Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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g Frauenspersonen, muthmaßlich Mutter und Tochter, angefertigt worden waren: •pab Min r- “jb m« trion nai ^b^ni -pw fiaM *jbaa namriab npf&* /fci» nwrrn arft abrr pr*« pnar* 'n na n®« u't Dipn w nn 'inii2 tarrattb wn StiOTa roia ribb^a mb^si abti iS ro bn« ni» -rpban abtt -«ann -an-ain Die Uebersetzung dieser Inschriften dürste etwa wie folgend lauten: -T. TORA, kl. Zeitrechnung. Viele Tugenden diene Dir als Denkmal! Reiche und Pilger rühmten sie. Zuletzt erfreue der Allgütige sie:*) Nämlich die achtbare Frau Sara, Tochter des Zzchak Eifik Borkum, gesegneten Andenkens) Frau Des-Rabbi Behr, Gott erhalte ihn! Für Beide weih'te sie Wachs. Jammernd spendete sie Lichter,**) Nämlich das achtbare Mädchen Adel, Tochter des berühmten Rabbi, *) Das Wort "fioa ist hier wohl des Reimes halber als Abbreviatur von na rj^b *)m: ‘■pia benutzt, so wie auch aus dem Rom. proprium pm!P ein Verbum (ftpfiSP) gebildet worden zu sein scheint, in der Bedeutung: „Gott möge sie ob ihrer Tugend einst jenseits erfreuen". **) Der Sinn scheint hier zu sein, daß dieselbe für das Seelenheil ihrer Mutter nebst einer noch andern Person, die hier aber nicht genannt ist (vielleicht gar für ihren Großvater Eisik), Wachslichter zur Synagoge geweiht habe. Nämlich des angesehenen Herrn-, Des Gemeindevorstehers —- -- Rabbi-— Vehr-- — Vor Allem haben wir das Datum, in welchem dieser Grabstein aufgestellt wurde, zu prüfen, was aber schwierig erscheint. Denn aus der in erster Reihe des Grabsteines angedeuteter fragmentarischer Jahreszahl, von welcher nur noch das Wort min nebst einem vorangegangenen Merkmal eines n zu lesen ist, läßt sich Nichts mit Gewißheit schließen. So viel geht jedoch mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit hervor, daß dieser Grabstein ein Alter von mindestens 500 Jahren hat. Man könnte sogar die Muthmaßung aufstellen, daß in dem bezüglichen Worte mm (dessen Zahlenwerth 611 ist) die vollständige Jahresbezeichnung enthalten, sei, und das vorangegangene n dürfte entweder ein Fragment des Wortes na® oder n:®n (d. i. Jahr) sein, wornach man das Alter auf mehr als ein Jahrtausend Hinausrücken müßte, nämlich ums Jahr 4611 A. M., was nicht unmöglich erscheint, indem nach Versicherung des berühmten karaitischen Archäologen Firkowitsch, welcher bei seiner Anwesenheit Hierselbst diesen erwähnten Leichenstein gleichfalls in Augenschein genommen und beprüft hat, auch in der Krim sich ähnliche hebräische Grabschristen von noch weit größerm Alter, ja sogar aus der vorchristlichen Zeitrechnung vorfinden, welche gleichfalls die Bezeichnung psb, iöb, iian und '-7r enthalten. Derselbe erklärte auch die sehr antiken Buchstaben der erwähnten, hier aufgefundenen Grabschrift aus einer sehr alten Periode herstammend, wie er eine ähnliche Schrift in der Synagoge zu Kafa (Feodosta in der Krim) aus den Jahren 4608 und 4778, so wie auch an dem von dem Archäologen Narbut zwischen Lida und Wilna aufgefundenen uralten Grabsteine wahrgenommen habe. — Ferner bemerkt derselbe, daß aus der Form deö hier aufgegefundenen Grabsteines deutlich hervorgehe, daß dieser Stein ursprünglich, wie alle uralten Grabsteine in der Krim, platt aus dem Grabe gelegen, nicht aber, wie dieses erst seit 300 Jahren bei Ebräern üblich geworden ist, das Grabmal meist senkrecht aufzustellen) oder er war vielleicht an einem Gewölbe eingemauert gewesen. Der kunstlose, schwere unv ungeregelte Styl uno die Orthographie der erwähnten Grabschrift deuten gleichfalls auf ein sehr hohes Alterthum, indem die neuern Inschriften aus den letztern Jahrhunderten meist einen ästhetisch- 1