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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-11-17 · Heft 47 (17.11.1856) · p. Seite 636

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 47 (17.11.1856)
Date
1856-11-17
Page
Seite 636 (sequence 8)
Language
German
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telligenz und Chassidismus, aristokratischer Stolz und gemeine Bettelei, die Bücher der "Kabbala und der Encyklopädisten mit ächt altrepublikanischer lXngcnirtf heit in und durcheinander gemischt vorfindrt, diese Metropole des Speditionshandels für ganz Galizien, fühlt sich in Um Deutsch- und Chassidickthum zugleich getroffen, und aus seiner Mitte tritt ein gewappneter Kampe hervor und legt eine Lanze ein' für die Ehre dieser beiden ertremen Parteien. Ich nannte unter Anderem die Deutschen indifferent, da macht der Correspondent aus Krakau ein ernstes Gesicht, stellt sich zur Wehre und ruft dem Verwegenen ein „noli me tangere“ entgegen : „wenn der Correspondent die galizischen „Deutschen" indifferent nennt, so mag er hierin einigermaßen Recht haben. Aber blos einigermaßen;" so lange aber dieser Herr meine Behauptung : daß die Deutschen in Galizien (vereinzelte Ausnahmen beben die Regel nicht auf) in ihrem öffentlichen Leben die religiösen Observanzen unberücksichtigt lassen, den Gottesdienst äußerst selten oder gar nicht besuchen, und gerade dieser religiöse Jndifferentismus es ist, der die Vorurtheilsfreien und Bessergesinnten unter den polnisch gekleideten Juden abhält, dem Deutschthum, dem sie dem Geiste nach wirklich anhängen, öffentlich zu huldigen, da sie „deutsch" und „unreligiös" identificiren, nicht gründlich widerlegt, lasse ich mir kein Jota davon abdisputiren. — Ich sagte ferner: die Chassidim sind demoralisirt; da macht der Correspondent aus Krakau wieder Front: . w->n bdr ^->222, und weiß es doch so gut wie ich, vielleicht besser als ich, daß, wollte man das Leben und Treiben auch nur Eines „Rebbi" ausführlich beschreiben, man zu einer bändereichen chronique scandaleuse nacfo Art des i-toa Hinreichenden Stoff hätte. — Possierlich ist es, wahrzunehmen, wie diese Herren, die mit beispielloser Kaltblütigkeit das Judenthum verbluten sehen könnten, ohne zu dessen Erhaltung auch nur die Hand auszustrecken, sobald man Miesse macht, das C'Hässi'dimthum,anzutasten, sentimental werden, es unedel nennen und ausrufen: „Nein, wahrlich, Menschen, die selbst im Branntweinräusche, bei aufgeregten Sinnen,-sich zu Gott erheben, können unmöglich lasterhaft sein!" Wir nüchternen Menschen, die'weder Gelegenheit noch Luft hatten,'den Trinkgelagen der Chassidim beizuwohncn, folglich minder sentimal sind, würdey,den.-.^aK! umkehren, und also folgern : Menschen, welche -fähig -sind, auch, nur .„Eine der,gotch^geisterten ^den,an^denen die Hebrälsche religiöse Poesie so. reichist," dadurch zu entweihen, daß sie dieselbe im Branntw.einrausche, bei aufgeregten Sinnen, singen, können unmöglich, einen .richtigen Begriff von der Verehrung.Gottes haben, um nicht zu sagen, sind Gotteslästerer. —... . Der Correspondent aus Krakau läßt auch, indem er von meinen Mittheilungen spricht, die Worte „fade Verleumdungen" fallen, was ich aus Rücksicht gegen die geschätzten Leser dieses Blattes nicht unbeantwortet lassen darf. Was das „fade" betrifft, so ist dies Geschmackssache, ein anderer Correspondent (aus Leipnik in Nr. 35.) nennt die Artikel „trefflich"; wenn er aber meine mitgetheilten Facta, die. ich durch Angab e d er O rts - und Personennamen.zu^ b.e- Wahrheiten im Stande und zu. jeder Zeit bereit bin,, „Verleumdungen^ nennt,so will, ich, .aus. Achtung gegen den mir unbekannten Verfasser, jenes Artikels, gern annehmen, daß er dieses Wort unhedachtsamer Weise niedergeschrieben hat;' denn er muß es selbst am besten wissen, daß diesem Thatsachen. nicht erdichtet sind^ und daß man mcht verlegen wäre, solche zu Hunderten herzuzählen, man braucht nur in die Urne der Tagesereignisse blind hineinzugreifen. —, Wollt Ihr wirklich vor den Augen Deutschlands rein und vorwurfsfrei dastehen, ist es Euch wirklich ernst darum, der Welt schlagend zu beweisen, daß Ihr nicht indifferent seid, so beweiset es dur.ch.Th aten. Bringet vorläufig nur das zu Stande, was in Böhmen, Mähren und seit neuer Zeit auch in.Ungarn manche Gemeinden von nicht, einmal, hundert Familien zu Stande bringen. Regelt ssas Schulwesen, welches sich gerade nicht, iw bestem Zustandechesindet. „Krakau hat zwar eine Art israelitischer Schule, welche aber kaum dem Zwecke entsprichtunch überdies wenig besucht wird." Das sind die Klageworte einer Correspondenz aus Krakau in Nr. 33. der „Wiesser Mittheilüngen", die augenscheinlich "aus dem Herzen kommen. Besetzet den vacant gewordenen Rabbinatssitz mit einer Persönlichkeit, deren, zeit^ gemäße Wirksamkeit für Krakau so wie für ganz Westgalizien von unberechenbar segensreichen Erfolgen wer--, den könnte. Ihr dürft in jeder Beziehung nur Lem-. berg, das so eben in der..Person• einet.Capaeitätuu.s< Deutschland seinen künftigen Religionsweiser uyd Pre-

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