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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-11-24 · Heft 48 (24.11.1856) · p. Seite 650

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 48 (24.11.1856)
Date
1856-11-24
Page
Seite 650 (sequence 10)
Language
German
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650 chm College» her» Vom Ministerium ivWdie 'Abhaltung eines Trauergottesdienstes anbefohlen. Schon glaubte ich bei dieser Veranlassung Gelegenheit zu haben, eine Rede von dem dortigen Rabbinen, Herrn Süßkindf zÄ Hören, als dieser erkrankte und der Gottesdienst ohne solche'abgehalten werden mußte. Ein guter Chorgesang von dem wacker» Lehrer Herrn Hemmerdinger geleitet, mußte die entstandene Lücke ausfüllen. - 'Es ist doch.etwas recht Gemüthliches um eine koschere Restauration in einem größerU Badeorte: da Msst man Juden - aus aller Herren Länder :atu : Und was ist der Centralpunkt, der sie alle hier bereinigt?' Die Religion der Väter, die frommen Satzungen der Vorzeit. Da saßen an der tabie ä'Küte in L a »P s berg ein Herr aus Warschau und ihm gegenüber einer aus Straßburg, und dem aufgeklärten Gothländer vm-L-vis hatte ein orthodoxer Ungar Platz genommen;'aber die Conversation stockte, man verstand sich gegenseitig nicht,' — da erschöllen die Worte: •tiSf (Geftgnet sti der Herr, von dessen Eigenthum wir genossen!) Die' Sprache der Religion war Allen verständlich, ihre süßen Laute lösten alle Zungen. — Wie traurig wäre es, wenn je diese heilige Sprache aus; dem Unterrichtsplane unsrer Jugend gestrichen und dadurch außer Verständniß kommen könnte: Sie ist das einzige Band, das noch die Juden' aller Länder, ich möchte sagen, aller Welttheile umschlingt;' das einzige Merkmal, das dem Israeliten den Israelitenkenntlich macht.r: ■ Wie prächtig erglänzen die vergoldeten Kuppeln des ' griechischen Tempels auf dem Neröverge bei Wiesbaden. in das ferne Rheinthal hinab. So Und-noch herrlicher magst du einst, stolzes Zion> in den TagendeinerGröße gestrahlt haben! So und noch prächtiger erglänzten deine goldenen' Zinnen, Tempel auf Moriäh! ' So und noch köstlicher blinkten einst deine Kuppeln in die' Ferne, Jerusalem/' du - majestätische Stadt!' in den Tagen deiner Herrlichkeit, als Israel an seinen Festen Noch nach' deiner Thronstätte pilgerte. * Ja, großartig - schön inuß os gewesen feinwenn das Volk in unabsehbaren Zügen dach Jerusalem seine Schritte lenkte^ um die- ^EdstMgsgab'eti darzubringen. ^' In reichverzierten, '-Prächtig mit edlen Früchten geschmücktentherls geflochtenen^'theils goldenen Körben bedeckt-mit- Trauben, umhängen' von Tauben, war -die Gabe enthalten: -Gleich inächtitzen Sttdmesfluthen schwollen die Züge dn,Ht näher Mder Hauptstadt kamen. War endlich - uitter Cymb'elUnd- Flötesiklang das Weichbild der^Städt erreicht, -fd MOdek Än'- führer:^ ,;Aüf,'lasset UNS' Hinäüf 'wandeln nach.Aiqxl. zum EwigeN unserem "Götte!" ' Von den Beamten des Tempels und den Größen der Stadt' eingeholt, ' betraten endlich PO frommen Pilger die Thore^ der heiligen Stadt, des Psälmisten Worte anstimmend:. „Unsre Füße stehen in deinen Thoren, Jerusalem!"' Mit deß Ps?si"njlen Gruß: ^Der Segen Gottes über euch! Wir Preisen.euch im Paulen des Herrn!" wurden überall die Wanderer empfangen. So fchÄti' 'der '.seAüche .Zug., .'immer unter hem Hohen Schalle der Musik durch die Straßen der Stadt dem Tempelberge zu. Hier angelangt, fanden es selbst Könige nicht unter ihrer Würde, den eigenen Korb auf die S.chul? ter zu nehmen,' indem sie des gekrönten Sängers Worte anstimmten: „Lobet den Herrn in seinem cheiligthume, ~ Alles, was ' Odem hat, lobe den 'Herrn!" ribdr Pv rjrWi yüHeil dem Auge, das solches geschaut! ' - '' Der geneigte Leser verzeihe die kleine Abschweifung. Ist man einmal auf der Reise, so ist esauch unsrem Geiste nicht zu verargen, "wenn er einmal einen. kleinen Abstecher auf eigene Faust, macht, und fei es auch nur nach Jerusalem. Doch jetzt ohne Aufenthalt' weiter ugch Mainz. ' ' ' \ /’ v, ,! * / r Auch in dieser Städtj&ietet ftdj uns baS , traurige Schäüspiel dat, daß die Gemeinde, wie in Frankfurt, Jn Mer Parteien gespalten ist und eine jede Partei eipe- PitzeneSY'^agoge' und einen 'eigenen geistlichen besitzt.'jDa* durch ist'die' Kluft so tvM ^eÄoMjr^.'PäK^ste''.M'MM so leicht nicht wieder''wird' aussuilen' 'lassem^ ä. Ms. *, untör den fpätehO Chasmoüäern die' Parteikämpfe am^ heftigsten wütheten (Pharisäer und'SäÄucaer^'.da blieb^och immer/der «eine Gottesdienst, PH eine Tempel der V.er?- einitzüngspunkt aller 'Parteien, über Diesen' hinaus, ging der' Zwiespalt, Äfchon auch damälß religiöser Natur,' nie. Möchte 'man' dessen Poch immer' eingÄenkDiO'. —Die HaüpWnllgog'e ist ein piächttges Äehäude. ich .möchte fast sagen,' zU prächtig und überladen.' \' schade,'' daß. .dieselbe Äüf öiÜe'm fftAuch die nerO'Shnatzoge' v°ek Äjim war ihrer Vollendung'nahe, ste''h3K'jÄW' miedet PrDn keinen Vchgleich'aus! In WormS ließ mir. das schnaubende. 'DarM^ß' nüv so " tiW'Sfrt't!! °deH sseißigen ÄrtqiÄiter f‘ dieser Zertung, Hedrii^ 'Prediget ^ewysöIn ^aüHusuchem Dfe vrAen jüdrschdU^ MckkchürdigkeiEn ' dieser /Stadt' als die SMf 'ägöge> Räschi's'-Stlihk/ ^OHauerniM. .d^'' ÄdteÄ^ u^. 'si 'fröyer unier ^>er^ ^ü^rung.des j, vMokEüi'OrWM'ÄÄer'/^ ^en würdige

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