrciell, die Farbe höchst conservaliv. Autz der Provinz Posen, 15. Februar. (Privätmitth.) Nicht bloS im benachbarten Königreich Polen besteht daS Schulwesen noch ganz in den C hetz arim, sondern zu meinem größten Bedauern muß ich Ihnen miktheilen, daß diese Pflanze auch in unserer Provinz zu wuchern noch nicht aüfgehört hat und leider! noch an vielen Orten die junge Saat verdirbt, welche — den öffentlichen Schulen und deren Lehrern allein überlassen — gewiß zum bessern Gedeihen ausgehen würde. Wenn ich behaupte, daß das Chedar überall, wo eS noch geduldet, der Schule und deren Bestrebungen schnurstracks entgegenwirkt, daß eS vernichtet, oder wenigstens arg verstümmelt, was der Lehrer mühsam aufgebaut, daß es zürücktreibt, was dieser vorwärts gebracht — so spreche ich damit Wahrheiten aus, die Sie allenthalben, wo Sie hier nur anfrägen wollten, eben so gut hören konnten. Und nicht dies allein, sondern allenthalben wird man Ihnen auch sagen, daß eS daS Chedar ist, welches dem angestellten Lehrer in materieller Beziehung Schaden zusügt, daß eS sein Einkommen schmälert und seine, ohnehin gedrückte Lage ihn noch unerträglicher macht. Kein Lehrer im Großherzogthume ist so gut firirt, daß er von seinem Gehalte allein leben könnte; vielmehr ist Jeder darauf angewiesen, durch Privatunterricht im Hebräischen seine Einkünfte zu vermehren. Wie sollte djeS nun aber möglich seifl, wenn man das Ehedar und den M'lämed'sogar denjenigen Lehrern vorzicht, von denen man. überzeugt ist, daß sie, von ihrer frühen Jügeyd an Hebräisch gearbeitet und in diesem Fache sich Wissen genug angeeignet, Um darin jüdische Knaben mit gutem.'Erfolge unterrichten zu können?—Wärum aber Chedar und Ä'lämed den Porzug genießech ist eine Fragej, de-- ren Begntwörtüng mir auch gar nicht schwer fallen dürfte. — Jirdem ich mir jedoch daS. nähere Eingehen auf diesen Gegenstand für einen spätem Bericht aufbewahre, will ich heute Nur noch bemerken, daß — wenn am 1» d. M. beide Lehrer der,jüdischen Schule zu Wittkowo zugleich ihre Stellen gekündigt haben und namentlich dse zweite. Lehrerstelle daselbst seit Mitte 1851 jetzt zum, sechste n Mal väcänt geworden — der Grund' zu diesen auffallsndxn E>rfcheinungey. v o r - zu,gsweise in den oben angeführten Mißbräuchen in Betreff des Ehed ä rwesen s gesucht werden muß. Äuö Pommern, im Februar. (Eingesandt.) Der Vorstand der.Synagogengemeinde Potsdam hat ein vom 2. Januar datirtes Sendschreiben, wohl an alle Syna'gogcngemeinden Preußens, erlassen,, worin er sich über den schlechten Erfolg seiner bereits früher erlassenen Aufforderung zur Sammlung von Beiträgen behufs Errichtung einer Jubelfeststiftung zum Andenken an die .silberne Hochzeitsfeier Sr. Königl. Hoheit des Prinzen von Preußen zum Besten der allgemeinen Landesstiftung, als National-Dank — beklagt; da eö ihm darauf an kommen müsse, sein im N a m e n a l l e r j ü d i s ch e n G. e m e i n d e n gegebenes Versprechen zu halten. Der Vorstand entblödet sich nicht hinzuzufügen, daß er „keineswegeS länger Anstand nehmen.werde, über daS Resultat dieser Angelegenheit Allerhöchsten Orts Rechnung zu legen, und deshalb im' Interesse der ganzen Judenschast untz jeder ein feinen Gemeinde wünsche, daß das Resultat ein günstigeres alS bisher sein möge." Auf gutes hausbackenes Deutsch übersetzt, heißt dies: wir werden die Gemeinden, welche nicht nach unserm Sinne beisteuern, als unloyal und nicht patriotisch denunciren! Die Synagogengemeinde in Potsdam mag eine recht würdige sein, aber keineswegs hatte sie das Recht, im Namen aller jüdischen Gemeinden ein Versprechen

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