Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1857)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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6 er einen kranken verkrüppelten Israeliten in das neue Krankenhaus aufnahm. Noch mehr, der edle Geistliche, in dem kein Falsch ist, sorgt nicht nur für die Körperlichkranken, sondern auch für die Jugend mosaischen Glaubens. Diese war noch vor kurzem sehr vernachlässigt; aber durch seine eigene Müheverwaltung (als Schulinspector) spornte er unsere Schuljugend durch Wort und That zum Fleiß und Fortschritt an, denn hier so wie in den meisten Gemeinden der gesegneten Bacska fehlt es leider allenthalben den Eltern an gutem Willen für das Erziehungswesen und nur durch das energische Auftreten dieses edlen Mannes wird unsere Schule, von 2 tüchtigen Lehrern geleitet, zu einem nutzreichen Institute gedeihen. Möge der Allvater diesen ehrwürdigen Greis lange uns erhalten. Einen sehr günstigen Einfluß übt auf unsere Gemeinde die glückliche Acquisttion unseres Local- und Bezirks-Rabbiner Herrn Emanuel Deutsch, welcher erst vor 6 Monaten von Galantha in's Preßburger Comitat hierher überstedelte. Dieser wissenschaftlich gebildete Mann, der orthodorischen Richtung angehörend, hat durch die kurze Zeit seines Fungirens allhier, sehr viel Gutes, besonders durch seine kräftigen zeitgemäßen Kanzelreden gewirkt, und Tempel, Schule und Haus haben einen bedeutenden Aufschwung genommen. Jgn. Popper. Großbritannien. London, 1. December. Die erste Sitzung der neuen städtischen Behörde Londons fand am 20. November statt, und es hatte sich eine zahlreiche Versammlung von Alderman und Bürgern eingefunden. Mr. Lott brachte, nachdem er die bemerkenswerthesten Ereignisse, welche unter dem vorigen Lordmayor stattgefunden, besprochen und den ausgezeichneten Eigenschaften des letzteren die verdiente Huldigung zukommen lassen, folgende Motion ein: „Die Sitzung wolle auSsprechcn, wie sehr sie von dem Gedanken an die großen Verdienste durchdrungen sei, die David Salomons seinen Mitbürgern in der Ausübung der Functionen als Lordmayor dieser Stadt während des letzten Jahres geleistet habe. Die Versammlung wisse den edlen Empfang anzuerkennen, welcher unserm braven Alliirten, dem Könige von Sardinien gewährt worden. Sie drücke gleicher Weise ihre Billigung für die liberale und wohlangeordnete Gastfreundschaft aus, die im Stadthause den verschiedenen Classen der Gesellschaft, welche hier eingeladen worden, zu Theil geworden ist, ebenso wie ihre Bewunderung für die pünktliche und erleuchtete Ausübung seiner Pflichten als Richter, die er zur allgemeinen Zufriedenheit der Kaufleute und übrigen Classen der Bürger, die die Gerechtigkeit des CivilgerichteS angesprochen, geübt. Sie drückt auch ihre Dankbarkeit für die Unterstützung, die er den verschiedenen wohlthätigen Instituten der Hauptstadt hat angedeihen lassen, aus, für den Impuls, den er den Subscriptionen sowohl in Betreff der für Miß Nightingale bestimmten Fonds als auch für die Unterstützung der Ucberschwemmten in Frankreich gegeben hat, und endlich für seinen Eifer bei Zusammenberusung des städtischen Raths, wenn derselbe beansprucht wurde, und für die Unparteilichkeit, Leutseligkeit und Einsicht, von denen er als Vorsitzender Beweise gegeben." M. Joyre unterstützte die Motion, sie ward einstimmig angenommen. Dann ward beschlossen, daß das Dankvotum in der gebräuchlichen Form dem Alderman Salomons überreicht werden soll. (Daily News.) Der Pariser Korrespondent der Times sagt: „Der Kaiser hat schon seit längerer Zeit den Wunsch ausgedrückt, daß der Lordmayor von London (M. Salomons) einen bedeutenden Grad der Ehrenlegion einnehmen möge, um die Gesinnungen seiner Majestät und der französischen Nation auszudrücken für die Theilnahme, die der Lordmayor bei der Sammlung der Unterschriften zu Gunsten der Opfer der Ueberschwemmung genommen. Man weiß, daß der französische Gesandte in London eine Mittheilung wegen dieser Sache erhalten hat. Da aber seitdem noch keine Benachrichtigung erfloffen ist, schließen wir, daß die formelle Regel der englischen Regierung, die sich jeder fremdländischen Decoration ihrer Unterthanen, wenn nicht aus Veranlassung militärischer Dienste, entgegensetzt, auch diesmal aufrecht erhalten worden ist, selbst in diesem besonderen Falle, und daß der letzte Lordmayor diese Auszeichnung nicht wird genießen können. London, im December. In London hat sich der Uebelstand herausgestellt, daß so viele Straßen denselben Namen führen, daß 571 Straßen sich auf 17