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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-12-08 · Heft 50 (8.12.1856) · p. Seite 671

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 50 (8.12.1856)
Date
1856-12-08
Page
Seite 671 (sequence 7)
Language
German
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tonnen/'Vaf* die preußisch-jüdische Coloni< von Je-. rusalerw sich sowohl durch Rechtlichkeit, als auch durch Fleiß l und stilles, anständiges Betragen vortheilhäft auHekchneh so daß sie des ilst in der Heimath zu 'THÄl-'gewordenen Interesses in der That würdig ist. Was den Bau selbst anbetrW so habe ich denselben Wiederholt und poch' Mtetzt^aw -'vorgestrigen Tage besucht Er nimmt einen großen Platz an dem Nordost-Abhange des Zion ein; die Synagoge, welche aus dem Härten-Kalkstein der westlichen Berge von eine'm^ griechischen Architektennach dem Vorbilde der! Sophienkirche zu 'Konstantinopel mit weitfassender, aus vier-Bögen'rühender Kuppel' aufgeführt wird, dürfte > eine^ Hauptzierde der heiligen Stadt werden und von; ihrev ^jöhe eine der schönsten Rundsichten auf die 'Umhegend^die' Stadt"selbst' und namentlich den Nahen; Tempelplätz' gewahren. Einige dazu gehörige'uralte ^Gewölbe, deren Bögen in der Fügung der kolossalen Werkstücke * eine große Verwandtschaft mit der' Sud- ] strüction der Aksa-Moschee zeigt, sind auch antiqua-: irisch merkwürdig," Schließlich bekuNdet der Königt. preußische Consul wiederholt sein Interesse an der Sache und die Bereitwilligkeit, derselben fernerhin seine Dhatigkeit zuzuwenden. ' Berlin, Ende November. (Privatmitth.) Gewiß hat' die Eröffnung des hiesigen theologischen Lehrerinstituts, -worüber ich in der vorletzten Nummer dieser Zeitung zu reseriren Gelegenheit nahm, viele der gekehrten Leser' zu der' Vermuthung oder Hoffnung veranlaßt, daß mit dieser Anstalt an dem trüben Himmel, wie er sich eben jetzt hier über das fast verödete Gebiet der jüdischen Theologie ausbreitet, ein neuer Lichtstern aufgehe, daß durch sie ein neues reges Leben' unter den Jüngern dieser Wissenschaft geweckt;nnt> diese Zeit der Erschlaffung zu einer Sturm- und Drangperiode erhoben werde. Leider muß ich gerade vom Gegentheil berichten; noch ist sie nicht das Centrum, mm das sich das theologische Interesse bewegt oder bewegen könnte, noch macht sie nicht einmal Anspruch/als solches zu gelten. Selbst im Verhältniß zu der sehr geringen Anzahl der hiesigen Theologiestudirenden ist die Theilnahme^gn den Vorlesungen mur eine sehr schwache. Während sich die Zahl der christlichen Zuhörer auf 4—5 beläuft, ist die jüdische Theologie nur durch zwei vertreten, die nicht einmal dm rein theologischen VorlesungeNvbeiwohntn, weil m dieselbe^, wie dies schon, bei der. Meldung .im oraüs üNgekündigL wurde, .den 'Vorstudien der Christen accommodirt werden müssen und darum nur dem jüdischen Anfänger, nicht aber auch. dem. Weitervorgerückten einen größeren.'Nutzen ’ gewähren.' 'können.- Gehen wir' in. den Grund dieser allerdings sehr hemmenden Bestimmung Was tiefer' ein,, so finden wir ihn in der Geschichte dieser/Stlftung selbst, und dürfte im Betreff dessen ein kurzer geschichtlicher Ueberblick deft geneigten Lesern nicht unwillkommen sein. ' Der zu seiner Zeit sehr, hochgestellte Beitel Heine Ephraim, dessen Name noch heute nicht sehr unbekannt klingt, hat in seinem Testament vom 23. Oktober 1774 eine Fideicömmiß-.Stiftung gemacht und bestimmt., daß eine Summe von -800. Thlrn. auss schließlich' züm Unterhalt des in ftmem Hause errichf teten Beth Hamidrasch alljährlich verwendet werden solle. Dieses Beth Hamidrasch mag sich wohl eiy halbes Jahrhundert erhalten haben, bis es das Schicksal der übrigen deutschen Jeschiboth. theilte r-; .1834 war es aufgelöst. Die Nothwendigkeit,. dieser Stiftung eine veränderte Bestimm zu geben, lag also vor, und sächmtliche Fidüciarier vereinigten sich dahin, daß, da der Zweck der Stiftung.ein religiöswissenschaftlicher war und bleiben.sollte,..von.der einen Hälfte der obigen Summe — die andere ward von dem früher dort angestellten Lehrer noch weiter bezogen — drei Stipendien für ev angelisch e Theologen gegründet werden sollten. Diese Bestimmung ward auch wirklich auf Grund, zweier königl. Cabinets-Ordren, denen zufolge „der Umgestaltung der Beth Hamidrasch in. eine Stipendienstiftung für evangelische Theologen kein Hinderniß in den Weg gelegt werden solle", ein ganzes.Lecermium hindurch, von 1836 —46, in Ausführung gebracht. Was von 1846 bis 56 geschehen, darüber schwebt noch einiges Dunkel — genug, obige 800 Thlr., die 1799 von einem Sohne des Testators einen Zuwachs von 66-/3 Thlr. erhalten hatte, war während einer sehr geraumen Zeit in den Händen christlicher Theologen, und haben wir es den anerkennenswerthen Bemühungen einiger der jetzigen Curatören zu verdanken, daß sie im verflossenen Jahre wieder zurückgegeben wurden, natürlich mit der Bedingung, daß die christlichen Studirenden von der ferneren Betheiligung nicht ausgeschlossen werden. —; Ob der Wohlthätigkeitssinn,. die Liebe zur jüdischen Wissenschaft des Testators, der, wie vorgege-

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