Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-10-27 · Heft 44 (27.10.1856) · p. Seite 598

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 44 (27.10.1856)
Date
1856-10-27
Page
Seite 598 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225985-3226030--15692-3244503
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

598 Religionsschwärmer ist, und nur die Liebe zur jüdischen Religion ihn zu diesem aus sein ferneres Leben. Einfluß übenden Schritt bewogen hat.= Alle Ermahnungen von Christen und Juden, den gefaßten Vorsatz aufzugeben, und in dev christlichen Kirche zu verbleiben, waren fruchtlos, und als man dem jungen Manne bemerkte, daß die. schmerzhafte Operation der Beschneidung für ihn Gefahr bringen, ja sogar seinen Tod herbeiführen könnte, wurde er doch in seinem Entschlüsse nicht wankend, sondern erklärte mit wahrem Märtyrermuthe, daß er den Tod nicht fürchte, wenn er nur das Glück genieße, eine Stunde Jude sein zu können! — Ruhig, ganz ohne Furcht ließ er auch den Act der Beschneidung an sich vollziehen, welcher von dem gewandten bsrrca, Hetrn M Wiener, hier glücklich ausgeführt wurde und ist sonach die Jüdenheit wieder um ein frommes, gläubiges Mitglied reicher.— , Bei der letzten, im September d. I. stattgehabten Lehrerprüfung im Posener Seminar war unter 28 Lehramtskandidaten nur ein einziger Jude, der sich privatim 'für dieselbe vorbereitet hat. Wahrlich, eine traurige Zukunft für unsere Elementarschulen!! N. Rackwitz. Hamm, 16. Oktober. (Eingesandt.) Heute trat der Vorstand der rheinisch-westphälischen Lehrerconferenz hier zusammen , um eine'Beschleunigung der Angelegenheiten/ die Unterstützungskasse betreffend, zu erzielen. Er hat bei dieser Gelegenheit zu seiner Freude die Ueberzeugung gewonnen, daß die bisherige Verzögerung in nicht vorhergeschenen Schwierigkeiten ihren Grund hat. Herr Oberrabbiner Boden he im e r schickte die Statuten mit einem warmen und kräftigen Begleitschreiben att die Oberpräsidien beider Provinzen, und sind dieselben von Coblenz aus mit dem Bemerken zurück gesandt worden, dass sie nicht zu dem Ressort des Oberpräsidii, sondern zu dem des Ministeriums des Innern und" der geistlichen Angelegenheiten gehörten. Wird nun die Sache auch durch diesen Umstand einen weiteren Aufschub erleiden, so hegen wir dennoch diezuversichtlichste Hoffnung, daß das mit Liebe und Einigkeit begonnene Werk glücklich zum Ziele geführt, werden: wird. Möchten doch unsere werthen Collegen diese schöne Hoffnung mituns theilen und wie wir mit Ruhe, aber auch mit Eifer UNd Ausdauer diesem Ziele zustreben I . — - Zuvörderst' erscheint es; uns aber als ^unerläßlich, wie uns jüngst aus bester Quelle angedeutei worden / daß schon jetzt ermittelt 'werden möchte, in wie großer Zahl unseregeehrten Collegen dem Vereine beitreten würden, da dieses voraussichtlich aüf die.Genehmigung von wesentlichem Einflüsse fein dürfte.' Wir bitten daher unsere werthen Collegen, ihre vorläufige Beitrittserklärung schleunigst und zwar spätestens bis zum 15. December d. I. bei einem der Unterzeichneten Vorstandsmitglieder franco einzusenden, und bemerken wir hier zugleich, daß Diejenigen, welche bis zu diesem Zeitpunkte nicht-beitreten, laut Bestimmung der Statuten unter den jetzt gestellten günstigen Bedingungen nicht ausgenommen werden. —' Gleich nach Genehmigung der Statuten' soll, außer der Veröffentlichung durch die Allg. Ztg. d. Jud., jedem der Herren Interessenten ein gedrucktes Exemplar zugeschickt werden, worauf alsdann erst eine bindende Beitrittserklärung abzugeben wäre. Collegen, laßt UNS bedenken, daß nicht nur wvw vwb rihibny by>, sondern auch D^ninb Möiö viyw üiiib npby by, daß nicht nur auf das Göttliche bezughabende Forschungen, sondern auch-jedes edlere Streben vom Himmel endlich mit Erfolg gekrönt wird. Der Vorstand: Blumen au, Lehrer zu Bielefeld, W a l b a u m zu Münster, A l s b a ch zu Peckelsheim, Blumenfeld zu Essen, I. Goldstein zu Grevenbroich. Oesterreichischer Kaiserstäat, Wien, 10. Oktober. (Privatmitth.) Wie alljährlich, mußten auch Heuer Filialbetlocalitäten eröffnet werden, um dem religiösen Bedürfnisse des Publikucks Rechnung zu tragen. - Ueberdies'bestchen während des Jahres eine beträchtliche Anzahl Privatbethäuser^ Rechnet man hiezu/daß der Tempel und die anderen Bet- Hauslocalitäten außerordentlich während der Festzeit überfüllt sind, daß es ferner sehr Viele giebt, die gern einen Sitzplatz bezahlen möchten,' wenn sie einen solchen-bekommen könnten : so glaube ich nicht zu irren, wenn ich sage, daß der Neu zu erbauende Tempel'dem Bedürfnisse' dieser Tage nicht entsprechen werde. ' Mit dem Momente aber/ wo das neue Gotteshaus erbaut sein wird, müssen die Privatbethäuser, die während des-ganzen Jahres'geöffnet sind, gesperrt werden. Esist dies' nicht nur der Wünsch 'der Behör-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.