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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-10-13 · Heft 42 (13.10.1856) · p. Seite 568

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 42 (13.10.1856)
Date
1856-10-13
Page
Seite 568 (sequence 4)
Language
German
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568 Wer. deren.Hinwirkung und s Herrschaft alle Höhne: der Zeir-stehen- Gebrechen, äderen Verderblichkeit sowohl für HM als für jeden- Einzelnen. offenhyr .ist —-r M ist. es um so dringlicher, daß. Du Dich ftägst: wie-steht es hierin, mit Dir . und, was soll, es mit Dir?., Es M ein alter. Spruch: Niemand - vermag das Rad der Z eit aufzuhalten; richtig! kein Einzelner kann die Richtung einer Zeit/- eines Geschlechtes ändern — aber jeder.Einzelne kann es für sich, kann sich und seinem Kreise zurufen: Frucht weiser!". Wohlan! frage, Dich: gehörst Du zu, Denen, welche jener schnöden Gewinnsucht, jener blinden Speculationswuth, jenem unruhigen Stürmen nach plötzlichem und großem Reich thum huldigen? So kehre zurück und laß ab! ' Sieh , es ist ein schreckliches Brot, daß Du issest, denn wie gewonnen, so zerronnen, und Deine Sorgen und Aengste werden durch nichts ausgewogen.. Ach, es ist ein.süßes'Brotdas Stück, das mit Mühe erworben,, aber in Sicherheit und Ruhe genossen, wird,. Aber, sagst Du,, wie soll.ich mit Einem Male zu solchem Erwerbe kommen, das den großen. Bedürfnissen des Hauses Genüge thut? Ich muß auf der Bahn vorwärts, menn fie auch zum Untergang führt. Nicht doch , nicht'doch! Wie?, wirst Du und die Deinen sich doch beschränken müssen,, wenn es fehlgeschlagen!.. Und dies ist die zweite Frage und noch allgemeinere: wie ist Deine Lebensart, wie ist Dein Hausstand, wie sind Deine Bedürfnisse beschaffen? Huldigst Du dem Lurus, oder wahrest Du die möglichste Einfachheit? Umgiebst Du Dich mit nichtigem Gepränge? Stolzirst Du einher in eitelm Putz, der die Kräfte Deines Erwerbes verzehrt, ohne Nutzen zu schaffen? Oder richtest Du Dich sparsam ein, überschlägft Einnahme und Ausgabe genau, daß, wenn Du nicht Vermögen, doch einen Nothpfennig hast für, die Stunde der Noth, die ach! so leicht kommt? Und wenn Du diese Frage Dir beantworten mußt in schlimmem Sinne: kehr um, laß ab! Glaube mir, süßer als die Befriedigung der Eitelkeit ist es, wenn Mann und Frau wetteifern, das Unnöthige zu lassen, mit dem Einfachen sich zu begnügen — ohne Geiz und Geschmacklosigkeit — und die Früchte ihrer Ersparnisse überschauen! süßer als aller Glanz ist das Bewußtsein des Weibes, ich habe meinen Mann nicht zu übertriebener Arbeit oder zu gefährlichen Unternehmungen gejagt, weil ich von ihm nicht mehr verlangte, als nothwendig war! : n Und ferner, frage Dich: worin findest Du .den Ge- Mß des Lebens? in jener ewig heitern Freude treuer Pssichterfüllung,v.edlenHtreSens, reiner Liebe zu den Deinen -7- < oder in grober Sinnlichkeit, in rafstnirter Schwelgerei,.^ wWn, LWn,und. ichn Hinausgreifen nach Fernem:. und- Entlegenem? So kehre.zurück und lgß ab, dM Dech^Wen sUnd> Dein Haus^. fallen in Trümmer, bepor .Dzr es^gewahrst,.. Laß Dich warnen, viele Merkzeichen, hat der Herr um Dich aufgesteckt, wenn Du nur sehen willst. Viele gingen vor Dir und gehen, um Dich zu. Grunde- und. frage nur: wodurch? •. „.. Iu..allem...Diesem aber zünde die Fackel Deines Geistes wieder, an, auch wenn sie schon im Erlöschen. Sage nicht: ich muß arbeiten und erwerben, denn auch dieses kannst-Du nur wahrhaft, wenn die Kraft Deines Geistes lebendig und ein heiliges Feuer Dich durchglüht. Hebe das Puge.empor, und schau, wozu der Mensch geschaffen, und schau,, was über Dir ist. Laß endlich die Ahnung wieder in Dir hervorkommen, mit der.Du doch in diese Welt , getreten, daß es ein Höheres giebt, das Du erkennen sollst,..daß es erhabenere Güter giebt, als die. aus dem Staube erwachsen.' Wende dem Geiste Dich wieder zu,l es ist nimmer zu spät, denn Du flehest, wohin!dies führt,, wenn mannur dem Irdischen anklebt. Ha,- sie sagen: ,das sind Träumereien! die Thoren, die sich selbst betäuben Euer ist die Verblendung, und das, böse Alpdrücken, daraus ein schlimmes Erwachen! Vor Allem aber wende der Religion Dich wieder zu, aber mit Geist und Herz. Sie sei Dir nicht, was außer Dir eristirt,. und: dem Du ein Mal und zwei Mal des Jahres eine Stunde schenkest. Sondern der Odem Deines Geistes sei Religion. Aufschauen zu Gott in aller Zeit; religiöse Erkenntniß Deine höchste Beschäftigung; all-Dein Thun sittlich-religiösen Zweckes. Lies das Wort Gottes und forsche in ihm, öffne die Schriften, welche Lehre und Gesetz und Geschichte Deines Glaubens behandeln. Dies sei Dir ein großes-Werk Deines Lebens, Deine Religion kennen zu lernen, in Dir zu entwickeln, fie zu üben und zu fördern in Großem und Kleinem. Siehe, das sind die Wege, die Dich und Andere aus dem -materialistischen Schlunde heraufführen werden , in die die Richtung der Zeit hinabführt. Ob groß oder klein Dein Theil am Mahle des Lebens: kümmere Dich um daß, was Du dem Ewigen der Heerscharen gebest Dein Lebelang. Siehe, dann sag' ich zu Dir, was der Hohepriester Eli zur Channah: (V. 17.) „Geh! hin in Frieden, der Gott Israels wird Dir Dein Begehr erfüllen."ii.

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