Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1857-01-01 · Heft 1 (1.1.1857) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
21 (1857)
Issue
Heft 1 (1.1.1857)
Date
1857-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226039-3226041--15817-3244632
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

5 junge Mediciner Dr. Herrmann Beigel, welcher in der Schluß-Sitzung der diesjährigen Naturforscher- Versammlung in Wien die — Alexander v. Humboldt celebrirende, später in vielen deutschen Zeitungen veröffentlichte — Rede gehalten hat, ein Israelit ist und unsrer Provinz angehört, indem er das Städtchen Järocin im Kreise Pleschen seinen Geburtsort nennt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Althart, Ende November. (Privatmitth.) Herr vr. Jakob Böhm, k. k. RegimentSarzt, spendete der hiesigen Synagoge zum Andenken seiner daselbst Januar l. I. gefeierten und stattgehabten Trauung mit Fräul. Singer aus Althart, ein neues, prachtvolles Sefer Thora mit allen dazu gehörenden Ornamenten, dessen Einweihung am letzten Suckotfeste, 19. October, mit allem dabei üblichen Pompe feierlich begangen wurde. Ich will Sie und Ihre Leser mit der Beschreibung des wahrhaft religiösen Festes, wobei sich alle benachbarten Gemeinden betheiligten und Herr Rabbiner Oppenheim aus Jamnitz die Weihrede hielt, verschonen, sondern ergreife mit Vergnügen die Gelegenheit, die geehrten Leser auf den frommen, religiösen Sinn des Herrn vr. Böhm, eines ausgezeichneten Militärs der k. k. Armee, als auf ein seltenes Beispiel, aufmerksam zu machen. Mögen die Segnungen an ihm in Erfüllung gehen, die für ihn am Tage der Einweihung des Sefer Thora aus dem Herzen aller Anwesenden zum Himmel emporstiegen. — Prag, im December. (Privatmitth.) Nach langer Windstille in unserm Gemeindeleben als solchem wird es nun bald wieder Leben und Bewegung geben. Dem Gesetze zufolge nämlich hat ein Drittel der Repräsentanz auszuscheiden und durch Neugewählte ergänzt zu werden. Es wäre zu wünschen, daß die Wähler sich die Wichtigkeit dieses Actes zu klarem Bewußtsein bringen. Denn ist es wahr, daß die Publicirung des neuen Gemeindegesetzes vor der Thür steht, so dürste die neu constituirte Repräsentanz zu einflußreicher Thätigkeit berufen sein. Die neue Wahl müßte um so leichter werden, als den Wählern bereits die Erfahrung belehrend zur Seite steht und sie nicht mehr so leicht in die Gefahr gerathen können, Spreu für Weizen anzusehen. Jedenfalls aber wollen wir der Hoffnung Raum geben, daß der gegenwärtige Präses der Repräsentanz, Herr E. Weh li, in keinem Falle ausscheiden werde. Je länger dieser Mann an der Spitze der Verwaltung steht, desto klarer stellt sich seine Nothwendigkeit heraus; sein Eifer, wie seine Uneigennützigkeit sind sprüchwörtlich. Und glich die Stellung an sich, muß in den Augen des Volkes an Achtung und dadurch auch an Einfluß gewinnen, wenn man weiß, daß sie nur ehrenhalber und nicht für Sold verwaltet wird. Aber auch erprobte und allgemein geachtete Männer, wie die Herren: vr. B. Frankel, v. Portheim, S. K. Frankel, ve. v. Hönigsberg, Do. Gitschin, Bächer, Löwenfeld, G. Feigel, Teller, Rosenbach, Bondy, Merores, Wahle u. A. wollen wir hoffen, werden der Gemeinde-Verwaltung erhalten bleiben. Wir wollen keine Agitation, keine Wahl-Jntriguen — was wir wünschen — das ist Ernst und Eifer bei dem hochwichtigen Acte. Palanka, (Bacser Com.) im December. (Privatmitth.) Unlängst wurde hier ein Lese-Casino (daö einzige in diesem Kreise) mit Bewilligung der hochlöblichen Statthalterei errichtet. Die Stammgäste waren sämmtliche Cameral- und Bezirksbeamten und sonstige Honorationen unserer Gegend; doch beschlossen die Herren bei der ersten General-Sitzung des Vereins einstimmig: Auch ehrenhafte Israeliten dem gelehrten und kaufmännischen Stande angehörend, in ihren Verein aufzunehmen. Ja, es wurde sogleich der Unterzeichnete als Actuar und 4 sonstige israelitische Kaufleute als Ausschußmitglieder des Vereins gewählt. — Dieser an sich unbedeutend scheinende Act ist für die hiesigen Israeliten sehr ehrenhaft und bedeutungsvoll. Doch am meisten gehet mit gutem Beispiel ächter Humanität unser hochwürdiger katholischer Pfarrer, Dechant und Ehrendomherr Herr Jacob von Szuknovits, voran. Dieser hochherzige Mann ließ auf eigene Kosten ein prächtiges geräumiges Hospital bauen, reichlich einrichten und bedachte es mit einem großen Fond. Jüngst am Elisabeth-Tage, wo bei uns das Namensfest Ihrer Maj. der Kaiserin unserer Landesmutter gefeiert wurde, wurde dieses Spital eingeweihet und von dem hohen Spender „für alle Leidende ohne Unterschied der Religion" bestimmt, und dies sogleich bethätigt, indem

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.