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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-02-02 · Heft 6 (2.2.1857) · p. Seite 71

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 6 (2.2.1857)
Date
1857-02-02
Page
Seite 71 (sequence 5)
Language
German
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11 daß Eltern sich nicht dazu verstehen wollen, ihre Söhne für ihr ganzes Leben zu unterthänigen Dienern eigennütziger Leute zu machen? — Ach, thäten doch die Gemeinden hier die Augen auf, daß sie erkennen möchten ihre Schuld, damit nicht eine Zeit Hereinbreche, da sie dann nach Lehrern fragen werden, ohne Antwort zu bekommen, da sie ihren Kindern Erzieher wünschen, ohne sie zu erbalten. — Und eine solche Zeit kann nicht ausbleiben, oder aber es müssen Subjekte sich zu Lehrern darbietcn, denen ein um daS Wohl seiner Kinder wahrhaft besorgter Vater sie nicht anvertrauen kann. Lehrer, die es treu und aufrichtig meinen, werden sich fernerhin nicht mehr finden lassen. Denn sie können cs vor Gott und vor ihrem Gewissen nicht verantworten, ein dienstbares Werkzeug der Gemeinde zu sein, da sie Werkzeuge GotteS sein sollen. Werden sie als solche erst wieder anerkannt und ausgenommen, und verbindet sich die Gemeinde mit ihm zur Erreichung der ihm längst bestimmt gestellten Aufgabe, so wird eS nicht fehlen, daß Beide, Lehrer und Gemeinde, verbunden in einem Streben, fortan in segensreicher Gemeinschaft stehen und Kinder erzogen werden zum Preise Gottes und zur Freude der Eltern und der ganzen Gemeinde. Wo aber dem Lehrer allezeit die Hände gebunden sind, so daß er, ohne seine Stellung und damit seine Subsistenzmittel zu riskiren, nicht wagen darf, als Erzieher nöthigenfallö mit Strenge einzugreifen, da kann es nicht fehlen: eS werden Kinder heranwachsen, die, weil sie nicht lernen durften, ihren Willen zu brechen, ihren Eltern ein Herzeleid und Gott ein Greuel werden; die aber in der Ewigkeit ein schreckliches Wehe über ihre Eltern herabrufen, die nicht so viel Li.be zu ihnen gehabt haben, sie durch treue Lehrer auf den Weg deö Friedens führen zu lassen. Einsender dieses weiß gegen die kurz angedeuteten Uebelstände kein anderes Mittel, alS daS der definitiven Anstellung der jüdischen Lehrer. Die Gemeinden sind im Allgemeinen aus dem Grunde aber dagegen, weil sie befürchten, der Lehrer werde alsdann untreu in seinem Berufe werden. Aber widerlegt dies nicht die Erfahrung? Man sehe in die bayersche Rheinpfalz oder nach Hannover; hier sind die Lehrer definitiv angestellt und wirken in Einigkeit mit ihren Gemeinden, und darum in Segen. Lehrer aber, welche sich blos durch die Furcht, ihren Platz wieder zu verlieren, zur pünktlichen Abhaltung der vorgeschriebenen Stunden bestimmen lassen, richten doch nichts aus, und sollten diese nach erfolgter fester Anstellung als untreu und gewissenlos sich erweisen, so steht es der Gemeinde dennoch immer frei, deren Amtsentsetzung zu bewirken, und wird solches Niemand übel aufnehmen, im Gegentheil wird es gewissenhafte Lehrer nur freuen, wenn dergleichen Miethlinge nicht ferner als Verderber unter unserem Volke thätig sein dürfen. Wenn hiernach den Gemeinden der größte Theil der Schuld davon, daß der Lehrer immer weniger werden, zur Last gelegt wird, — und es ist von ihrer Totalschuld nur ein Theil angeführt, und könnte ich noch Vieles aufzählen, wenn ich nicht Scheu trüge, etwas zu veröffentlichen, dessen wir uns schämen müßten Einer vor dem Anderen, — so fällt doch auch ein Theil der Schuld auf die Lehrer selbst, sofern sie, um auch hier wiederum nur eins anzuführen, es an der gehörigen Würde, in der sie als Lehrer, d. i. als Werkzeuge GotteS, überall erscheinen sollten, mangeln lassen, so daß eS gar nicht zu verwundern ist, wenn die Gemeinden einen Lehrer für nicht zu gut zu Knechtsdicnsten halten. Dock weiß ich wohl, daß ein Lehrer äußerlich nicht seinem Stande würdiglich wandeln kann, wenn er nicht zuvor innerlich die verlorene Würde hat wieder erlangt. — Solche Lehrer aber kommen nicht, weil sie durch Eingehung eines sie bindenden Contractes ihr Gewissen nicht verletzen wollen, würden aber auch wieder unter uns, wie auch anderswo und unter den Christen, erstehen, wenn sie fest angestellt würden. Ich wünsche nur, daß die Gemeinden sich über ihr Verhältniß zu ihren Lehrern, und diese zu ihnen doch einmal recht klar werden und erkennen lernen möchten, wohin das bisher innegehaltene Verfahren führt. S. Rüben. Berlin, 26. Januar. Ein Fest, welches sich seltener begeht, als man glauben sollte, das des 25jäbrigen Bestehens eines Journals, und überdies unter dem nämlichen Redakteur, wurde am Sonntag Abend für daS Journal „Magazin des Auslandes", redigirt vom Direktor Joseph Lehmann, im Arni m'schen Saale gefeiert. Schon am Vormittag deö Tages waren dem Führer des Blattes vielerlei Zeichen warmer Theilnahme an dem glücklichen Resultat seiner andauernden Thätigkeit zugegangen. Ein Kreis von Freunden hatte ihm einen von Hossauer gear-

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