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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-01-12 · Heft 3 (12.1.1857) · p. Seite 31

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 3 (12.1.1857)
Date
1857-01-12
Page
Seite 31 (sequence 5)
Language
German
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war es, der die Ehre der Menschheit damals rettete; Noah war der Regenbogen, der sich über den Untergang eines Weltalters webt; die Worte: Noah war gerecht und fromm in seinen Zeiten, diese Worte wölbten sich siegreich um den düsteren Himmel der Zeitgeschichte, ■nom nraittn mwam vüvr vnnn *0 üi»n Nb V2ibD rmm Nb :'h “[ 7.2 m 72 Denn ob auch Berge weichen und Hügel wanken, so wird doch meine Gnade von dir nicht weichen und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht dein Erbarmer, der Ewige. Jesaias 54, 10. Der Redner geht dann zu der Beleuchtung des Wortes vn-Hä über. Dies Wort hat bekanntlich die Erklärer in zwei Lager gespalten; die einen deuten es: „in seiner Zeit", die anderen: ,,trotz seiner Zeit." Wie dem auch sei, ob Noah gerecht und fromm genannt wird in seiner Zeit, oder trotz seiner Zeit: diese Worte vergönnen uns einen tiefen Einblick in die geschichtliche Entwickelung der Menschheit. Fassen wir sie allgemein, so ergiebt sich für uns ein Satz daraus von großer Tragweite: Jede Zeit hat ihren Mann, jeder Mann hat seine Zeit. Dieser Satz, voll beruhigender Kraft in einer Zeit sittlichen Verfalls, ist keineswegs so allgemein anerkannt, daß er nicht müßte vertheidigt werden. Dieser Satz wird bestritten, und es gilt, ihn zu beweisen. Er wird bestritten von dem Alter und nicht minder von der Jugend. — Der Redner ruft uns auf, einem Zwiegespräch zu lauschen zwischen Alter und Jugend. Das Alter hält seine Zeit für die beste und glaubt, alles Bedeutende gehe mit dieser Zeit unter. Weil es sich in diese Zeit eingelebt, so läugnet es, daß eine neue Zeit ebenfalls fortbildende Elemente im Schoße tragen könne; es klagt über die schöne Zeit, die dahingegangen. Die Jugend blickt mit Gleichgültigkeit auf die Gebilde der alten Zeit. Sie ist voll des Bewußtseins, daß sie selbst eine neue Zeit in sich trage, daß sie eine Zukunft habe. Die Jugend behauptet, sie wolle ganz Neues, Anderes, Schöneres schaffen, sobald ihre Zeit gekommen sei, sobald sie die Macht dazu habe. Beide wollen also eine Fortentwickelung der Menschengeschichte*); denn diese Entwickelung wird sowohl *) Dies scheint doch im Widerspruch mit dem eben Gesagten! Redact. bewirkt nach vorwärts als nach rückwärts. Indem aber diese beiden wechselnden Gestalten sich umschlingen, so wirken sie kräftig für das Ganze und sind die Träger einer organischen Entwickelung. vcpt 251 wn ‘■tfa •.ttön öbvrn nw nt pios — ja, jener Geist, der geschmückt mit einer Weltenkrone, königlich, majestätisch, göttlich durch die weiten Hallen der Weltregierung schreitet, ruft vermittelnd aus: „Jugend und Alter haben ihren Antheil an der Entwickelung des Menschengeschlechtes!" d. h.: jede Zeit hat ihren Mann, jeder Mann hat seine Zeit. Dieser Satz findet ferner seine Beweisführung in der Geschichte. Beginnen wir mit der Geschichte der Sündfluth, so müssen wir einräumen: kein Geschlecht war so tief gesunken als das Geschlecht der Fluth bva?an mt. Und doch heißt es: Noah war ein Gerechter in seiner Zeit, nn Nb böOTaun nwn bw tti-q n*>n ibN :p*H£ Als Zeitgenosse eines Moses und Samuel hätte er kaum für einen Gerechten gelten können. Zehn Geschlechter zählt man von Noah bis Abraham. Abraham selbst, dieser Begründer einer neuen und schöneren Zeit, er, mit dem die Nationalgeschichte Israels beginnt, er, von dem die Geschichte der Gotterkenntniß ihren Ausgang nimmt, er war in Chaldäa geboren. In Dieser Heimath Des Götzendienstes und Wahnes stand seine Wiege; von hier ging der Mann hervor, der zuerst Gott erkannte. :ün^2N nt •nntNn *jrv»N „Der Fels im Osten, das ist Abraham." (Baba balhra 15\) ‘VON'H :vn^2N nt -11N iTn trnbN — als Gott sprach: „es werde Licht!" da deutete er auf Abraham. —■ So ging aus dem Lichtorte — muss tjn — der Mann hervor, der der Träger einer welterleuchtenden Idee werden sollte. nt nssya ^bn Nb -MN urNn n^N .nsbcn ‘vh v^:n nstfs -sbn Nbw arrvan „Heil dem Manne, der nicht wandelt im Rathe der Frevler!" Auch dies ist Abraham, der nicht m die Sitten der Männer verfiel, die der Zeit der Zerstreuung angehören. « So erhalten wir auch hier die Bestätigung unseres Satzes: jede Zeit hat ihren Mann. Und doch hat auch Abraham nicht den höchsten Begriff von Gott erkannt: :vnb TiJPTtt Nb "n ^aun — Nur der in der Natur webende Gott, nicht der im Geiste waltende, trat seinem inneren Auge entgegen: — denn jeder Mann hat seine Zeit. Gehen wir weiter zur Zeit der Richter, so tritt uns

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