Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 46 (10.11.1856)
- Date
- 1856-11-10
- Page
- Seite 623 (sequence 7)
- Language
- German
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KLsetze-sWirschlüge zu G-U n sie n der Reli-; Oilp y ßfaßi heit verkmrdet. Er sägte : - --Eine- .auf i eigener unerschütterlicher Ueberzeugung und/ Achtung * pov/wem Glauben Anderer beruhende ToleeayMgehört -zu dem- Wesen der protestantischen Kirchtz,!iUnd ziemt; sich. für daS Volk, dessen Helden-' OM* ^der-, große Gustav Adolph, durch glänzende MssSKirzyB ’M$ Opfer. seiyeS eigenen Blutes die LZenkfreiheit in Mittel-Europa-begründet. Die Ge- 'setzpWbote, -welche der.Religionsfreiheit: und derssreieni '-ÄttsüKtyg-.idB-..GytieS.d.iensteS^Hindeyriffe in den Weg OgW müssen,daher. verschwinden und die allgemeinen Wesetze Mit. denBestimmungen des H. 16. -des. Grundgesetzes in nähere Uebereiustimmung; gebracht werden."; .n.-(Die > Vergleichung obigen Artikels aUS Rom mit diesen, königlichen-Worten aus Stockholm ist eine na- Mrliche/jUnd giebt doch ein wenig zu denken! Nied.) u - Holland. .Ans.- NorddeuLschland, im October. (Privat- ,mUh/)>l.-Die Ilevue äes deux raondes enthält eine Abhandlung von Alphonse. Esquiros „Die Juden-in-.Holland." Man erkennt, in ihr überall den vorurtheilsfrcien, kenntnißreichen Kritiker. Da der Artikel...von einem christlichen.Verfasser hermhrt, so enthält i er natürlich Manches, was einem jeden Judey) hinlänglich .bekannt, ist. Aus der etwas:weitläufigen, aber immerhin anziehenden Einleitung gehen i wir.-den Anfang:;; „Es giebt ein mysteriöses Volk, das sehr wohl Anspruch auf die Aufmerksamkeit des Historikers und Moralisten machen kann. In der Wüste geboren, ist die -Karavane sein Emblem. Es hat aller Flüsse Wasser-gekostet, von den-lauen Wogen-des Nils und Euphrats bis. zu den übereisten Gewässern der Newa. Es/hat seine, durch die Thränen des ErilS erschlaffte Leier aufgehängt auf den Palmen Babylons, den Eichen Galliens, den schwarzen Fichten Norwegens. Es ist. überall und immer. Es hat die Pyramiden erbaut> es-hat das Parthenon einfallm sehen. Sein religiöses, politisches und bürgerliches Leben war in dem Tempel Jerusalems concentrirt: der Tempel ist gefallen, — und eS besteht noch. Immer proftribirt und doch immer aufrecht, zeigt es seine Superiorität überl. seine Unterdrücker." Nach, ähnlichen allgemeinen Bemerkungen über die Geschichte und den Charakter derJuVen kömint Berf. speciell auf die - Geschichte der holländischen ' Jüden, die er/ etwas weit ausholend , von der" spanischen Vertreibung bis zur Gegenwart - fortführt, ste hinlänglich bekannt W'' Endliche spricht' er vom gegenwärtigen Zustande der''holländischen Juden'/ der. wichtigste Theil seiner Arbeit, aus dem wir die bedeutendsten Momente hervorhebem — „Ja Holland regiert eine jede Synagoge stch selbst*) und sorgt füv die Bedürfnisse ihrer Armen. Vielleicht thut die jüdische Bevölkerung im Verhältriist ihrer Hülfsmittel und Zahl (man zählt ungefähr 64,600 Juden in den Niederlanden)-mehr Gutes, als die übrigen religiösen-- -Gemeinschaften. ., Die Israeliten haben Waisenhäuser für sich. Es. giebt in den Niederlanden 50 von der Regierung äutorisirte. Schulen und eine Anzahl Privatinstitute. . Eine Menge^ Juden schickett ihre Kinder in die öffentlichen Schulen, wo man bisher die Moral phne irgend eine Anwendung auf die speciellen, im Lande vörhandenen'Glaubensbekenntnisse lehrte. Der rein religiöseUnterricht wurde außerhalb' der Schule/gegeben."' Dieser Zustand der Dinge ist in chen ' letzten Jahren "von der ultraprotestantischen Partei.stark angegriffen wördesi, und trotz' eines lebhaften Widerstandes schien die Majorität des Landtages gdneigt, ihr nachzugeben. Manche ernste und parteilose Leute sehen einer solchen Reform mit tiefer Traurigkeit entgegen. Die Vereinigung von katholischen, resormirten und israelitischen Kindern unter derselben pädagogischen DiscipliN war nach 'ihrer Meinung eine ausgezeichnete Schäle dev religiösen Duldsamkeit. In einem Lande, wo zahlreiche 'Seiten und Untersecten eristiren, war es gut, daß es einen neutralen Boden gab, auf dem Jünglinge sich vereinigten und zu rechter Zeit die Achtung' kennen lernten, die man allen parteilosen Ueberzeugungen schuldet. — Die Erziehung der israelitischen Töchter;i|fc lange in Europa vernachlässigt worden, ohne Zweifel als ein Rest eines Vorurtheils, das im ganzenMorgen^ lande über die Lage der Frau herrscht. Aber einen solchen Vorwurf kann man jetzt den Juden Hollands nicht machen. Dank der geistigen Bildung beider Ge- *) Im Haag ist der Sitz des Centralconsistoriums der Israeliten, das aus einer Hauptcommisston von sieben Mitgliedern besteht.