Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1856)
- Date
- 1856-12-08
- Page
- Seite 670 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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670 sämmtliche arme Schulkinder —. Seitens deS Jungfrauen-Vereins stattgefunden. — Nach den neuesten - statistischen Berichten hat unsere Provinz unter 1,379,W ^Einwohnern 73,935 Juden, von denen D,656 aufchen Reg. -Bez. Posen.und 24,279 auf den Reg.-Bez. Bromberg kommen. — In Ostrowo sind im -vorigen Monate zwei Judenbekehrungs-Missionäre aus Breslau thätig gewesen; -eben so hat der Missionär Blum aus - Fraustadt wieder einmal die VZöllsteine'r besucht und zur „'Judenbekehrung" gepredigt. — Am verflossenen 15. Oktober, als an dem Geburtstage unsereres Königs,— welcher diesmal auf den . zweiten Tag unseres HütteNfesteS fiel, — sind wieder fast in sämmtlichen Gemeinden unserer Provinz/ angemessene - Schulfeierlichkeiten,/ Ln einigen Gemeinden außer/diesen aber noch besondere Synagpgenfeierlichkeiten/uhgehalten worden. : BEn, 30.'Movember^ (Privatmitth.) Die beiden Häuser/des preußischen Landtages find gestern wieder, eröffnet worden. Ob dieselben stch in dieser Session wieder mit der „Judenfrage" zu beschäftigen haben werden? Man glaubt es. nicht. Nachdem im vorigen Jahre, das Princip - als Worttheil der Verfassung so entschieden gerettet worden, so werden die -Gegner' schwerlich einen 'neuen Versuch machen; wenn aber die: verwaltenden Behörden darum dennoch den Staatsdienst den ^Israeliten verschlossen halten, so schweigen .diese, weil sie wissen, daß: eine Administralion in unseren Tagen durch Kammerbeschlüffe in Verwaltungssachen -nicht zu zwingen ist. Wir halten daher jenen Versassungsparagraphen nur als einen Eckstein für die Zukunft fest. — Rühriger hingegen sieht es hier auf dem Gebieten des Cultus aus. Die Leute, welche sich zu Vertheidigern der Orthodoxie, zum Theil wider deren Willen und ohne deren Mitwirkung, aufgeworfen haben., haben sich den. bekannten Wagener zu ihrem Anwalt erwählt. Sie sind abermals gegen die Quasi-Reformen in der großen Synagoge eingekommen, und zwar diesmal unmittelbar bei Sr. Majestät Ihre Eingabe wurde den Ministerien des Innern und. des Cultus überwiesen; der ausführlich motivrrten, von vr. Sachs verfaßten Erwiederung des Vorstandes gegenüber wurde ein Gutachten des 0r. Hirsch in Frankfurt am Main eingeholt, das noch -ausführlicher den Wegfall des nnp das. symbolisch die ganze Erleuchtung Israels umfasse, und von . Sabbath-.-zuSabbath erneue, als einen Abfast vonder ReligiW Israels verwarf;. und nun soll abermals ein Ministerialerlaß.erfolgt sein, welcher aste Veränderung im Cultus/ untersagt. Der Vorstand-. wird seinerseits. dagegen remonstriren. Einstweilen hat dieser Streit die.traurige Folge, daß die Erbauung einer-neuen Synagoge voy den Behörden abermals nicht bewilligt, worden; weil „die Gemeinde nicht einig sei" —, so. daß diese ein Reugeld - von - 3000 Thalern für den angekauften Platz wird zahlen müssen. Es--ist, diese Verweigerung für eine, Gemeinde, die täglich/wächst, und für circa 15-000 Seelen nur drei.Gotteshäuser, die zusammen keine 6000 Menschen fassen, sehr, empfindlich. Daß dieser ganze Verlauf der Dinge sehr viel zu denken giebt, brauchen wir nur anzudeuten. --- Während 'in diesen Dingen nur Unerfreuliches -erstießt, häufen sich auf dem Gebiete mohlthätiger und nützlicher Anstalten die günstigsten Resultate../.Ich werde bald über solche berichten.können... . Berlin, 25. November. - (Voss, ZtgJ Wie zur Zeit berichtet, hatte sich zu-An fang dieses Jahres am hiesigen Orte ein Comitegebildet, um, nach erhaltener Allerhöchster Genehmigung Sr./ Majestät des Königs, eine Geldsammlung zum Bau einer Synagoge in Jerusalem zu veranstalten. Als erste^Rate dieser Sammlung, welche Se. Ercellenz der Herr Ministerpräsident von Manteuffel mit einersehr namhaften Spende eröffnete, ist dem König!, preuß. Consul zu Jerusalem, Dr. Rosen, ein Werthpapier von 150 Pfv. Sterling übersandt worden, um durch dessen Vermittelung den Betrag zu Händen des dortigen bauleitenden Comites gelangen zu lassen. Dem hiesigen Comite ist nun ein Schreiben des preuß. Consuls zugegangen, worin derselbe, den Empfang und die Weiterbeförderung der Summe bescheinigend, sich in höchst anerkennender Weise, sowohl über das Unternehmen, als auch über die dortige preußisch-jüdische Colonie ausspricht. „DaS Geld", heißt es in dem Briefe, „ist der Bestimmung.gemäß; zur Tilgung der auf den Bau bestandenen-Schuldem verwandt-worden; die genannten Herren (des dortigen Comites) haben mir -bereits eine Anzahl Quittungen zur Ansicht überbracht, welche ich dem auf dem Königlichen Consulate deponirten Schuldenverzeichniß entsprechend gefunden habe. Ueberhaupt freut es michsagen zu