Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 8 (16.2.1857)
- Date
- 1857-02-16
- Page
- Seite 98 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226039-3226048--15917-3244739- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
08 a«S fern 14. Jahrhundert, zum Beweise für den Glaube» an Seelenwanderung. h) Ein Brief deS R. Ahron b. MafchUllam an R. Meir Hallevi zu Toledo, aus dem 13. Jahrhundert. i) Brief eines R. Hillel, geschrieben um 1291—92 in Forli, für die zu Anfänge jene- Jahrhunderts hart angegriffene Lehre deS Maimonides. Mit einer sehr gelehrten Anmerkung ÄirckheimS. K) Zwei Schreiben des Maimonides. l) Ein Gesang von Abraham b. Ezra. Wir glauben, daß es nur dieser Inhaltsangabe bedarf. um Freunve der hebräischen Literatur anzuziehen. Die Ausstattung des Buches läßt nichts zu wünschen übrig. I. M. Jost. Aus Galizien, im Februar. Man bittet um gefällige Beantwortung nachstehender literarischen Anfrage. In No. 39. des Jahrgangs 1856 der Allg. Ztg. d. Jdth. kommen unter der Rubrik „Literarische Nachrichten" aus Mitau die Titel und Inhaltsangaben mehrerer hebräischer Werke vor, die sämmtlich in Wilna erschienen find. Mehrere Freunde der hebräischen Sprache und Literatur in Galizien wünschten diese Werke zu besitzen, wissen aber nicht, auf welche Art sie solche von Wilna beziehen können. Die Fritzsche'sche Buchhandlung in Leip. zig wird daher ergebenst ersucht, in diesem Blatte anzeigen zu wollen: 1) ob sie jene Artikel auf dem Lager hat? und ist das nicht der Fall, 2) ob sie in der Lage ist und geneigt wäre, jene Werke zu beziehen? Ein Freund der hebräischen Sprache und Literatur im Ramm Mehrerer. Wiener Driefe von H. Zirndorf. VI. Nec inglofium fuerit, in ipso terrarum ac naturae fine cecidisse. Tacitas, Agricola. Am 26. November vorigen Jahres haben sie dahier einen Mann zur Erde bestattet, der in vielen Beziehungen unsere Aufmerksamkeit verdietit. Dieses 83jährige Leben war nicht in den Reihen Israels erblüht) und doch war der Helden - urw SiegeSgang dieses greisen Kämpfers zu iüttig verwandt dtr Wiege und den Heiligthütnern unseres Stammes, als daß wir ihn verläugnen dürsten. Joseph Freiherr von Hammer- Putgstall ist nicht mehr; mit ihm erlosch einer der letzten Sterne aus der großen Geisterphalanr des achtzehnten Jahrhunderts. Eine lange, unabsehbare Laufbahn liegt abgeschlossen vor uns, und das Auge müht sich umsonst ab, diesen Reichthum zu bewältigen. Die Geschichte der Wissenschaften, immer bemüht, die größte wie die kleinste That schöpferischer Kraft mit einem leicht faßlichen Gattungsbegriff zu bezeichnen, hat den großen Todten als einen Orientalisten in ihrem Herbarium vermerkt. Fürwahr, die Kategorie müßte erst noch entdeckt werden, die umfassend genug wäre, auf einen Mann wie Hammer-Purgstall sich zu erstrecken. Allerdings nach den ewig duftigen Gärten des Morgenlandes hat schon den Jüngling ein Zug mächtiger Sehnsucht hingewiesen; aber seine Arbeiten übersteigen das Maß der Fachliteratur in so rieflgen Dimensionen, daß er viel eher zu den großen Trägern der Weltliteratur gezählt wird, zu jenen Sendboten der ächten Cultur, die Vermittelung und Verständniß zwischen den Völkern der Erde anbahnen, für die Herstellung eines edleren Menschenthumes wirken und als leicht beschwingte Gottesboten die Strömung des Weltgeistes von Pol zu Pol tragen. Schon in diesem Sinne dürfen wir nicht versäumen, einem so erhabenen Schatten den besten Ehrenplatz in den Jahrbüchern jüdischen Geistes anzuweisen. Es ist bekannt, wie dieser Forscher in den Sprach- und Schriftgebieten aller Idiome, die dem hebräischen stammverwandt find, nach seltenen Schätzen grub. Sein vielumfaffender Blick verfolgte die Fundgruben jener Schriftdenkmäler weit, weit zurück, bis dahin, wo ihre Quellen und Ursprünge nachbarlich neben den Ursprüngen der späteren jüdischen Redekünste lagern. Die strebenden Geister Israels werden eine große und lohnende Aufgabe haben, wenn sie diesen vielfältigen Winken und Nachweisungen folgen wollen. Auf diesen Spuren werden wir Licht und Klarheit erhalten über so manche dunkle Räthselfrage im Gebiete des jüdischen Mittelalters, seiner Kunst, Geschichte und Art. Wie mancher stattliche Torso liegt noch angestaunt aber unverstanden unter den Denkmälern der Vorzeit, der unter solcher Leuchte Haupt und Basis gewinnen, ja züm Leben erwachen möchte, anstatt daß er jetzt, eine Zielscheibe der abenteuerlichsten Eregese, halb verschüttet erscheint unter dem Staube kundiger Scholiasten. Und doch