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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-11-24 · Heft 48 (24.11.1856) · p. Seite 649

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 48 (24.11.1856)
Date
1856-11-24
Page
Seite 649 (sequence 9)
Language
German
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649 derlegte.. Dieser Kaiser, in dessen Reich „die Sonne nie - ütttexMg"- aber auch die Sonne, der Maubensfteiheit niemals aüfgmg, war natürlich kein Freund der Juden. Daß eszweiJuden ünternahmen,gerade dieftnMannbekehren zu. rvollm,grenzt an Wahnsinn, und mußten sie ihr Unter-; 'nehmen natürlich auch theuer. genug bezahlen. . i Das seltsame Bild Kaiser Matthias', (1612—16L8) ■; muß für die Juden Frankfurts besonderes Interesse ha-! ben. In jener Zeit war es, wo die Juden dieser Stadt vom Pöbel unter der AnAhrung Vincenz Vettmilch's geplündert, verjagt und in große Bedrängniß gebracht wurden. Da sandte ihnen der Kaiser Hülfe; die Rädelsführer wurden hingerichtet, die Vertriebenen unter Militär- Ledeckung mit fliegender Fahne und klingendem Spiel zurückgefuhrt, und der ihnen zugefügte Schaden ersetzt. Ja, der Kaiser ließ sogar Über ihre Straße. ein Wappen ,aufhän'gen mit den Worten : /,Des Kaisers und des ganzen Reiches Schutz." . Auch einmal, ein. Triumph für die so 'ost'Mrfolgten." Den Tag der Rückkehr (20. Adar) machte man daselbst zum Festtage — Purim Vinz. . ... ' Mit Wohlgefallen ruht. der . Blick auf dem Bildnisse Msit Hftphs II. ' (1765^-1790), dieses, schönengeistreichen und 'außerordentlich freifinnigen Fürsten, aus dessen Antlitz sich sein Wohlwollen spiegelt, Wie seine äußere Erscheinung auf dem Bilde, eine neue Zeit ankündigt, 'so hräch '.'mit'., ihm. auch ein neuer. Morgen für seine Völker an. '' Durch das „T o.k er an z.ed ict" (i 782). hat : er fich'M unvergängliches Denkmas der Liehe in die. cher- > Mfeiner südsichen Ünterthaney gefetzt, / , ] ^' ^ÄnchillküiÄch. drangt, sich dem. Beschauer ein Vergleich aUf^zwischendiesem "Monarchen und Karl V.; der M/ller Kktz'gicht uns/ Indem er gMde./diefe/Beche.n fast gänzlich öhne die Insignien ihrer Würde abbildete, Veranlassung dazu. Der ' fanatische Karl erkannte vor. seinem Ende'/ daß sein Streben/ ein ganz verfehltes war, indem er sagte: ,,Sö vermag ich nicht einmal zwei. Ähren, in denselben Gang zu/ bringen und vermaß, mich doch einst, so viele Tausende zu 'einem..einzigen. .Glauben.^zu/.bfingen", währenh, des/ fresilnnigen Joseph..II. letzte Worte waren:' „Ich glaube meinx 'EM, alsMenM-M.-Regent etfüllt/zü chaben?( /' Verlassen.ww Mt' die Kaiserbilder. und. wenden., uys dem'Äüsgange zu. Doch wach erblichen wirs ^Mn, pns Allen bekanntes Bild, das des. Erzherzog - Peich^verwe* serS ^Johann. Es sticht .^gar /sehr ub-gegen -, die. übrigen Bilder im Kaiserornate. Im einfachen bürgerlichen Frack öSBanJ)^.im.0^1X0^,i«nt- * blößten Hauptes^ steht, der alte Herr mit feinem gutmüthigeu Blicke auf seine, längst. verblichenen Kameraden. ., , Eine neue Z eit, dämmert für - Deutschland).: dämmert für die Juden Deutschlands, herauf.. . Schon wähnen, sie alle Schranken gesunken, die den Menschen vom Menschen trennen; denn schon tagen Juden, mit über das Wohl des gesammten Vaterlandes; schon haben fie Sitz und Stimme im höchsten Rache des deutschen Volkes; schon werden sie in die. Deputation gewählt, die das. höchste menschliche Gut zu überbringen hat — .eine Kaiserkrone, da mit einem Male steigen dunkle Wolken um Horizonte auf und drängen den . hellstrahlenden jungen Morgen wieder zurück. Die kaum gefallene (Scheidewand , richtet sich aufs Neue empor, alle schönen.Hoffnungen liegen wieder weit hinter uns. Und. frage, ich wie Daniel: was ist das Ende, davon,? so erhalte ich, gleich diesem zur Antwort: „Gehe, denn verhohlen und versiegelt sind die Dinge bis zur Zeit des Endes,. Heil dem,, der,harret!"; . Es ist.Samstag, /Ich ströme mit vielen Andern, in die Synagogenböty rv?ä"s von Hirsch. Ein sehr schönes,, imposantes Gotteshaus, allen.Anforderungen, .der Neuzeitund .der,.Eleganz entsprechend. Die Galerie -enthält einen abgeschlossenen., Raum, für. die. Freiherrl. .Rothschild'sche, Fa.milie<.. Der..Gottesdienst,, wird -mitz,.größter Ordnung, -im, klebrigen ganz in, der srühern Weise, .verrichtet. . Em^trMcher .Chor,-der auf die Westseite der Synagqge^parterre,, a.ber!ejwas.erhöht, pl,acut/ ist,- unter der tüchtigen Leitung des Herrn Jafet, steht.-dem..Vorsänger-.zur .Seite, - -Diusarymstichen, Chorgefänge ~ natürlich nur -hebrKschtz-.-Tw werden,.-vierstimmig ausgeführt und, sind im Drucke ^schienen.?; Sonntags wohnte, ich .in derselben . Synagoge mner,Trauung, bei.. Auch diese, fand ganz .nachMm-Mus. Mttnur wurde! das, .Brautpaar vou dem Chore mit-einem Gesänge, ('tt, ötta: >^1^2) empfangen. «ti> , schloß .ein, sMerftden Act.u-^ Die; im Pau begriffene-.Hauptsynagoge (der Steiu'schen Gemeinde) wird. in. einem,.prachtvollen!-Style und in sehr.großen^ Dimensionen/ausgeMpt-uNur, schade, daß das, Hauptportal in keinM schönen Straße, liegt-- dagegen steht Pie . Ostseite auf einem schönern.Matze,! , - , .? ..„ Da, auch in, Frankfurt, gerade.Ferien waren, so. hafte ich keine, HeleAenheit,-, die, dortigen; Schulanstalten, noch die au peren, . ,Spitze stehenden Männer^ hie; Herren Rabb. Hirsch, ,yr. Zost, vr, Stexn persönlich kennen zu fernen. , , Wiesbaden traf ich, in tiefe. Trauer gehüllt: die, Herzogin. Pauline war gestorben, - Bei der Beerdigung derselben, schrist her ^jüdische - Geistliche neben, seinen, christli- 48

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