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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-03-02 · Heft 10 (2.3.1857) · p. Seite 129

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 10 (2.3.1857)
Date
1857-03-02
Page
Seite 129 (sequence 7)
Language
German
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W Betlüst eines MäNnrs mitzütyeilett, dev nicht NUr itt seinem engern WirküngskreisedUrch reges Streben, getreüliche Berufserfüllung sich bi'e allgemeine Ächtung zu erwerben wüßte, sondern auch in weiteren Kreisen, vorzüglich den Lesern Vieser Blätter, seit längen Iah« ren bekannt unv Von ihnen geehrt war. Herr Religionslehrer L. M. LewifohN ist dieser Tage nach erstem kurzen' Krankenlager in seinem 44!. Lebensjahre zu' eiüeck besseren Seist hmübergegangen. 20 Iahte hatte Hekftlbe die hiesige Religionslehrerstelle 'bekleidet, ünd zwar' unter den ungünstigen Verhältnissen, wie sie stÜN überall!m deutschen Vaterlands charakteristisches Merkmal der RekigionSschulen gewürden sind, deren Zöglinge außerdem während des größten Theils vet Tageszeit die allgemeinen öffentlichen Schulen besuchen. Nur vent energischen Willen, v o r Allem übet Venl für alles Gute und Edle warm fühlenden Herze^ Vereins mit einer humanisilschen,' weit über seinen begreDen Standpunkt hinausreicheNden Bildung war eS möglich, wenigstens eine Saat auSzusäen, deren Früchte erst in späteren' J'ahren ihrem gedeihlkchen W'ertye nach sich' werben erkennen lassen. Wie ernst itzttt dir Cultur jüdischen Wissens' war, das hat et erst. jüngstens in seiner auf Kosten des Lileraturverr eins' edirten „Geschichte und System des jüdischen KakeMtwestnS", die sich Von den verschiedensten Seiten her' der günstigsten Beuttheilung und Aufnahme zu erfreuen hatte, kuttd gegeben, und dadurch in der Thal bewiesen, däß der Verfasser der „hebr. Lesefibek, Mit Anwendung, des beweglichen Alphabets", Nicht nur Sinn und Willen für seine Schulstube hatte, sondern wie, Uw der Welt seiner Ideale zu genügen, er in Geist und Gemüth sich an höherer Wissenschaft zü laben verstand. Daß seine rege Theilnahm'e für Förderung VeS Literaturvereins, dem er einer der eifrigsten Apostel war, daß feine verschiedenartigen Berichte und Skizzen, die er, zuwal aus eigener Wahrnehmung bei seinen jährlichen Ferienreisen gesammelt, so anspruchslos als sinnreich in diese Blätter ttieverlegte, demselben Gefühle für das Edle ünd Erhabene entsprangen, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Daß Unter so bewandten Umständen fein schneller und unerwarteter Hintritt überall die innigste Theilnahme, daö regste Mitgefühl erwecken mußte, ist selbstverständlich. Hatten ihm sein huwaNer Umgang, seine anerkannten häuslichen und PrivattügettVen ohnedies schon längst die Achtung, Zuneigung und Freundschaft christlicher College», Bürger Und Beamten jeglicheü Standes erworben Und sichchM'' TheklnÄhmv bewährte sich denn auch bei seinem Leichenbegängnisse m unverkennbarer Wesse nicht Nur'durch'die allgemeinste Betheiligung, sondern durch eine wahrhafte, innere Traüer. Unser ist allen Kreisen sehr beliebte Provinzial-NabbiNer Herr Dr. ENöch, der über Prediger ö, 11. : „Süß ist der Schlaf des Ärbejte'rs" rc. ftine Leichenrede hlelt,' wußte dem liefgesühlten, gerechten Schmerze solche wahren Ausdruck zü verleihen daß schwerlich Einet der zahlreich' Bersammelten Äügerührten Herzensvon däNnest ging. So möge er deNn dort' genießen', wozU' et hier' reiche Saat geßreuet, möge fein Schlummer süßj seist Erwachen ein seliges sein. Preußen. Aus dek Provinz Posen, 4. Februar. (Pnvat- Mitth.) Der Pabbmek Ellas Güttmacher ist zuist „Nasi von Erez Jiörael" ernannt worden. Neulich erhielt er vom Rabbmkts-Collegium zu Jerusalem ein Schreiben, worin er über einige rituelle Fragen um sein Gutachten ausgrfördert wurde. Unter diesen Fragen befindet sich auch eine, den „alten Opfer-EUltus in Israel" betreffend, über deren Beantwortung Herr Rabbiner Guttmacher mit zwei seiner College» im Großherzogthume zuvor conferiren will. Dieses an sich ganz harmlose Spiel war Wohl die Veranlassung dazu, daß sich neulich in hiesiger Provinz das Gerücht verbreitete (und dasselbe war bereits in die Tagespresse übergegangen), daß die Rabbinen zu Jetusalem daran dächten, in der heiligen Stadt dm alten jüdischen Opser-Eultus wieder herzustellen und dieserhalb einem' Talmudisten des Großherzogthums ein rabbinisches Gutachten abverlangt hätten. — Das Cantorat der Gemeinde Gnesrn, welches fest Ostern vorigen Jahres vacant war, ist — nachdem dort eine ganze Reihe von Candidaten Probevortrag gehalten — nun endlich wieder besetzt worden. Herr CaNtor Rud. Dresdner in Ratibor ist eS, der die Stelle erhalten. — Der in der Synagogengemeinde Wittkowo bestehende „Verein zur Bekleidung armer Schulkinder" hat unlängst seinen ersten Verwaltungsbericht veröffentlicht, auS welchem wir Folgendes hervorzuheben! unö gestatten: Der Verein, im Herbste 1852 gestiftet, 1 besteht und wirkt sonach einen Zeitraum von 4*/« Iah-

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