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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-12-15 · Heft 51 (15.12.1856) · p. Seite 685

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 51 (15.12.1856)
Date
1856-12-15
Page
Seite 685 (sequence 9)
Language
German
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685 peirt v.,Taydler-my^ der, Herr Dr.; p,7Hags,/U'.%■ Schulrath, sämmtlichen Schulen ihres Districtes mach/- ten, am unzweideutigsten, wie sehr -die hohe Regierung dem israelitischenSchulw.esen Ungarns ihre Aufmerksamkeit zuwendet. - Wie rasch, die hohen Verfügungen , daS; Schulwesen ^treffend, > zur Ausführung. kommen, beweist der ,im „Oesterreichischen Schulb.yten" enthaltene Concurö, der einen Abdruck in Ihrem geschätzten.Blatte wohl.verdient. .„DaS h ohe k. k., Ministerium .für - Kultus, und Unterricht hat mit Erlaß. - vom, 2tz.. September d. I. die Errichtung einer israelitischen vierclassigen Knabenhauptschule - zu Pesth auf Kosten . de,s Ungarisch - israelitischen Schulfondes nach den Bestimmungen der Ministerin!- Verordnung vom. S3^. März 1855 bewilligt und hierbei -vier Claffeylehrer) einen- Religiousleh- . rer,-einen Lehrex Mr hebräische Sprache -und einen Unterlehrer zur Leistung nöthiger- Aus- - Hülse sistemistert, . von., welchen Lehrern wenig- - > stens einer die Fähigkeit zum Zeichnungsunterricht besitzen muß.. \ « „Für zwei Hauptlehrer ist ein Jahresgehalt; , vp.n 700 Fl» C.- M., für .die-andern, zwei, so; wie für den Religionslehrer und. für den Lehrer der hebräischen Sprache ein Jahreögehalt von 600- Fl. C. - M. festgesetzt und endlich für . -d.en; .ynterkehrex -,A00 - Fl. - - M. - , „Der höhere Gehalt von 700 Fl. C. -M. soll in der Regel den zwei dienstältesten^ Leh- ,. rern zukommen; bei der ersten Besetzung wird aber die höhere Lehrerbefähigung und sonstige -Mürdigkeit entscheiden." Daß auch im O ed en.burg.er Verwaltungsgebiete ein eifriges Fördern des jüdischen Unterrichtswesens vorwaltet, ersieht man aus einem im österreichischen Schulboten jüngst veröffentlichten statistischen Berichte, dem zufolge in dem genannten Districte bei einer jüdischen Bevölkerung von 44,178 Seelen 262 israelitische Schulen bestehen und somit auf 172 Seelen je eine Schule kommt. Gleiches läßt sich mit Grundvom Pmßburger Districte voraussetzen. - . . Im K n s ch a u e r Districte sind die geregelten Schulen - noch selten. Viele. Gemeinden - dieses Di-i ftricteS zeigen gegen jede öffentliche -Schule einen solchen Widerwillen, daß siedie. .Anordnungen liebet umgehen, oder die Schule.so organiffren, daß sie bald eingehen muß. ' In Kaschau ftlbst besteht, mit Ausnahme der vom .Herrn-. Klein geleiteten; Rcli« gions,schule, keine öffentliche Gemeindeschule, was um so auffallender, ist, da die Gemeinde bereits im Wachsen und nicht ohne .materielle, Mittel ist. Die im Jahre 1852. durch -die Bemühungen, des Herrn Julius Weinberger in Ujhely. ins. Leben gerufene Unter-Realschule konnte stch nach dem Auswandern ihres .geistreichen Directors, Michael Heilprin, nicht erhalten und besteht.heute nur^ die Volksschule fortj hoffen wir,' daßes der hohen Comitatsbehörde. gelingen wird', die Anstalt den Bedürfniffen. der. Zeit gemäß zu orgamstren. . , .'7 .. - . Der vor Kürzen, in Homlnnauerrichteten chreiclasfigen' Volksschuleunter.her Direction mell. Ungar, eines eben so geistreichen alß erfahrenen Schulmannes, steht eine schöne Zukunft bevor. Vom Großwgrdeiner Districte perdienen die Scht^ len in Arad und Großwardein genauere Besprechungen.. Leider ist dahier in Ungarn nur höchst selten von desinitiver Anstellung die Rede; die meisten Gemeinden entlassen die Lehrer nach Gutdünken, woher es denn auch kommen mag, daß noch immer in Ungarn von einem eigentlichen Lehrerstande nicht, die RHe sein kann. Die. meisten Lehrer wenden sich, sobald .sie einige Groschen erspart haben, dem Handel zu, um im Älter sorgenfrei leben zu können. Hoffen wir, daß auch dieses Nebel durch die Gesetzgebung beseitigt werde und dürfte gewiß dahier in Ungarn dem Lehrerstande eine schöne Zukunft bevorstehen. ...... Schließlich erlaube ich mir. nachträglich zu bemerken, daß das zweite Sprach- und Lesebuch für die. israelitischen DoMchulen, im. Kaiserthume, Öesterreich (Wien, 1856) wegen seines geringen ,Preises (kostet gebunden in Leinwandrücken 23 Kr.) und. seines reichhaltigen Inhaltes auch in'den israelitischen Schulen des Auslandes Eingang verdient Nur wollen wir unS erlauben, die geehrten Umarbeiter der eingeführten Schulbücher für israelitische Schulen' darauf aufmerksam zu machen, bei einer etwaigen neuen Austage Satze,' wie „Betet und arbeitet, spricht, der göttliche Heiland" (S. 225.), ,;JesüS machte die Blinden sehend und die Taüben-chörend; er. hat Alles wohl gemacht" (S; 227;) se^wegkrffen zu wollen. . ... - - ' ' Jsaac Rosenmeher. 51

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