Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 46 (10.11.1856)
- Date
- 1856-11-10
- Page
- Seite 624 (sequence 8)
- Language
- German
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«24 schlechter, Dank auch -der. veMltnißmWg glücklichen Lage, in. her sich die Jichen, in, den. Niederlanden zwei Jahrhunderte hindurch war ihrer. ganzUchen Pmancipation befanden,^trifft. man. Mute Repräsentanten. des ZudeMümS^. Lu der Harre un.b.der Magistratur*), im Lehrfaches) wieinwerLüeratm**^ Künsten. A. F. (Fortsetzung folgt.), . Abhandlungen verschiedmen Jnhalts. . .- .... Reiseskizzeu ' v - von Lewisohn in Fulda. .! 'Ädermals entführten mich die Sommerferien der Hei-: Wlath/ Der Körper erholt sich , die Seele lebt neu aus, ) wenn/man wieder einmal in die wsite Welt, in hie freie, \ McheÄatur 'hinaus" kömmt,', nachdem man so ein ganzes : Jahr langzwischen den Schulwänden geschmachtet hat.! Langenselbold/ bei Hanau war das erste Ziel meiner Resse.?8s Wat mir angenehm, wahrzunehmen,, wie man hier die. besseren, seit Jahren getroffenen Einrichtungen zu, erhalten gewußt' hat. "Die'.iSYnagdgenord^ung. hat. der - Unordnung noch ' nicht wieder Platz gemacht, wie das sonst so häufig zu geschehen pflegt. 'Das Interesse am ' - *)'-Zü den Israeliten ,' welche der- Verwaltung, der Barre und. der Magistratur Ehre machen, gehören unter Andern: G.odestoi, Depu.tirter. und : Rath. des-Apellhosts zu, Amsterdam;, van Mesritz, Administrator-der Domaiuen; G'oudsmiv, äusMzeichneter Nechtsgelehrter; de Pinto, . Ädvocat 'und Pllblicist, Gründer der „8oei6le ll'uHIilepudligne en kaveur 6e8 I8r»e!it68." ' - - - - > - **) U. a. Arzt van Deen, Prof, zu Gröningen ^Chemiker .Sarphali aus Amsterdam- LobattoMathematiker und Pros.. zu Delft; Hirsch aus.. Rotterdam,: .Lehreren . edek der neuen, dort gegründeten Anstalt für Taubstumme. - -b*-!-) Mehrere Blätter in Holland-stehen unter Leitung von Juden; so hat das wichtigste politische und commereielleBlatt der Niederlande, das „Hantlelsblad“, zum Hauptredacteur einen Israeliten, Keyzer. . Unter den. ausgezeichnetsten jüdischen Malern kann mau David Bles, Israels, Verveer und Calisch nennen. Der „änriusire", welcher die von de Pinto gestiftet. Gesellschaft „rl'utjiite publique“ veröffentlicht, giebt oft sehr interessante Zeugnisse für^ literarische jüdische Talente/ unter andern die Versuche von zwei jungen Damen, Fräul. Estelle und Marie Hertzveld, von denen die eine,rührende Verse, über die Ueberschwemmungch geschrieben, hat, die.-vor/einem. Jahre, die Astederlatthe verwüsteten. - . Chorgesang ist .noch ffo lebendig, und 'dieser selbst noch so frisch und ckräftig wie früher.- Ein AusstNg nach der: nahen Rönneburg böt des Interessanten wW ^Merkwürdig -ist es, wie wer Jude Äberall^ mochte^ Gm Was Glück lächeln, daß er inWeniPalästen' derWrößen^'sich niederlassen durfte, .oder mochte, er in; -den Hüttenwer Armuth: eine kärgliche- Ruhestätte finden ein -Kämmerlein einzurichten ^wußte, .„woselbst er offene Fenster: nach Jerusalem hin hatte und in welchemerdrei Mal des Tages; kniete und 'betete und -dankte vor feinem GoM" In dieser alten: zerfallenen Bürg, gegenwärtig dem- Grafen . von Isenburg - Wächtersbach gehörend, haben sich-seit vielen Jahren >mehrere -israelitische-' Familien angefiedeltiund auch eine recht anständige Synagog^ mit allem Zubehör im Schlosse selbst.herzustellen gewußt. -; Oben inschwindelnder Höhe, in lustigen. Räumen unter/den ZinnÄrder Burg haben sie die Stätte bereitet/ aus lwelcher>Gv Rüf zu dem erschallt, „der die Wolken zu seinem Gefährten macht, der da wandelt' aus denSchwingen des Windes." Ja sogar mehrere Dorfgemeinden haben ihren Synagogengang dorthin. ..Wie beschwerlich mag -esden--guten Leuten fallen, am Schluffe des Versöhnungstages-, - nach beendigtem Gottesdienste, - wenn der- Körper? von-Fasten und.anhaltendemBeten ermattet, mitunter-fiist^gebrochen ist, die steilen Stufen der Synagoge und den noch-stei^ lern Schloßberg.. hinabzusteigen! - Wahrlich,-manwird hier recht von der Wahrheit der Worteder Schrift überzeugt: „Die Freude an Gott ist eure Stärke! " ' (Rech,em.. 8, 10.) •i- .: - •'!4 Gelnhausen, Sitz einer zahlreichen jüdischen-Gemeinde, hat eine .nette Synagoge, eine Religionsschule und-guten Chorgesang. Vor einigen Decennien blühte hier:noch eine sehr besuchte (höhereTalmudschule), und ^gar manche unsrer, gegenwärtigen Rabbinen haben - dort zu den Füßen des Rabbi dem gelauscht, - haben-sich an: den Geisteskämpfen des gelabt. -Jetzt-ist nichts mehr von all dieser Herrlichkeit geblieben,-nicht einmal ein Rabbiner, hat dort feinen Sitz. Die. alte Burg dortselbft, einst, .die Residenz Kaiser Friedrichs.!., ist. jetzt ganz von Juden bevölkert. Wie würde der alte Barbarossa staunen, wenn: er einmal vom Kyffhäuser aus das LebenW.nd - Treiben der jetzigen- Insassen seiner ehemaligen Burg mit. ansehen könnte.' - .Da ist nichts mchr won all der. frühern Herrlichkeit zu schauen.; verschwunden find die stolzen Ritter, die. zierlichen Edelfrauen,-dahinTurniere und Mampfspiele, ein ganz anderes,' ernsteres-undssehr^hätiHeS Geschlecht: hat dort..seinen!Wohnsitzaufgeschhigeü.:.?.'