Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-01-05 · Heft 2 (5.1.1857) · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 2 (5.1.1857)
Date
1857-01-05
Page
Seite 21 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226039-3226042--15834-3244650
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

w ds u'RN NVV NUI in einem brillanten Rahmen eingefaßt, dem Eingänge gegenüber aufgchängt. Der geräumige Saal für die Damen ist im zweiten, und der eben so große für die Herren im ersten Stock, und daran stößt das offene Lesccabinet, in welchem einige politische Zeitschriften, so wie die Zeitung des Judenthums und das jüdische Volksblatt den Leselustigen Unterhaltung bieten. ynriN yni-iin, damit meine ich eins der wichtigsten Institute der israelitischen Gemeinde, ihre Volksschule für den Gesammtunterricht der israelitischen Jugend. Diese wurde im Jahre 1826 gegründet und Herr Dr. Hcrrheimer — der jetzt als Landrabbine zu Bernburg fungirt — als Lehrer derselben von Kurfürstlicher Regierung zu Kassel bestellt. Dem Chedcrwescn war damit ein Ende gemacht, und ein angemessener Jugendunterricht brachte die erwarteten Früchte. Hcrrheimer, der als Theologe studirt hatte, hielt deutsche Predigten in der Synagoge und nachdem er das erforderliche Rabbinereramcn gemacht, wurde er auch von Kurfürstlicher Regierung mit dem Rabbinate für den Kreis Efchwege betraut. Diese seine Stelle, als er vor 25 Jahren zum Lanvrabbinen nach Bernburg berufen, erhielt der jetzige Kreisrabbine Herr Gold mann. Dieser füllte seinen Platz nach allen Seiten hin aufs Vollständigste aus und lieferte nicht weniger erfreuliche Resultate in der Schule. Allein diese schöne Schule ist durch die im Jahre 1842 in der Stadt Eschwege gegründeten höheren allgemeinen Institute: Progymnasium, Realschule, höhere Töchterschule re., aufs Empfindlichste beeinträchtigt worden. Denn nun schickten auch israelitische Eltern ihre Kinder in diese Institute und nur zum Genuß des Religionsunterrichts in die israelitische Volksschule, in welcher nur noch ein Theil der Mädchen und ein winziger Theil der Knaben — deren Eltern eben nicht sehr vermögend, um ihre Kinder in Realschule oder Progymnasium schicken zu können, oder solche Kinder, die zum Besuche derartiger Anstalten gar keine Anlagen hatten — zum Gesammtunterricht verblieben. Der Unterricht in der israelitischen Schule mußte dadurch — wie leicht begreiflich — gelähmt werden. Die Kinder, die jene Lehranstalten besuchen, find durch den Unterricht in denselben ganz in Anspruch genommen, und erschöpft und geistcsmüde kommen sie in der letzten NaLmittagsstunde in die israelitische Schule zum Erlernen der Rcligionsgegenstände (wuin, i-tben, Bibel, Religionslehre u.). Was kann der Lehrer, und wenn er noch so geschickt, noch so eifrig ist, bei solchen Schülern leisten?! Halten diese, da ihnen die Realschule, das Progymnasium als Hauptschule, also auch der Unterricht in denselben als H a uptunterricht gilt, — den Unterricht, den sie in der israelitischen Schule erhalten sollen, doch schon ohnehin für Nebensache, für unnöthig; wie wenig müssen sie ihm darum ihre Aufmerksamkeit und Thätigkcit zuwenden, und, wie gesagt, wie wenig können sie sie ihm zuwenden, da sie erschöpft und geistesmüde sind! ES ist zu bewundern, wie unter solchen Umständen dennoch bei jeder Prüfung — Schulrevision — günstige und erfreuliche Resultate der Leistungen des Herrn Kreisrabbincn Goldmann und des Herrn Cantors Engelbert, welchem seit' dem Jahre 1853 von Kurfürstlicher Regierung ein Theil des Elementarunterrichtes übertragen, — sich zeigen. Preußen. Berlin, im Januar. (Privatmitth.) Hier erzählt man, daß vor einiger Zeit der Abg. Wagcner bei dem Rabbiner Herrn Oettinger einen Besuch abstattete, und ihn aussordcrte, eine Auslassung, dahin gehend, daß er mit den in die Synagoge durch Herrn lle. Sachs eingeführten Verbesserungen uneinverstanden und unzufrieden sei, zu unterschreibe», wobei er durchblicken gelassen, daß Herr Oettinger an die Spitze eines zu bildenden jüdischen Consistoriums gestellt werden solle. Herr Oettinger verweigerte die Unterschrift. — Indem ich diese Anekdote nicht ganz verbürge, kann ich um so weniger verbürgen, daß es wirklich in der Intention der Staatsregierung liege, ein jüdisches Consistorium in Preußen zu errichten. Wenn ich nicht ganz irre, so sind auch Sie jetzt der Ansicht, daß gegenwärtig ein jüdisches Consistorium ein sehr zweifelhaftes Geschenk für beide Parteien sein würde, das eben so leicht gegen die Wünsche der einen wie gegen die der andern Partei ausfallen könnte. Oesterreichischcr Kaiserstaat. Wien, 26. Dceember. (Privatmitth.) Wie alljährlich, werden auch heuer bei Gelegenheit des ChanukafesteS arme Kinder betheiligt mit Kleidungsstücken

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.