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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-02-23 · Heft 9 (23.2.1857) · p. Seite 115

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 9 (23.2.1857)
Date
1857-02-23
Page
Seite 115 (sequence 7)
Language
German
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115 siger Gemeinde sich lebhaft zu regen beginnt. Wir wollen sehen, und dann sprechen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Pesth, 4. Februar. (Privatmitth.) Ihr Correspondent aus Wien theilte Ihnen jüngst ein Gerücht mit, alS gehe man damit um, an der zu errichtenden jüdischen Knabenschule christliche Lehrer anzustellen, und fügt gleichfalls hinzu, daß ein solcher Vorgang kaum zu rechtfertigen wäre. Cs freuet mich nun Ihnen mitzutheilen, daß allerdings das Gerücht unbegründet war. Ich bin auch in der Lage, mitzutheilen, daß beiläufig 48 Candidaten sich bisher um die ausgeschriebenen Lehrerstellen beworben haben, und darunter sind bloS zwei Christen. Wien, 5. Februar. (Privatmitth.) In letzter Zeit werden hier große Anstrengungen gemacht, und zwar Und gilt's einmal des Ganzen Glück Durch Wort und Thar zu gründen; Er schreckt vor Opfern nicht zurück, Läßt stets sich willig finden Zum Kampf für Wahrheit und für Recht, Wie's Abram schon getrieben; Allein er ist dafür gar schlecht Bei Manchen angeschrieben. Und steht er wo der Brüder Roth, So fühlt er gleich Erbarmen Und handelt, bricht sein Stücklein Brot Mit mildem Sinn den Armen. Er nimmt sich des verlaffnen a», Des reich begabten Knaben, Er zieht ihn auf zum wackern Mann, An dem sich tausend laben. So legen wir denn unser Gut Wohlweislich an im Handeln, Und schöpfen daraus frohen Muth, Fort, unbeirrt zu wandeln. Und bringt's uns selber nicht Gewinn, Was oft wir unternommen; Gebt nur das Eure freudig hin! Es wird der Welt schon frommen. So laßt uns handeln fort und fort, Wie's Abraham gclehret; Ein Jeder schaff' an seinem Ort, Was Aller Wohl vermehret! Ob sie für unser Handeln auch Uns oft mit Spott beluden; Wir bleiben treu dem Vaterbrauch, Als ächte, wahre Juden. von Privatseite, um eine höhere Handelsschule ins Leben zu rufen. Das Geld soll durch freiwillige Beiträge herbcigcschafft werden. Wieder sind es Juden, die ihr Scherflein in vollem Maße beitragen. Die Gaben jedoch, die von Seite der Juden gegeben wurden, Rothschild, Königswarter, Schey rc>, sind nicht ganz unbedingt gegeben worden. Die Herren nämlich präcisirten, daß sie sich mit diesen Gaben unter der Bedingung bethciligen, daß jüdische Kinder als Zöglinge ausgenommen und jüdische Lehrer, bei sonstiger Befähigung, nicht von derselben ausgeschlossen werden. In Betreff des ersten Punktes ist wohl kein Zweifel vorhanden. In Prag, wo seit dem jetzigen Schuljahre eine höhere Handelsschule bestehet, befinden sich viele jüdische Schüler auf derselben. Bekanntlich erthcilt der sehr verdienstvolle Prediger Herr I)r. Kämpf den Religionsunterricht. Hingegen wäre die Anstellung jüdischer Lehrer an derselben als eine Errungenschaft zu betrachten. Herr Josef Wertheimer erhielt von dem ehemaligen Lordmayor in London, dem Herrn Salomons, folgendes Schreiben: „Mein Herr! Ich hatte die Ehre, Ihr vorzügliches Jahrbuch von diesem Jahre, schön gebunden und mein Portrait an der Vorderseite tragend, zu erkalten. Ich schätze sehr dieses ausgezeichnete Compliment, welches durch die warmen Ausdrücke persönlicher Würdigung, die Sie so freundlich waren hinzuzufügen, werthvoller gemacht wird. Ich bin Ihnen für diese Freundlichkeit sehr verbunden und ich finde cs sehr schwer, in gleicher Weise auszudrücken, was ich fühle, wenn ich meine Persönlichkeit gepriesen finde von Denen, die in der Entfernung leben, und die deshalb eine zu freundliche Ansicht über meine öffentliche Laufbahn haben. „Ich bin k." So sehr aber auch das Lob aus der Ferne für den ehemaligen Lordmayor schmeichelhaft sein mag, so ist die Würdigung und Anerkennung, die derselbe in seinem Vaterlande gefunden, von besonderer Bedeutung. Für Brussa, das durch Erdbeben im vorigen Jahre viel gelitten hat, wurde hier gesammelt und es betrug die Summe 1700 Fl. 30 Lr. Der dortige k. k. Consularagent Falkeisen hat mit Beistimmung der dortigen Israeliten, denen das Geld zugewendet werden sollte, einen Theil davon zu Schulzwecken und zur Hebung

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