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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-01-12 · Heft 3 (12.1.1857) · p. Seite 32

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 3 (12.1.1857)
Date
1857-01-12
Page
Seite 32 (sequence 6)
Language
German
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32 Jephta als der männliche Vertreter seiner Zeit entgegen. Er, der in muthloser Zeit das Panier des heiligen Krieges schwang, er, der ein Krieger und ein Held war, darf wohl heißen der Mann seiner Zeit — 11112 ns"« — Aber er umgab sich mit leeren, gesinnungslosen Menschen 2,lp*>l Diö28: denn jeder Mann hat seine Zeit. Wenden wir uns zu der späteren Geschichte unseres Volkes unter der Herrschaft der Syrer, der Römer, der Perser, der Araber, nach Spanien — doch wozu Namen! Ist doch kein Land der Erde, das nicht mit dem Blute und den Thränen Israels getränkt worden. Uebcrall begegnen uns Männer, die ihrer Zeit zum Schmucke gereichen; hier die Heloenblüthe der Mackabäer, dort der begeisterte Märtyrer Mba, hier der große Lehrer Rabbi Juda Hanasi, dort R. Chisdai, in Persien der Fajumite Sadias, in Afrika der große Maimonides, R. Albo in Spanien, Hillel in Italien, Baruch in Wien, Mendelssohn in Deutschland. Aber auch außerhalb der Reihen Israels haben sich stets edle Fürsten zum Schutze und zur Vertheidigung unseres Volkes erheben: denn jede Zeit hat ja ihren Mann, und jeder Mann hat seine Zeit. Wären aber auch nicht diese Erfahrungen der Geschichte, schon die göttliche Vorsehung lieferte uns den Beweis, daß niemals die ganze oder auch nur ein Thei! der Menschheit völlig verfallen könne. 721 nip8 ^«b ‘7>12l2l YTTÖEttJ 1212 '172121 :ysn ':28b *fbi22 Aus Rubin bilde ich deine Zinnen, deine Thore aus Karfunkel, und all deine Grenzen aus Edelsteinen. Jesai. 54, 12. Möge das übrige Zeitalter auch in Nacht befangen liegen; die Spitzen und Höhenpunkte der Menschheit werden immerdar erstrahlen im Glanze eines regeren geistigen und sittlichen Lebens. ■p«® in -,'8 omsas 12 p8i2 111 ^b ■p« : 112772 12 Jede Heit hat ihren Abraham, jede Zeit ihren Moses. Aus diesem Satze, in seiner Anwendung, erfolgt nun eine Mahnung an Alter und Jugend. Diese in überströmender Fülle der Thalkraft darf nicht geringschätzig auf die Vergangenheit, deren Geist und Träger zurückschauen — 2'pn rs2'i2 ':272 Vor einem grauen Haupte sollst du dich erheben. Denn hinter dem Schnee des Alters ruhen die Saaten eines neuen Lebensfrühlings. Ipt r« mim Und das Ansehen eines Alten sollst du ehren! — Denn in jeder Furche ruht eine Erfahrung, die der Jugend zu statten kommt. :111 11 11312 12'2 2bl2 1172' 127 Gedenk an die Tage der Vorzeit, erforsche die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht. —■ Hat nun jeder Mann seine Zeit, so soll hinwiederum das Alter sich liebevoll an die Jugend anschließen, die berufen ist, das alte Werk mit neuer Kraft weiterzubaueu. :':il2 dpi Hin Sowohl rückwärts als vorwärts hast du mich gebildet. Pf. 139, 5. Das, was als Erfahrung abgeschlossen hinter uns liegt, festhalten, es erwärmen, fortspinnen, so daß es lebenskräftig in die Zukunft hinüberreicht; — so lautet das Gesetz aller geschichtlichen Entwickelung. 11121 118 1272 IpT 12'2N 21128 bl2 122272 :118 1272 Eine Denkmünze auf Abraham müßte auf einer Seite das Bild des Alters, auf der anderen das der Jugend zeigen. Denn durch das Jneinandergreifen von Alter und Jugend wird das Gepräge einer jeden Zeit bestimmt. So gelangen wir dazu, auch der Gegenwart Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ich bin, fährt er fort, kein Lobredner der Neuzeit. Ich gebe zu, daß Kaltsinn, Gleichgültigkeit, Zerrissenheit, Theilnahmslosigkeit sich in die Herrschaft der Geister theilen. Hier das krampfhafte Festhalten am Todten, dort die leichtfertige Vergeudung des Lebens. Aber es läßt sich nicht verkennen, daß auch unsere Zeit Männer besitzt voll Frömmigkeit und sittlicher Kraft, die Herz und Sinn haben für alles Gute, die kein Opfer scheuen, um das Edle zu fördern und rüstig mitbauen am Baue der Entwickelung der Menschheit. b2b 171121 112 2'll272 2'P'121l2 12pi 181 :iili 111 Der Heilige erwog, daß der Gerechten wenig sein würden; da vertheilte er sie auf jegliches Geschlecht. Ein Blick auf diese Gemeinde, ihre Häupter, diese Hauptstadt und ihre Würdenträger, giebt uns weitere Anhaltspunkte für unseren Satz: jede Zeit hat ihren Mann. Aber auch in die Zukunft können wir mit dem Ge-

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