Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 9 (23.2.1857)
- Date
- 1857-02-23
- Page
- Seite 120 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226039-3226049--15940-3244763- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ISO Rußland. Tyraspol, 11. Januar. (Privatmitth.) Es ist höchst bedauernswerth, daß im großen Rußland noch keine einzige Zeitschrift für Judenthum und Juden vorhanden ist. Ja sogar, als ich mich um deffentwillen an mehrere gelehrte und angesehene Männer zu Wilna und Sitomir — die einzigen Städte im Lande, die das Vorrecht einer hebräischen Buchdruckerei genießen, — gewendet hatte, fand sich dort Niemand, der bereitwillig wäre, die Sache zur seinigen zu machen; sondern man gab mir zur Antwort, daß mein Vorschlag zwar einer vollkommenen Aufmerksamkeit werth wäre, leider gäbe es aber keinen Unternehmer zu dessen Ausführung. — Unter anderthalb Millionen Juden, die in diesem Lande leben, soll sich also kein einziger finden, der vom Heile oder Leide seines sowohl nahen als fernen Mitbruders unterrichtet sein möchte... Ein Jeder denkt nur an sich, — was nicht wenig zu immer wachsender Entfremdung und zum Mangel an Interesse und Fortbildung beiträgt. — Selbst in der Türkei soll laut einem Gerüchte, das zu uns gelangte, ein hebräisches Zeitungsblatt wöchentlich erscheinen. Um wie viel mehr ist das nicht Schande und Spott für die Juden in diesem großen Rußland! — In der That aber, wie müßten Zeitungen, — wenn in der hebräischen Sprache noch, da solche fast einem jeden Juden hier zu Lande verständlich ist, — in Betreff der Religion, der wichtigen Begebenheiten unserer Mitbrüder vom baltischen bis zum schwarzen Meere, außer den Berichten über die auf beiden Halbkugeln zerstreuten Israeliten wirken! Wie viele Wirkungen für Religion, Sittlichkeit, Bildung und Gesittung ließen sich erhoffen! — Anzeigen. “i a> s Restauration und Gastwirtschaft von 8. Hlrscliel, Dresden, Töpfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Die Gemeinde Bnai Jeshurun zu New -N ork sucht einen «np ‘jm, welcher fähig ist, ein Chor zu unterrichten und zu leiten, so wie auch alle Theile des öffentlichen Gottesdienstes (laut •pMs mit Würde und vollkommener Sachkenntniß zu dirigiren. Salair fürs erste Jahr nicht über Tausend Dollars. Die Wahl wird im Laufe Jünius stattfinden. Kandidaten, welche ihrer Fähigkeit sich bewußt find, werden eingeladen, fich — auf eigene Kosten — hier spätestens bis Ende Mai zur Prüfung zu stellen, und mit ihren Zeugnissen sich zu melden bei D. Samson, Vorsteher, Nro. 267. Washington Street, New-Uork. Zum 24. April wird in hiestger Gemeinde die Religionslehrer-, Schächter- und Vörbeterstelle vacant, deren jährliches Einkommen neben freier Wohnung, Heizung, Tisch, Schächtergebühr, 100 Thlr. Pr. Crt. beträgt. Reflectanren, die der Approbation des hiesigen Landesrabbiners unterworfen find, wollen fich in portofreien Briefen mit Einsendung ihrer Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorsteher baldigst melden. Dömitz in Mecklenb.-Schwerin, im Januar 1857. Jsaae Wolfferrfteirr. Concrrrs. Bei der gefertigten Cultus - Gemeinde ist die Stelle' eines Cantors mit einem Jahresgehalte von Fl. 500.: B.--W., freiem Quartiere und gewöhnlichen Sporteln, vacant. Bewerber, welche genügende musikalische Kennt-, nisse besitzen, um die Gebete mit Choralbegleitung vortragen zu können, und sich über ihr sittliches und religiöses Betragen gehörig ausweisen können, mögen fich zur Probe hierher einfinden. Demjenigen, welcher das Gemeinde-Notariat zu übernehmen im Stande ist, wird noch ein angemessener Gehalt seinen Leistungen gemäß zugestchert. Auch ist die Stelle eines Bassisten, welcher zugleich Chor-Dirigent sein soll, mit einem jährlichen Gehalte von Fl. 300. B.-W., freiem Quartier und Sporteln zu besetzen. Schächter werden bevorzugt. Kecskemet, im Januar 1857. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. Für die hiesige Synagogen - Gemeinde wird ein Elementar- und Religionslehrer, welcher zugleich die Cantorstelle versehen soll, zum Isten April d. I. (oder etwgs später) gesucht. Der jährliche Gehalt beträgt 300 Thlr. — Hierauf Reflectirende wollen sich in frankirten Briefen beim Unterzeichneten baldigst melden. Paderborn, 30. Januar 1857. Der Vorstand der Synagogen - Gemeinde Felix Paderstein.