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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-02-09 · Heft 7 (9.2.1857) · p. Seite 87

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 7 (9.2.1857)
Date
1857-02-09
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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87 Berlin, 26. Januar. (Privatmitth.) Gestern feierte in unserer Stadt der hier sehr beliebte und hochgeschätzte Herr Joseph Lehmann, Redacteurdes „Magazin deS Auslandes", daS 25jährige Bestehen dieses Journals. Der Jubilar, der früher als Mitglied des hiesigen Vorstandes und Mitgründcr mehrerer Vereine sich um die Gemeindezustände sehr verdient gemacht hat und seit 1849 als Director der niederschlesischen Zweigbahn in Glogau fungirt, hatte sich an diesem Tage der schönsten Zeichen allgemeiner Freundschaft und Achtung zu erfreuen. Von einem Kreise hiesiger Freunde wurde ihm ein silberner, von den Emblemen des Journals geschmückter Pokal überreicht, von seinen Amtscollegen und den Stadtverordneten Glogaus ein daS Bildniß der Familie tragendes Album mit Zeichnungen, Denksprüchen und Gedichten übersandt, und außer vielen von hochgestellten Männern ausgehenden Gratulationsschreiben warb ihm auch ein solches von dem leutseligen und humanen A. v. Humboldt zu Theil, in dem derselbe seine warme und innige Theilnahme an dem glücklichen Erfolg der an- und ausdauernden Thätigkeit des Herrn Lehmann, so wie das Bedauern auSdrückt, daß er für den Abend in seiner Familie schon versagt sei und somit dem Festessen nicht beiwohnen könne. An letzterem betheiligten sich wohl circa 150 Personen, worunter der wirkliche Geh.-Rath und Regierungs-Chef-Präsident Se. Ercellenz der Graf Rittberg, der General-Post-Director Schmückert, der Geh. Oberregierungsrath a. D. Jacoby. Die Stimmung der Gesellschaft war bei den mannigfachen Toasten, Vorträgen und Festliedern eine sehr heitere; ein von Herrn Dr. Veit eigends dazu verfaßtes Gedicht fand ganz besondern Beifall. Herr Dr. Schaster sprach in einem schönen Trinkspruch den Wunsch aus, daß die deutsche Literatur im Auslande die gleiche Anerkennung finden möge, welche die ausländische durch das Magazin in Deutschland erfahren habe. — t. Berlin, 30. Januar. (V. Z.) Am 28. d. M. hielt der Verein „Zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen" seine jährliche General-Versaiymlung ab, nachdem der Vorstand desselben vor etwa acht Tagen eine Bilanz der Jahre 1855 und 56 ausgegeben hatte. Aus dieser und dem ergänzenden Berichte des Schriftführers entnehmen wir folgende Data für die Oeffentlichkeit, weil dieselben auch in weiteren Kreisen Interesse erregen dürften. — Der Verein begann seine eigentliche Thätigkeit im Jahre 1854 mit Unterstützung zweier Lehrer; das Jahr 1865 begann unter wenig heitern Aussichten, der Verein zählte nur 120 hiesige und etwa 30 auswärtige Mitglieder mit einem jährlichen Beitrage von etwa 260 Thlrn., und doch waren vergrößerte Ansprüche zu erwarten; da legte der Vorstand einen höchst lobenSwerthen Eifer an den Tag, die Einkünfte zu vermehren, und diesem regen Streben, besonders der Vorstandsmitglieder Herren Löwenherz,M. Magnus und I. Leipziger ist eS zu verdanken, daß im Laufe deS Jahres 1855 die Zahl der hiesigen Mitglieder biS auf 280 mit einem jährlichen Beitrage von etwa 700 Thlrn. und im Laufe des JahreS 1856 die der auswärtigen bis auf 70 mit einem jährlichen Beitrage von etwa 90 Thlrn. stieg. Das Vereinsvermögen betrug ultimo 1854 3324 Thlr.; die Einnahme des Jahres 1855 auS Beiträgen, Zinsen und Geschenken 668 Thlr.; verausgabt wurden in Unterstützungen an 6 Lehrer (4 hiesige und 2 auswärtige) 335 Thlr., anderweitig 48 Thlr.; das Vermögen wuchs um 285 Thlr. und betrug ultimo 1855 3609 Thlr. Die Einnahme des JahreS 1856 aus Beiträgen, Zinsen und Geschenken stieg bis auf 996 Thlr., verausgabt wurde in Unterstützungen an 6 Lehrer (3 hiesige und 3 auswärtige) 422 Thlr., anderweitig 47 Thlr.; dgS Vermögen wuchs um 528 Thlr. und betrug ultimo 1856 4136 Thlr. — Dies sind die Thatsachen; dieser junge Verein schließt sich so älteren, allgemeineren Instituten dieser Art würdig an und darf sich nunmehr, ohne Ueberhebung, als ebenbürtig betrachten. Jeder wahre Menschenfreund wird dieses Resultat um so freudiger begrüßen, wenn er erwägt, daß der Verein für eine Classe von Lehrern gegründet, die während ihrer Thätigkeit gewöhnlich nur ein sehr beschränktes Einkommen, meist ohne Anspruch auf Pension, haben und die, weil nicht alS öffentliche betrachtet, weder an eine staatliche noch an eine Communal-Pensionskasse für Lehrer sich betheiligen können; den Juden dagegen muß die rege Theilnahme für dieses Institut zu besonderer Freude gereichen; sie bestätigt von Neuem die alte Wahrheit: so unendlich weit auch die religiösen Ansichten der Bekenner des Judenthums in der Gegenwart auseinander gehen mögen, das höchste Princip desselben, die thätige Bruderliebe, wurzelt noch immer fest in dem Herzen seiner Kinder. Im GotteShause giebt es vielleicht Parteien, doch gilt eS, drau«

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