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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-11-24 · Heft 48 (24.11.1856) · p. Seite 644

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 48 (24.11.1856)
Date
1856-11-24
Page
Seite 644 (sequence 4)
Language
German
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644 Erwachsenen, nicht zu denken ist. Einstweilen hat der Tempelchor während der letzten Feiertage,, namentlich am Jom.Kippur. und am Zimchat Tora?, (der drest jährige CyclüS, war nämlich diesmal zu? Ende) . ganz außerordentlich gefallen. Vonneuen. Gömposttzonen auf ebräische Terte hatten Wir die Festpfalme,-vom Cantor Piza, einen Theil der Todtenfeier, nämlich die ersten vier Verse derHasokksbä: Md rsd lubseda rc.,. vom Organisten. Schinck, (das msd Msm^ ward , als. eine bloße Uebersetzung deS vorangegangenen „Was ist der Mensch^ Allmächtiger", diesmal weggelaffen,) dann den 150. Psalm mit. großer, Fuge jLol. hamiesekgws, ebenfalls von Schinck,und mehrere, kleinere Stücke. Die Genauigkeit des Chors ließ fast nichts zu wünschen übrig. So auch spraches ,sehr an, daß jeder erste VerS eines Predigtliedes vom Chor oder dessen gemischten Quartett allein mit ganz schwacher Orgelbegleitung ohne Uebergangsaccorde gesungen wird und die Gemeinde erst beim Weiten -Verse mitsingt. An den betreffenden Tagen war.-der Tempel überfüllt — er faßt über 1200 Menschen. — und man konnte bemerken, daß am Jom Kippur-von Morgen bis Abend fast Niemand von der Stelle ging. Wahrscheinlich werden alle Melodien deS hiesigen Tempels in Kurzem im Druck erscheinen, doch möchte es nöthig sein, einen großen Theil der deutschen Choräle in einem andern Style neu zu componiren, da es sich immer mehr herausstellt, daß die deutsch-protestantischen Choräle ein jüdisches Publikum auf die Länge nicht ansprechen*). Im Ganzen hat unser Tempel in jeder Beziehung jetzt eine hohe Blüthe.erreicht. Auch wird bald eine neue (dritte) Auflage deS Gebetbuchs nöthig sein, wobei es vielleicht gut wäre,Wenn auswärtige Gemeinden, die dieses Gebetbuch angenommen haben oder noch annehmen wollen, ihre etwaigen Desiderien früh einsendeten. A - DaS neue Talmud - Tora - Schulhaus ist unter Dach und wird nächstes Jahr um diese Zeit bezogen werden. Das Paulinenstift (für weibliche Waisen) wird bald in dem von dem Leinenhändler I. geschenkten geräumigen Hause eröffnet werden y und zwar — eine sehr glückliche Idee — inder Form einer Erweiterung unserer „Unterrichtsanstalt - für arme *) So bestätigt sich auch hier, daß wir mit dem sogenannten rhythmischen Liede den Nagel auf den Kopf getroffen.?. ,n-Redaet^i jüdische Mädchen^; eines fast 60 Iahte bestehenden IM stitutes, welches etwa 50 Schülerinnen'enthält, während .dienerst ffeit 40 Jahren bestehende Mädchenschule der.Gemeinde-deren über-220' zählte Als eine Merkwürdigkeit bürste eS wohl erlaubt fein, hier zu erwähnen, daß? ein hiesiger, zu-den Reichsten gehörender Kaufmann, Herr B. O., am letzten Simchat Tora feinen 102. Geburtstag gestiert und dabei in feinem Privatbetloeale - mit ganz Mgenehmev-StiMMe'.'Und.mach-bekannten ^ansprechenden Melodienals Chafan fungirt Hatz? was er' auch sin den letzten- Selichot- Tagen mehrmals that. v:.'; ' n ' Musiken, 8. November. (Bayr. Bl.) In Augsburg hat, eine, Anzahl Bürger aus.dem Umstande, daß mehrere. Jsraesiten.neuerlich um Aufnahme, und Coneesstonirung, als.Großhändler nachgesucht haben ,und diese Gesuche pom Magistrate begutachtet worden sind, Anlaß .genonlmertz eine Anti - Juden Adresse an-die. E:--Legierung, zu pichten. . Der Schluß -der. Adresse lautet, nach.dem Äugsb. Anzeigebl.: „Wr Unterzeichnete Bürger Augsburgs erlauben uns die?unterthänigste Bitte, daß den bemerkten Gesuchen die,Zustimmung hoher. Stelle versagt und dadurch, die Stadt Augsburg vor den Fortschritten einer.Gefahr, bewahrt und gesichert werde, welche den größten und dringendsten beigezählt werden darf, wie sie jemals bestanden ' hat." — . (Was hat Augsburg von den Juden, denen es stets feindlich gesinnt war, zu fürchten? Etwa, daß fie ihm aus dem langen Verfall seines einst so blühenden .Handels aufhelfen?, Red aet. d. Aüg. Ztg. d. Judench^ .. . , - Preuße«. Berlin, Mitte November. (Privatmitth.) Ber-- gangene Mittwoch wurde das neu errichtete, oder besser, das neu reorganisirte Lehrerinstitut der Beitel - Heine- Ephraim'schen Stiftung (Beth hamidrasch) im Beisein deS CuratoriumS -eröffnet. Nachdem einer der Herren Kuratoren mit kurzen Worte«?über die Entstehung, fo wie über die Gründe/ die zu dieser. Reorganisation geführt-: Bericht erstattet, nahm Herr Lebrecht, dem die Leitung dieses Beth hamidrasch anvertraur ist, dasnWort und ließ sich über die ' Verschiedenheit' der früheren Talmudforschung dev alten sogenannten 1112^ und derjetzigen' Behänd-

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