Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 8 (16.2.1857)
- Date
- 1857-02-16
- Page
- Seite 97 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3226039-3226048--15916-3244738- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
97 The Jewish Martyr, a biographical sketch of Rabbi Akiba. By Michaelis S il b erst ein. London. Eine ausführliche und schön geschriebene Biographie dieses großen jüdischen Geisteshelden, wobei jedoch die neuesten Arbeiten über die Epoche Akiba's nicht benutzt find. Eine Ueberfttzung, ins Deutsche für das Volk wäre angemessen. Frankfurt am Main, im Januar. Ich erachte es für eine angenehme Pflicht, auf nützliche und lehrreiche Erscheinungen der jüdischen Literatur aufmerksam zu machen, tfm so mehr, als die meisten in öffentlichen Blättern sie nicht det Erwähnung würdigen, wenn ihr Inhalt sich nur auf den Kreis des Judenthums beschränkt» Dieser ist jedoch ausgedehnt genug, um den Geisteserzeugnissen auf seinem Gebiete Vorschub zu leisten, sobald dazu eine Anregung gegeben wird. So Mancher ist gern bereit, das Gute zu fördern, auch wenn nicht persönliches Vedürfniß dazu antreibt, eine empfundene Lücke auszufüllen und fich nach einschlägigen Werken umzusehen. Die Unterstützung geistiger Unternehmungen ist auch ein Verdienst. Vor mir liegen eben drei kleine Schriften von sehr verschiedenem Inhalt, welche ich der Beachtung anempfehlen möchte. 1) Schire Jeschurun, gottesdienstliche Gesänge, com* ponirt von I. M. Japhet. In drei Abtheilungen. Frankfurt a. M. 1856. Der Künstler hat sich die Ausgabe gestellt, die herkömmlichen ächt charakteristischen Melodien in möglichster Einfachheit, mit vierstimmigem Chore, der Art auszuarbeiten, daß sie auch ohne Beihülfe einer Orgel oder musikalischer Instrumente die erwartete Wirkung thun. Als gründlicher Kenner des hebräischen Textes hat er auch verstanden, die Töne diesem angemessen einzurichten. Das Zeugniß des kurhessischen General - Mufikvirectors S p o h r in Cassel, welcher die Kompositionen des Herrn Japhet correct in der Harmonie, einfach in der Modulation und demnach leicht ausführbar findet, gäbe allein schon genügende Bürgschaft für das, was hier geleistet worden. Wir berufen uns aber auch gern auf einen jüdischen bedeutenden Künstler, welcher der Synagoge noch nicht entfremdet ist, und sich in folgenden Worten darüber aus- Micht: „Die gottesdienstlichen Gesänge, componirt von Japhet, entsprechen ihrem Zwecke so vorzüglich, daß ich mir es zum hesondern Vergnügen mache, dieses Werk zum Gebrauche bei dem Gottesdienste in der Synagoge zu empfehlen. Eduard Eliason." Der Name dieses ausgezeichneten Musikerist weit und breit bekannt, und sein Urtheil überhebt uns jeder weitern Besprechung des Merkchens, welches auch durch Wohlfeilheit die Anschaffung sehr erleichtert. 2) Eine neue Ausgabe deS vwN r\iW2, Frankfurt am Main 1857. Die 613 Vorschriften nach der Ordnung des Pentateuchs, wie solche Maimonides darstellt, zugleich mit den abweichenden Auffassungen der mbviä, des R. More b. Nachman, des Vna mat» .ybd, des pp idb, und des -wdz hinzugefügt sind die rabbinischen Vorschriften und Anordnungen, die 7 noachidischen Gesetze und 18 allgemeine Regeln. Durchgesehen und berichtigt von I. V. Gins. Der Gesetzsammlung des Maimonides find noch seine 14 Grundsätze, betreffend sein Verfahren in derselben vorangestellt. Das Werk schließt mit einer Darlegung der 13 Jnterpretationsregeln und endlich mit einer kurzen Ueberficht aller Gebete. Das Ganze ist natürlich blos in hebräischer Sprache. Die Ausgabe zeichnet sich aus durch Schönheit der Schrift und der ganzen äußern Erscheinung. 3) v^pr eine sehr lehrreiche und theilweise unterhaltende Sammlung bis dahin nur handschriftlich vorhandener Abhandlungen, Aufsätze und Gedichte, theils religiösen, theils wissenschaftlichen, theilS sittlichen Inhalts, herausgegeben von Eliezer Aschkenasi aus Tunis. Frankfurt a. M. 1854. 78 S. gr. 8. in Quadratschrift. Die Sammlung enthält folgende Stücke: a) rmrp eine allerliebste Dichtung, deren Gegenstand ein Weiberfeind ist. Von einem spanischen Dichter, Jehudah Hallevi b. Isaak oder b. Schabthai aus dem Jahre 1318. Schon in Venedig gedruckt, aber hiernach einer Londoner Handschrift. b) Eine Religionsdisputation (m^i) von Isaak b. Folkar, ebenfalls aus jener Zeit, gerichtet gegen die Angriffe des Proselyten Alfonso di Valladolid. c) ovjon nspN, eine Art Religionsphilosophie von Abraham Chajim Viterbi aus dem Jahre 1695. d) -ivinn 'D, eine Sittenlehre, von dem berühmten Joseph b. Caspi, über dessen Werke bereits Kirchheim zu Werblumers Ausgabe des r>v2 berichtet hat. Nach zwei Handschriften. e) Zwei Rechtsgutachten des R. Hai, aus einer Sammlung in Wien. k) Ytt *p von Leo da Modena, aus einem Codex zu Oxford, gegen Seelenwanderung. g) Ein Rechtsgutachten des R. Ascher b. Jehuda 8*