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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-02-16 · Heft 8 (16.2.1857) · p. Seite 101

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 8 (16.2.1857)
Date
1857-02-16
Page
Seite 101 (sequence 7)
Language
German
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101 B. H. Goldschmidt'schen Stipendienstiftung müssen wir nach den nunmehr entworfenen Statuten dahin berichtigen, daß die Unterstützung nur jungen Leuten jüdischer Religion zu Theil wird, und zwar auch den Nichthiesigen, wenn sie nur die hiesige israelitische Volksschule und das Gymnasium besuchen oder mindestens drei Jahre besucht haben. Die Höhe der Unterstützung beträgt für ein Individuum 150 bis 300 Fl. jährlich. Die Verwaltung besteht aus dem Director des Gymnasiums und der israelitischen Volksschule und ausgewählten Mitgliedern der Gemeindeverwaltung. Wir sind ferner im Stande, die Angabe des Berliner Correspondenten, daß Rabb. Hirsch ein von den fanatischen Bame-Madlikin-Reclamanten abverlangtrS Gutachten zu ihren Gunsten abgegeben habe, zu widersprechen. Auf desfallstges Befragen gab derselbe die Erklärung, daß er noch kein Wort in dieser Sache geschrieben, während diese ironische Erdichtung schon die Runde in der jüdischen Presse gemacht hätte. Von dem ernsten Charakter Hirsch's, der den rationellen Grundsatz aussprach, man könne ein guter Jude sein, ohne auch nur ein Mal im Jahre die Synagoge zu besuchen, läßt sich aber nicht erwarten, daß er dem herkömmlichen bame-madlikin-Geplapper durch eine lächerliche Symbolik eine heilige Weihe geben werde. Und wenn wir auch den Berliner Reclamanten das Recht zugestehen wollen, alles Alte beizubehalten — denn Dummsein ist erlaubt (iueplirc est juris gentium) —, so ist es aber ein Verbrechen an der Menschheit, .Dummheiten zu vertheidigen. ft. K. Preußen. Berlin, 5. Februar. Die Königs. Akademie der Künste hat wieder das Concurrenzschreiben um den Michael-Beer'schen Preis erlassen. Es lautet: Die diesjährige Concurrenz um den Preis der Michael-Beer'schen Stiftung für Maler und Bildhauer jüdischer Religion ist für Werke der Bildhauerei bestimmt. Die Wahl des darzustellenden Gegenstandes überläßt die Akademie bei dieser Preisbewerbung, die nicht auf Inländer beschränkt ist, dem eigenen Ermessen der Concurrenten, so wie sie es denselben anheimstellt, ob sie eine Ausführung in Relief oder in runder Figur vorziehen; nur müssen Reliefs, um zulässig zu sein, eine Höhe von mindestens 27» Fuß zu einer Breite von etwa 4 Fuß haben, und eine runde Figur muß wenigstens 3 Fuß hoch sein, auch auS beiden akademische Studien ersichtlich werden. Der Termin für die Ablieferung der zu dieser Concurrenz bestimmten Arbeiten ist auf den 18. September d. I. festgesetzt und muß jede derselben mit folgenden Attesten versehen sein: 1) daß der namentlich zu bezeichnende Concurrent sich zur jüdischen Religion bekennt, ein Alter von 22 Jahren erreicht hat und Zögling einer deutschen Kunst-Akademie ist; 2) daß die eingesendete Arbeit von dem Concurrenten selbst erfunden und ohne fremde Beihülfe von ihm auSgeführt worden ist, in welcher Rücksicht jedoch, eine nachträgliche Prüfung nöthig befunden werden kann. Vorläufige Meldungen zu dieser Concurrenz sind nicht erforderlich. Die Zuerkennung des Preises, eines einjährigen Stipendiums von 500 Thalern zu einer Studienreise nach Rom, erfolgt in der öffentlichen Sitzung der Akademie am 15. October d. I., zur Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes Sr. Majestät des Königs. —. Dem Redakteur deö Magazins des AuSlan- Herrn Direktor Lehmann, ist aus Anlaß der jüngst erwähnten fünfundzwanzigjährigen Jubiläumsfeier des Journals nachträglich auch durch ein Schreiben I. K. H. der Prinzessin von Preußen eine hoch ehrende Anerkennung geworden. Dasselbe lautet: „Ich habe mit vieler Theilnahme vernommen, daß Ihr lehrreiches Blatt eine Feier erlebt, die für den Werth desselben die günstigste Bürgschaft gewährt. Diesen Erfolg verdankt das Unternehmen Ihrer ausdauernden Thätigkeit und Mühe." Auch Herr A. v. Humboldt hat an den gedachten Herausgeber ein sehr freundlich aufmunterndes Schreiben gerichtet. Crefeld, 28. Januar. Die hiesige Zeitung enthält folgenden Artikel: Unter den heutigen Rabbinen, die sich um Schule und Lehrer gekümmert und um die Hebung der erstern und um die Besserstellung der letztem — deren Stellung noch immer leider in den meisten Gemeinden eine pariasartige ist! — Verdienste erworben haben, gebührt unserm würdigen und verdienstreichen Herrn Oberrabbincr B o d e n h e i m e r un-

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