Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 4 (19.1.1857)
- Date
- 1857-01-19
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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44 „Nordamerikanische Skizzen". Im Drucke sind fast bis zum Schluffe gediehen: „Jost, Geschichte des Judenthums und seiner Secten. Erste Abtheilung, Buch 1., 2. und 3.", „Hamburger, Real-Encyclopädie der Hagada. Erste Abtheilung." „Ueber die Piutim." „Abonnenten-Verzeichniß", und „Zweiter Jahresbericht." Wir bemerken hierbei, daß die vom Institute im ersten Jahre subventionirten Werke: „Steinheim, die Glaubenslehre der Synagoge", 1 */» Thlr. für die Abonnenten des Instituts, „Sefer Harikma" 1 Thlr., und „Lerem Cliemed Bd. IX, 20 Ngr. durch den Buchhändler Oskar Seiner in Leipzig, den Versender des Instituts, zu beziehen sind. Welche Werke im zweiten Jahre subventionirt werden sollen, wird erst im März d. I. bestimmt werden, wenn die diesjährigen Rechnungen des Instituts im Großen abgeschlossen werden können, um jedes Deficit zu vermeiden. Literarischer Wochenbericht. Der Flügelschlag der jüdischen Literatur hat sich von Neuem belebt, und der Erscheinungen giebt es jetzt so viele, daß es der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" mit ausführlichen Kritiken ihnen zu folgen schwer wird. Und doch halten wir es für eine der dringendsten Pflichten unsres Blattes, die Leser stets mit den neuesten Produkten der jüdischen Literatur bekannt zu machen. Es ist daher unsre Absicht, von jetzt ab kurze Skizzen aller der im Laufe der Woche eingegangenen Schriftwerke Nummer nach Nummer zu geben, um nicht mit so Vielem in Rückstand zu bleiben, wie es bis jetzt geschehen. Es wird damit natürlich nicht ausgeschlossen, bedeutendere Erscheinungen noch besonders zu besprechen. Wir beginnen. Die Pesther israelitische Haupt- und Unterrealschule hat so eben für das Schuljahr 1856 ein „großes Programm" ausgegeben. Es geschieht dies auf Anordnung der k. k. Negierung, und bringt uns dieses Programm zuerst Gedanken über den Nutzen solcher Programme von Arnold Klaber, dann geschichtliche Skizzen dieser Schule von Ignatz Reich, welche am 8. September 1814 eröffnet wurde, und jetzt aus einer Kinderbewahranstalt mit 170 Schülern, Vorbereitungsclasse mit 123, vierclassige Hauptschule mit 361, Unterrealschule mit 49, Mädchenschule mit 106, Sonntagsschule mit 89 Zöglingen, zusammen 893, und 15 Lehrern und Lehrerinnen bestehet. Es folgen Abhandlungen über den deutschen und ungarischen Sprach- und Stylunterricht von vr. Joseffy, Naturwissenschaftliches von Salomon Krön, Nutzen der Buchstabenrechnung in der Unterrealschule von Salomon Kohn, und Statistik der Schule. Volkskalender und Jahrbuch der Israeliten auf das Jahr 5617 von K. Klein. Der Inhalt dieses Jahrbuches ist in der That ein sehr mannigfaltiger. Außer einer großen Menge Gedichte, Legenden, Sagen von vielen Verfassern, heben wir hervor die Lebensgeschichte Haindorf's von Honcamp, den Rückblick vom Herausgeber, die Bücherschau von Levysohn, den Sabbath-Chanukka-Abend von Fonnstecher. — Hiermit verbinden wir die Anzeige der zweiten Auflage des diesjährigen Jahrbuchs von Joseph Wertheimer in Wien. Es hat mehrfache Verbesserungen und Vermehrungen erhalten, besonders sind in dem Rückblick noch eine Menge Facten nachgetragen worden. — Wir empfehlen die zweite Auflage der Confirmandenscheine für Israeliten, die so eben bei Gebrüder Bänsch in Magdeburg und Leipzig erschienen. Sie sind höchst elegant ausgestattet, und dabei zu sehr wohlfeilen Preisen gestellt. Eine sehr rühmliche Erscheinung ist der zweite Band der Predigtskizzen von vr. Eduard Kley, das zweite Buch Mosis befassend. Vor zwölf Jahren erschien der erste Band, und wurde von Sachkundigen mit Beifall begrüßt. Die Predigtweise Kley's hat zwei Eigenschaften, die wir rühmend hervorheben; erstens, daß er seinen Vorträgen eine gute, logische Disposition zu Grunde legt, zweitens, daß er weniger theologisirt, aber desto mehr das wahrhafte religiöse Bedürfniß des Individuums beachtet. Wenn daher diese Skizzen weniger Bedeutung für das Judenthum im Ganzen haben, so entschädigen sie durch die Fülle religiöser Gedanken und Gefühle, die sie in den Israeliten als Persönlichkeiten erwecken. Von diesem Gesichtspunkte aus empfehlen wir diese Skizzen den jüngern Predigern zum eifrigen Studium, zu einem nachhaltigen Gegengewicht gegen die Einseitigkeit der neuesten Richtung. Es liegen hier übrigens nicht dürre Predigtgerippe vor, sondern es ist so viel von der Ausführung mitgegeben, daß sich diese Skizzen auch zur erbaulichen Lectüre eignen. Fügen wir die kurze Anführung von Schriften hinzu, welche Glaubensgenossen zu Autoren haben, ohne daß jene das besondere Gebiet des Judenthums berühren. „Der junge Dichterfreund. Sammlung von Gedichten zu Hebungen im mündlichen Vortrage in Schule