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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-12-15 · Heft 51 (15.12.1856) · p. Seite 686

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 51 (15.12.1856)
Date
1856-12-15
Page
Seite 686 (sequence 10)
Language
German
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686 Literarische Nachrichten. Frankfurt am Mainim October. Cömmentar zum Pentateuch von R. Joseph Bechor Schor. wi^^O ^11W 1122 qöv* i3*>2-ib i"hinfi b* Nach einer Münchener Handschrift herausgegeben von A. Jellinek, Prediger in Leipzig. Die ersten zwei Bücher des Pentateuchs, 1856. Titel und Einleitung sollen mit der zweiten Abtheilung folgen. ' Wir machen uns das Vergnügen/ schon jetzt auf dies Werk die Aufmerksamkeit der Bibelfreunde hinzulenken, weil es unter den CommentareN des Pentateuchs eine hervorragende'Stelle einnimmt. Der Verfasser' blühete, nach Zunz: zur Geschichte unv Literatur S. 74. 75., um1170 in Frankreich, und sein Cömmentar ward, wie dort nachgewiefew sehr oft angezogen/ Die Münchener Handschrift eine ändere liegt in Leyden — wird im äkatalog irrthümlich hem Levi b. Gerson zugeschrieben. Das Werk wardauch schon 1520 in Folio'''.in'Mnstanltinöpel. gedruckt, wie De Rosst aus eigener Anschauung berichtet, Xnn. üebr. Typi a MDI. ad MDXL (nicht, wie bei Zunz steht: Sec. XV.) No. 100. Eine Ausgabe, die sonst nicht bekannt ist. Herr Jellinek erwirbt sich durch diese neue Ausgabe wiederum ein großes Verdienst. (Man verdankt bekanntlich dem unermüdlichen Fleiße des Herrn Jellinek auf diesem Gebiete bereits eine ansehnliche Anzahl mittelalterlicher , bisher wenig zugänglicher Werke.) Wir hoffen, daß die Einleitung etwas ausführlichere Berichte über des Verfassers Leben , Verhältnisse, Studium und was sonst hierher gehört, zu geben im Stande sein werde, als wir aus Zunz, Steinschneider (Jüd. Literatur 419.) und einzelnen Mittheilungen sonst schöpfen konnten. Bis dahin beschränken wir unfern Bericht auf den Commentar selbst, 'welcher viele und sehr anziehende Eigenthümlichkeiten darbietet. Hiervon einige Beispiele. Zu Gen. 1. 2. firvii ^->drni Die Erde war, nach ihrer Erschaffung, wüst und leer. Es wäre durchaus fehlerhaft, zu erklären, vor ihrer Erschaffung sei sie ein Chaos gewesen; sonst müßte es rr>!n heißen (das will uns sprachgemäß nicht einleuchten; das zweite rrfi in der 14. Zeile ist wohl Druckfehler). ^wni rc. beginnt einen neuen „Satz.; indem, die Ordnung der Schöpfung jetzt dargestellt wird, wie eine ähnliche Unterbrechung auch 36, 24. vorkommt. Es sei zuerst, meint der Vers., die Finsterniß geschaffen, dann der Wind, fn*n nämlich bezogen auf t*i2; und rivrnv als Apposition. l . I. 3. i w, nämlich alle leuchtende Wellkörper; nach alter räbbinischer Auffassung^ welche übrigens auch das 1N21 inri also ein Chaos als geschaffen betrachtet, was nicht gebilligt wird. Nunmehr schreitet die Schöpfung nach'Maßgabe der nothwendigen Einrichtung fort, gleichsam wie beim menschlichen Hausbau. Bemerkt wird, daß bis zum fünften Tage weder IL'' noch ini2 vorkommt, weil da nur die Ausführung des Einzelnen oder die Vorbereitung für das Folgende dargestellt wird. Daher sagen die Rabbinen / die: Welt sei am vierten Tage schon vollendet gewesen. " 5. Das besondere Licht'ist das der Sonne/ das gemischte ' Licht, nämlich die Nacht mit Mond und Sternen ist Äb^b/ welche beginnt mit d. h. Mischung des Lichtsuyd endet mit Ip2 Aussonderung des Lichts. : Zu nnri '21"' scheint uns der Tert undeutlich. Er sollte wohl'lauten iw halb ns .liwrri dtbi (nicht: "a '2 '$) ''w^bw •>3© 7. p wi heißt: es wurde so, wie wir es jetzt sehen. Ueber das am zweiten Tage fehlende 212 *0 mag man lesen, wie der Vers, darnach strebt, rabbinische Ansichten zu begründen. 26. vldr nw-3. Das Ebenbild Gottes ist rein metaphorisch zu verstehen; der Mensch soll die Eigenschaften haben, wie Gott über das-All, so über die nieder» Geschöpfe zu herrschen. Alle bildliche -Vorstellung von Gott ist irrig. 'Die Mehrheit könnte'man erklären als Ausdruck des Schreibenden, welcher zu den Lesern spricht: Wie! wir jetzt beschaffen sind; was aber NWS3 betrifft, so finden sich viele Beispiele der Vertauschung der Einheit mit der Mehrheit, des Männlichen mit dem Weiblichen, wie 1 Säm. 28, 13, ö'bi^ tnnbtt, Jos. ,2, 4. i32Lril, 4 M. 5, 27. ->2in, Richter 4, 20. 212N; ja sogar, doppelte Geschlechtsform in einem Wort 1 M. 30, 37. ttswtvn. Außerdem liegt eine poetische Berathung Gottes mit den Himmelsschaaren nahe. (Recht gut erklärt.) Die Beziehung auf die Dreieinigkeit hat gar keinen Grund, denn Personen, die gleichgesinnt erscheinen, bedürfen keiner Aufforderung, und wäre es derselbe Wille, so müßte i-»3«^i stehen. (Diese Rücksicht auf christliche Deutung ist .sehr bemerkenswerth.) II. 2. b2^i ist nach Obadjah rin Plusqüamperfectum; nämlich am Siebenten zeigt sich erst, daß am Sechsten Alles beendet: war. (Wer Obadjah sei, jedenfalls"«» Lehrer des Vers, sagt keiner der Bibliographen; Zunz

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