Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1856)
- Date
- 1856-12-08
- Page
- Seite 674 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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674 Magdeburg, im November. (Privatmitth.) Wie die „Augsburger Allg. Ztg." berichtet, hat der Minister deS Innern dem Religionslehrer der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, Herrn vr. Wolf, die Benutzung seines ArchiveS zu historischen Forschungen gestattet. Wir können dieser Liberalität nur höchste Anerkennung und besten Dank widmen, da hiermit eine reiche Quelle für historische Forschungen eröffnet ist. Frankreich. Straßburg, im November. (Privatmitth.) Wäre nicht der rasche Flügelschlag der Zeit schon lange darüber hinweg gegangen, so würde ich Ihnen Genaueres mittheilen, wie gar herrlich dieses Mal die hohen Festtage gefeiert worden, wie trefflich der Großrabsine, Herr Aron, gepredigt und wie er darin, wenn auch wegen deö. schwachen Organs nicht ganz genügend, durch Herrn Sopher unterstützt ward, und wie ausgezeichnet der Vortrag unsres Cantors, Herrn Löwe, gewesen. — In voriger Woche fand die Neuwahl dreier Mitglieder des Consistoriums statt. Es ergab sich ein ziemlich hitziger Wahlkampf, in dem insbesondere drei jüdische Advocaten an der Spitze standen. Es wurden gewählt Herr vr. Hirz mit 2230 Stimmen, Herr David Masse, Advocat, mit 1671 Stimmen, und Herr JaqueS Schwartz mit 1094 Stimmen. Alle Drei werden als Männer der fortschreitenden.Partei angesehen. — Unser Tempel ist durch das Hereinziehen vieler Fremden zu klein geworden. Das Consistorium beschäftigt sich eifrig mit den Plänen, ihn zu vergrößern. Es will zwei Häuser für 200,000 Francs ankaufen, um den Tempel zu vergrößern und alle Schulanstalten zu vereinigen. — Der Großrabbiner von Colmar hat einen Hirtenbrief erlassen, worin er der Welt mittheilt, daß er gegen die Abschaffung der Piutim gewesen. Seine Gründe sind in der That albern und hat er darum seiner Sache um so mehr geschadet, da man über diesen Verrath an den Conferenzen empört ist, indem die Zahl der Stimmen dafür'und dagegen längst mitge-' theilt waren. — In diesen Tagen wurde die hiesige Akademie durch Herrn Colin von Paris, und die neue militärische Arzneischule durch den Generalinspector, Herrn Dr. Michel Levi, eröffnet. Bei dieser Ceremonle sah man unsren Großrabbinen neben dem Bischof und dem ersten lutherischen Pastor sitzen, und in der Eröffnungsrede selbst hob Herr Colin die Einigkeit der Religionsparteien in Frankreich rühmend hervor. Paris, im November. (l’Univ. isra6l.) Am 26. Oktober gaben die vereinigten israelitischen Verwaltungszweige von Paris dem Herrn Albert Cohn ein schönes Banquet. Eine große Anzahl israelitischer No Labilitäten der Hauptstadt wohnten dem Feste bei, so wie die Herren Allegri, Astruc, Cohen (Redacteur des Pays), Franck, Jsramec, MMaud rc. — Am jüngsten Feste spendete Herr Mirös, der berühmte Banquier, 10,000 Frcö. an die jüdische Armenkaffe. Großbritannien. London, im Oktober. (Morning Chronicle.) Folgende Adresse an den Lord-Mayor in London hat gestern in der City circulirtz sie hat schon die Unterschriften der bedeutendsten Banquiers und Kaufieute der Stadt, des Gouverneurs, des Untergouverneurs, der Direktoren der englischen Bank, des Präsidenten und Vicepräsidenten der ostindischen Compagnie erhalten. „Wir Unterzeichnete, BanquierS, Kaufleute und Bewohner Londons wünschen Eurer Lordschaft beim Beschluß JdreS AmtsjahreS als Lord-Mayor unsre hohe Achtung für Ihre Führung während eines Jahres, das-reicher als irgend ein .anderes an öffentlichen Begebenheiten gewesen, auszusprechen. „Sie sind in einer Epoche in das Amt getreten, in der England in einen blutigen Krieg verwickelt war. Die Waffen der Verbündeten haben gesiegt, und Sie haben das ganz besondere Glück gehabt, Ihren Mitbürgern die Wiederherstellung des Friedens in Europa verkünden zu können. Sie haben die Ehre gehabtem der City von London Se. Majestät den König von Sardinien, einen der mit England alliirten Souveräne, zu empfangen, der prachtvoll in Guidhall bewirthet worden ist. - „Eine schreckliche Überschwemmung hat unsren Nachbarn in Frankreich schreckliche Leiden verursacht, unsre ganz besonderen Danksagungen gebühren Ihnen, daß Sie uns Gelegenheit gegeben haben, zu beweisenwie tief den Engländern daS Glück und die Wohlfahrt ihrer Nachbarn, der Franzosen, am Herzen liegt. „In allen den verschiedenen Vorkommnissen deS