Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 6 (2.2.1857)
- Date
- 1857-02-02
- Page
- Seite 77 (sequence 11)
- Language
- German
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m at’A Vorsteher der am meisten betroffenm Gemeinde» dieserhalben beim hohen Ministerium petitionirten, wurde die Sistirung dieser eben so ungerechten wie widergesetzlichen Maßregel angeordnet. Es stellte sich nachgerade heraus, daß diese Verordnung, welche die Juden der Preßburger Statthaltereiabtheilung vom Genüsse der Grundentlastung, zu deren FondSbildung sie doch auch beitragen — ausschloß, blos eine Eigenmächtigkeit der betreffenden Grundentlastungs-Commission war, welche in ihrem Diensteifer die Consequenzen des Güterankaufs-Verbotes auch rückßchtlich der Urbarialablösung deutete. Es genügte daher blos ein einfaches Appellat an den gesunden Rechtssinn des hohen Ministeriums, um den angestrebten Zweck zu erreichen. Wögen daher die genannten Männer im Bewußtsein von dem glücklichen Erfolge ihrer uneigennützigen Bemühungen ihren schönsten Lohn finden. Sie habest sich hierdurch nicht nur den Dank so vieler Kundert ist ihrem Wohlstände und ihren innigsten Lebensverhältstiffest bedrohter Familienväter erworben, sondern auch auf die verdiente Anerkennung der israelitischest Gesammtheit vollgültigen Anspruch. Möge daher ihr edles, weder Zeitnoch Geldopfer scheuendes Beispiel auch andere strebsame und befähigte Männer des Landes zu ähnlichen Kundgebungen ihres GemeinsinneS aneifern! — Simon Bacher. Frankreich. Paris, 13. Januar. Das Januarheft des „Univers israelite“ beginnt mit einem Artikel,. der die Ueberschrift führt „Consistorial-Unduldsamkeit", und welcher sich über ein Factum beklagt, das, wenn eS wirklich dem Berichte entspricht, ip der Thal beklagenswertst genannt werden muß. Das Univsrs israelite war in seinem Eifer für die Stabilität heftig gegen die Beschlüsse der Conferenz der Großrabbinen aufgetreten. Nun ist der Redacteur dieser Monatsschrift, Herr S. Bloch, feit 15, Jahren bei dem Centralconsistorium beschäftigt. Weyn wir nicht irren, so fungirte Herr Bloch als Secretär der genannten Behörde überall, wo der eigentliche Secretär, Herr Munk, wegen seines AugenübelS nicht auSreichcn konnte. Wie Herr Bloch behauptet, hat er alle seine Pflichten aufs Strengste erfüllt, was er damit beweist, daß er in diesem langen Zeitraum sich niemals eine Rüge Seitens seiner Vorgesetzten zugezogen. Vor Kurzem decretirte nun das Centralconsistorium, daß er zwischen feinem Amte und der ferneren Redaction des Univers zu wählest habe, wie Herr Bloch hinzufügt „zwischen seinem Brote und seinem Gewissen". Er habe auf die Stimme semes Gewissens gehört und sei entlassen. Seit langer Zeit sei dieser Schlag bereits vorbereitet, und seine Bemerkungen gegen jene Beschlüsse nur der letzte Vorwand. Daß sich Herr Bloch über diese Unduldsamkeit mit den härtesten Ausdrücken beklagt, ist nicht zu verwundern. Waö uns betrifft, so gilt es, um ein Urthejl bilden zu können, zuvor auch den anderen Theil zu hören. Wäre Dem ganz so, wie Herr Bloch berichtet, so könnten wir allerdings auch für unsre Entrüstung nicht Worte genug finden. Auch wir unsrerseits haben zu sehr zu aller Zeit die Waffen gegen die Unduldsamkeit geführt, auf welcher Seite diese auch stehe, um nicht unsre Stimme gegen einen solchen Act erheben zu müssen. Wenn wir Israeliten leider! zu oft gegen die Unduldsamkeit Andersgläubiger wider unS zu protestiren haben: wie wollen wir uns rechtfertigen, wenn wir sie unter einander ausüben? Wenn insbesondere die freisinnige Partei die Unduldsamkeit der Orthodoxen nicht selten schmähet und zu schmähen Ursache hat: was will sie zu ihrer Rechtfertigung anführen, wenn sie selbst dieser Geißel der Menschheit zur Handhabe dient? So sehr wir daher den Herrn Bloch bedauern, so wünschen wir doch, daß das Centralconsistorium Frankreichs sich wegen dieses Schrittes zu rechtfertigen genügende Veranlassung fände. Anzeigen. i»s Restauration und Gastwirtschaft von I. Hirscltel, Dresden, Tiipfergasse No. 13. 1. Etage, empfiehlt freundliche Wohnung und Nachtquartier. Die Gemeinde Bnai Jesliurun zu New-Uork sucht einen rriip hsni irn, welcher fähig ist, ein Chor zu unterrichten und zu leiten, so wie auch alle Theile des öffentlichen Gottesdienstes (laut W2B81 Tbio araa) mit 6**