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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-12-15 · Heft 51 (15.12.1856) · p. Seite 683

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 51 (15.12.1856)
Date
1856-12-15
Page
Seite 683 (sequence 7)
Language
German
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steü Stadium des Werdens, schone; einen Rückschritt erwartet. . ■ Z. JR. Leipzig, Decemher. (Privatmitth.)^. Bei der : jüngsten Stadtverordnetenwahl wirkten neun jüdischem Wählmänner mit; einer derselben wurdeins Colle-' giüm Gewählt, und zwei traten als Ersatzmännerein. . Zu dem Ankaust des Schillerhäuschens in Goh-? kis : haben die hiefigem Israeliten.- - ansehnliche > Beiträge j "gellefert, was vom Schillercomite besonders anerkannt - wurde. — Dr. W o lfs.soh n in.Dresden ist zum Mit-! Arbeiter der „Leipziger Zeitung" ernannt worden. Auch ' wurde derselbe/von Königsberg aus aufgefordert, sein neues: Drama „Die Osternacht" — .nach unserem Dafürhalten das beste moderne — dort-in Scene .zu setzen. Von Dr. Beer in Dresden erschienen! neue Untersuchungen über ,-Das Buch der Jubiläen"., n! - Kaiserslautern , im December^ / (Privatmitth.) Huf- .dievor Jahresfrist von einigen Israeliten der Pfälz bei Königl. Regierung eingereichte-, dem Vernehmen:; nach vom Rabbiner Dr. Hirsch in Frankfurt um Main entworfene Eingabe bezüglich der Erlaubniß-zur Errichtung einer' eigenen jüdischen Vorbereu tungs-Schule für diejenigen jungen Leute, die in das Schullehrer-Seminar treten wollen, ist, wie verlautet, vor Kurzem eine höchste Entschließung des Königl. Staats-Ministeriums dahin erfolgt, daß eventuell die Bewilligung.ertheilt wurde, zur Errichtung eines jüdischen Schullehrer- Seminars , wenn vor allen Dingen ein Capitalstock von 40 —-50,000 Fl. ausgemittelt würde. So zweckmäßig auch die Gründung einer Anstalt wäre, in welcher die dem Schulfache sich /widmenden Jünglinge Gelegenheit hätten,/ sich aus den Religionsunterrichtsgegenständen 'gehörig vorzubereiten, vorausgesetzt/ -daß die Ten-?d e nz der Anstalt entspräche, so möchte doch unter den obwaltenden Verhältnissen vorerst das Zustandekommen des Projekts zu bezweifeln sein. Inzwischen hat sich der Zudrang zu dem Schulfach im diesseitigen Kreise dergestalt vermindert', daß sich im abge- : laufenen/Schuljahre ein einziger Zögling, im gegen-! wärtigen aber, keiner im Seminar - dahier befindet, während in frühern Jahren durchschnittlich 6 bis 8 , Schüler jüdischer Confession diese Anstalt besucht haben. Es ist dies eine um so auffälligere und beklcrgenswerthere Erscheinung, als viele - Schulstellen; wegen Mangels: an Lehrern - unbesetzt bleiben - müssen. Desto erfreulicher: ist die vermehrte Frequenz der übrigen höhern Lehr-Anstalten-/insbesondere der Königl. Kreis-, Landwirthschafts-. und Gewerbs-Schule dahier und der damit verbundenen Handels- Abtheilung von Seiten der israelitischen Jünglinge. An der.letztgenannten Anstalt befinden . sich u im gegenwärtigen Schuljahre nicht weniger als. 26 israelitische Schüler, von denen ein großer. Theil sich aus diese Weise für eine regelmäßige und geordnete Geschäftsführung wissenschaftlich vorbereitet^ Dabei verdient erwähnt zu werden, daß der Religionsunterricht für diese Schüler, eben so wie für die des 'Schullehrer-Seminars aus Staatsmitteln remunerirt wird, und daß bei den öffentlichen Jahres- Prüfungen, welche von einem Königl. Ministerial-Commiffär abgehalten werden, und sich auch über den jüdischen Religionsüuterricht erstrecken, eben so wie für den christlichen Religionsnuterricht"an die befähigtern Schüler Preisbücher gegeben werden.. Bei dieser 'Gelegenheit unterlasse ich nicht,' auf einen unter der Presse befindlichen historischen Roman von dem Professor an der gedachten Anstalt , Luitpold Baümblatt, unter dem Titel: Judith, oder die Franzosen in Worms", welcher auch in jüdischen Kreisen Interesse erregen dürfte, aufmerksam zu machen. Jngleichen dürfte als ein erfreulicher Beweis der guten Gesinnung in hiesiger Stadt anzuführen sein, daß auch an derstädtischen höhern Töchterschule; die israelitischen Schülerinnen seit Kurzem Religionsunterricht erhalten , ■ welcher ebenfalls aus städtischen Mitteln, remunerirt ' wird, und daß für die Errichtung eines israelitischen Friedhofes dahier durch die Munificenz der städtischen Verwaltung mit Genehmigung der Königl. Regierung das nöthige Terrain überlassen wurden Bezüglich der Cultus-Angelegenheiten , so haben in, .jüngster Zeit mehrere Gemeinden der Pfalz einen verbesserten Gottesdienst mit Choralgesang,' deutschen "Gebeten — theilweise dem Mannheimer Gsbetbuche entnommen und mit Orgel eingerichtet. Ad vocem Orgel erlaube ich mir schließlich, mit Bezug auf den Leitartikel in Nr:: 36:' dieses! Blattes - -in-deMl-rich mir eine 'eingehendere Erörterung dieses "für ' die'Verbefferütig 'des' öffentlichen Gottesdienstes ünö - den Fortschritt des religiösen, Lebens, überhaupt wichtigen Gegenstandes Vorbehalte , anzumerken/, daß sowohl vom biblischen, als talmudischräbbinischen Gesichtspunkte

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