Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1856)
- Date
- 1856-11-24
- Page
- Seite 645 (sequence 5)
- Language
- German
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m lungSweise des Talmuds aus/ wie sie eben hier soll angestrebt werdend Während früher und noch Ende des: vorigen Jahrhunderts der Talmud als Gegenstand der Verehrung in asketischer-Weise studirt und dieses - Studium nls ein rein gottesdienstlicher Ach von dem Sündenvergebung und jenseitiges Seelenheil- NuSgehe, betrachtet wurden könne und muffe der Talmud - jetzt, nachdem diese Begeisterung und- Verehrung gewichen, besonders von linguistischem/ archäologischem Interesse fein und nun rein wissenschaftlich behandelt werden. Hierauf sprach Herr Dr; Harbrücker, Docent an der hiesigen Universität, über den Nutzen des Talmudstudiums auch für Nichtjuden — auch von ihnen werden die Vorlesungen besucht — so wie über-die Nochwendigkeit derKenntniß der arabischen Sprache zum richtigeren' Verständniß des Talmuds. Nach" Verlauf einerhalben Stunde war diese feierliche Seene beendet.'— Herr Lebrecht wird Pirke Aborh, Einleitung in die Mischnah und den Talmud, Herr Dr. Harbrücker Arabisch lesen, und behalte ich mir, mich für - heute auf dieses Wenige und - Skizzenhafte beschrankend, Näheres und Ausführlicheresfür eine spätere Zeit vor. Zur Berichtigung meiner das Vermächtniß des jüngst verstorbenen Normann betreffenden Mittheilung> habe ich noch hinzufügen, daß die für die genannten drei Gelehrten (statt Ettlinger lies Ettinger) ausgesetzte Summe, welche das Gerücht als enorm verschrie, sich in der Wirklichkeit Nur auf je 200 Thlr. beläuft, während die Wirthschaftetin deS TestätorS mit 25,000 Thlr. bedacht wurde. : Ad tocem Vermächtniß möge hier noch folgendes Curiofum feine Stelle finden. Eine alte Wittwe, Mitglied der jüdischen Alterversorgungöanstalt, hat als letzten Willen hinterlaffen, daß ihr sauer erspartes Capital am Tage ihres Begräbnisses unter die Armen vertheilt werden solle. Als letzteres vergangenen Montag stattfand, wollte man zur Ausführung dieser letzten Bestimmung schreiten und fand beim Eröffnen der Kaffe vierzig Thaler vor, aber — in längst werthloS gewordenen DärlehnS -- Kassenscheinen. „Der Herzen und Nieren prüft", hat gewiß den guten Willen für die Thal ausgenommen z ob auch die bitter getäuschten^ Armen? — . - Ein sonderbares Verhältniß ist doch das der (Mecklenburg-) Schweriner Gemeinde zu ihremRabbinerDd. Lüpschützi Letzterer, ein otthodoreS-aber würdiges Ori-> ginalhät esaußer feinen fonffigensegensreichen Wtr2 küngen, dahin gebracht- 'daß Mf höheren'Befehl' das Gotteshaus' der o r t h o d o-ren Gemeinde 'schon stit W Nem Jahre. geschloffen-'ist.'': Jndeß mvchW der rGeVankö, selbst an den heiligen 'v"itiH "ohne Gottesdienst zu sein, den bravin, frommen Männern-allzu peinigend' Und'' drückend - gewesen fein Und WMüstr esdaher vor-' solchen-trotzdes Verbotsan' deN'erchähntenT'agenab-' z'ühaltettMnd.-50Thlr5'StrafeuzUldepöttir^n.! Sv^ wuß-- trtt st'edurch Op'ferwilljgkeit ihr -religiöses BedÜrfniff ungestört M befriedigen, während der - Herr- Landrabbiner, ausgeschloffen aus fhrer-Gemeinschaft, nach einem kleinen-' in der Amgegendliegenden ' nitoi < wandern mußte. ' - —^1. 2 Oesterrcichischer Kaiserpaat. . ' - Wien, 11 ‘ November, i - (Privatmitth.), r sDr. Jellinek' ist zum hiestgen Prediger - erzählt'worden. - - Er predigte am SaMstäg und die Predigt-Hüt' allgemem Beifall gefunden.- Am däräuffolgenden -SoNntag fand eine Plenarsitzung -'des'VürstÄNdes' statt und wie Wähl fiel "auf Jellinek, der - bald' die Gunst des Publikums gewonnen hätte'/ Allerdings' ging'der Wahk act nicht -ganz ftiedlich wor stch/ Hßrr Dr^ Meiftkder durch seine Persönlichkeit viele Freundesich erwarb, fand auch bei der Wahl Kämpftr, wie 'für ihn einstanden. : Ich muß jedoch chinzüfügen, daß diejeni^ gen Herrendie^ für Meiftt stimmtest (unterfünfzehn drei), nicht etwa als Gegner JettineköäustratM^ Wenw es eistem^Menschen Befrikdigmtg gewährt^ daß er sich ein freundliches''Angedenken' gestiftet hat'(und allerdings ist dies das höchste Ziel, wornüch'ivirstre^ beN), ft kann Herr Dr. Meisel Viest Befrievigunghaben. - Die hervorragende Begabung! MeiselS wird anderswo weiter schaffen und den Boden^findenden er hier gesucht hat. » - - Hebet Herrn Dr. Jellinek habe ich -Ihnen wohl Wenig zu sagen. ES ift :einepublic-persona Stehet er doch mit Ihnen seit einiger Zeit iM näherer - Verbindung und hilft wacker mit die jüdische Wiffenschast fördern. Ich hebo tam ihm, eine./Eigenschaft hervor, die Personen, die ihm längere Zeit nahe gestanden sind, ihm stachrühwech üstd diese ist-stirv 'hb)'" ble nächwem Ausspruche eines unserer! Weisenalle, anderen-überwiegt/ ' 'ES 'Ist-'diese Mgenschäst^ Mt'MÜd'; Amts noihwendW däs'lHerd vö. ' Iellitttt' bekleidet;