Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 6 (2.2.1857)
- Date
- 1857-02-02
- Page
- Seite 68 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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68 imt würden ihre Kinder martern nur aus Haß gegen das Christentum! Wie soll man es bezeichnen, wenn man die unglücklichen Eltern und die unglücklichen Kinder nicht — bedauert, sondern das ihnen bereitete Schicksal noch verhöhnt, indem man sie des Hasses bezüchtigt! Wir wollen nicht ausführen, was es heißt, Kinder von den Eltern nehmen und sie willenlos einer andern Religion zuführen — aber das müssen wir die raffinirteste Grausamkeit einer deutschen Zeitung nennen, wenn sie nun noch dazu die Betroffenen der größten Greuelthaten beschuldigt. Gott sei Dank! das Judenthum war solcher Greuel stets frei, und wir schleudern solche Beschuldigungen nur auf Die zurück, welche sie vortragen! Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Die Versendung der ersten diesjährigen Sendung nimmt einen raschen Verlauf. Die Versendung im Einzelnen haben ferner gütigst übernommen: in Pommern Herr Rabbiner Dr. Meisel in Stettin; in Preußen Herr Kaufmann I. Lebegott in Tilsit, Herr Banquier S. Falkenheim in Elbing, Herr Buchhändler I a c o b y in M a r i e n w e r d e r; für H a m b u r g und Holstein die V e h r e n d s o h n'sche Buchhandlung in Hamburg; im Königreich Hannover Herr Oberlehrer Dr. M. Wiener; in Westphalen und Rheinprovinz Herr Lehrer Blumenau in Bielefeld, Kohen in Uedem, v. d. Beek'sche Hofbuchhandlung in Neuwied, Herr Lotterie-Ober-Einnehmer I. Levy in Aachen; für Württemberg und Baden Herr Buchhändler Heß in Ellwangen; für Schweiz und Frankreich Herr Rabbiner Nordmann in Hegenheim; für die Pfalz Herr Rabbiner Dr. Grünebaum in Landau. Literarischer Wochenbericht. Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft Bd. XI. Heft 1. Es interessirt uns speciell in diesem Hefte: über die Lage des alten Debir im Stamme Juda, von vr. G. Rosen; derselbe fand vevir mit Entschiedenheit in dem fünf Viertelstunden von Hebron entfernten Dewirbän wieder. — Entstehung und Beschaffenheit des fönikisch - hebräischen Alfabetes, von Professor vr. Wuttke. Der Verfasser weicht von allen bisher geltenden Ansichten ab. Er läugnel den Zusammenhang zwischen der ägyptischen Hieroglyphik und dem hebräischen Alphabet; er läugnet, daß die althebräischen Buchstaben — bei denen man doch von der späteren Quadratschrift abstrahiren muß — Bilder bestimmter Gestalten, und in den Namen der Buchstaben die Benennungen eben dieser Gestalten zu finden seien, sondern behauptet, daß das phönikisch-hebräische Alphabet eine Strichelschrift sei, vorwiegend aus geraden Strichen, wie der ursprüngliche Veschreibestoff räthlich machte, indem man zuerst in Stein, Metall oder Holz Züge eingrub. Die Namen der Buchstaben scheinen diesen daher nachträglich beigelegt zu sein. Der Verfasser bekennt sich ferner zur Annahme von fünf Grundvocalen und sieht in den frühesten Terten wirklich Vocale geschrieben; Aleph entspricht dem a, He dem e, Chet dem h, Jod dem i und j, Ain dem o, Vav dem u und v. Die Begründung dieser, so wie andrer Sätze ist noch eine sehr hypothetische, und kann nur als eine anregende gelten, den interessanten Gegenstand neuer Untersuchung zuzuweisen. — Einige kleine Aufsätze von Prof. vr. S t ä h e l i n: die Zahlen im Buche Daniel; über die Wanderungen des Centralheiligthums von Eli bis zu Schelornoh. — Jnedirte jüdische Münzen, gesammelt in Palästina und mitgetheilt von H. C. Reichardt in Cairo. Es sind 3 von Simon 143 bis 135 vor d. gew. Zeitr., im Avers Kelch mit der Jahreszahl, im Revers in drei Theile gespaltener Zweig, der in drei Blumen ausläuft. Drei von Herodes dem Großen 40 — 4 v. d. gew. Zeitr., Avers Krug, mit Rundstab verzierter Bauch, seitwärts ein Palmenzweig, bei der dritten eine Art Helm mit zwei Palmenzweigen an jeder Seite. Der Revers der dritten BA2JAES22 HPQ- AOY um einen Kranz geschrieben, inmitten das Monogramm P. Ferner acht Münzen von Simon Barkochba 132 — 136 n. d. gew. Zeitr., die meisten auf dem Revers innerhalb eines Lorbeerkranzes, auf dem Avers Snb dto mit zwei neben einander stehenden Trompeten. Endlich zwei von Agrippa IT. So eben kommt uns das zweite Programm des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau zu. Es enthält eine Abhandlung ,,Ueber Sabbathjahrcyclus und Jobelperiode", von vr. B. Zuckermann, welcher diesen kritischen Gegenstand mit umfassender Kenntniß und großer Klarheit vorträgt, wenn freilich nur wenige Punkte zu sicherem Resultat geführt werden können. Der Verfasser bespricht zuerst die Frage, ob das Jobeljahr das