Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 42 (13.10.1856)
- Date
- 1856-10-13
- Page
- Seite 567 (sequence 3)
- Language
- German
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Einzelne rücksichtslos auf E Mtüffe^MKrüch nnütni, *ifc der er alle Mittel der Bequemlichkeit,^ ddsWohllebenZ, des Vergnügens ' sich, zugängliche gtdüfef j, ’intirHiM in der Nähe und FernO bis zur UWigkei'kf und' VW ' schchendüntz reicht. Fürwahr! sich' zu beschränken, stöh zu sein und des Theiles sich. zu freuen, der uns besihW , den, in Mäßigkeit und Fleiß den edelsten Genuß zu finden ^— wie ist dies zur Seltenheit, geworden.Und rW hin sind da die Begriffe der Keuschheit, der Tugend/ der Zucht gerathen? Sehet auf unste Jün'glinge, selbst aus unsre Männer! halten sie sich nicht zu'' Allem berechtigt, ihnen Alles freigegeben, was'sie bezahlin können? Mas' ist ihnen Sünde und Unfittlichkeit? leeres Drohworte. Kaum daß , ihnen bürgerliche Schande und ^bürgerliche^ Strafe ' schreckhaft sind! Wir rufen'ihnen zü: -Ihr gehet unter darin; Euer Geist verliert die SparMng und Fähigkeit, Euer Herz die -Wärme, Euer Körper Mast und Gesundheit, die Bahn - Eures Lebens geht abwärts, bevor Ihr sie recht begonnen'-wir. nrfüi'-es' ihneN zu, aber sie hören es nicht., schreckliches Erwachen! " ' - Und, wo solche Leidenschaften zu den täglichen Triebfedern des -Lebens geworden, was sollen wir erst vom Geiste sprechen? Wer meint und bethätigt es^ denn noch, daß der Geist es ist, der das eigentliche, wahre Leben des Menschen ausmacht? Wo ist Noch Aufschwung, wo Strebew in die Höhe? Schon fehlew unsrer Zeit alle jene großen Motivedes Daseins: der Drang nach Freiheit und Gesittung, der Durst nach Veredlung der Menschheit, nach Vergeistigung und Versittlichung, das Verlangen nach Erkenntniß; die geistigen Fragen haben keinen Werth mehr, geistige Errungniffe keine Achtung; Alles ist erniedrigt zu Parteitreiben, zu eigennützigen Zwecken. Denn selbst die Wissenschaft und die Kunst werden nurzu Mägden des Erwerbes und deö Genusses gemacht, sie werden nur geschätzt, Um Entdeckungen und Erfindungen zu suchen, die das Leben noch bequemer und angenehmer und mühelosermachen, und durch-sie Besitz und Fülle zuerlangen. Hat doch die Wissenschaft des Denkens dem alleinigen-Forschen in der Natur Platz gemacht, -das zwar -wichtig ist, aber den Geist nur- -einseitig, ausbildet und an der Oberfläche haften laßt. Ünd-die-Religion? sie, welche den Menschen führen, -über sich Erheben,.'stärken , -trösten , beseligenerleuchten Nnd heiligen soll? -sie, das Erbgut von vier Jahrtausenden/' das die- Geschlechter aufgerichtet-und erhalten ,- dasder Ahn - dem- Enkel;--der Vater dem Sohne übergab als das höchste Schutz -<uüd Trutzmittel im Kampfe des Lebens— welch' Wechsel- Kiel! überall wist man sich m ihr der Form entschM gen,/lind tzie ganze Religion 8er gegenwärtigen Mdn» schen besteht nur noch in Formalem. In den Kirchen Me^t sich der "ganze Streit und Lärm um BeibehWngodet Wegfall von überkommenen BekemüriW sörmeln, und bei'Äns, in der Synagoge, um Mihehäl- ' tung oder Wegfall vow cereMoniellm Formern Auch hier nichts' als materialistisches Strebest; denn der Mist der Religion ist schwäch und fadenscheinig 'gew0rden, das Gebet hat seine Inbrunst verloren, der Gottesdienst seist Feuer; die Lehre ihre Erforschung; tretet hin Mrdas Volk, vor Gebildete und Ungebildete, und haltet ihnen Predigten, Vorträge, Vorlesungen — sie haben nichts. Anziehendes' für sie, öder nur kurze Zeit; haltet ihrM das Wort Gottes vor, sie ehrfürchten es höchstens noch aus ' alter Scheu , aber es ist ihnen ein verschlossenes Buch, denn sie thun es das ganze Jahr nicht auf. Ihr unterscheidet Euch in Orthodore und Neumodisch^?- Ach, es ist wenig Unterschied, denn das Wesen der Religion, die Erkenntniß und demüthige Anbetung und ganze Heiligung ist Euch Allen gleichgültig. Es war eine Zeit im Judenthmne, es ist noch nicht lange her,- wo ein freudiges Aufstreben, ein lebendiges Neüschaffen sich an gekündigt hatte, wo ein neuer Geist, strahlend in der Henlichkeit der Lehre, in erwachtem Eifer für die Verklärung der Religion und die Versittlichung der Bekenner sich Raum geschafft — aber sie ist schnell unter dem Mate-- rialismus der Zeit vorübergegangen und hat nicht gehalten, was sie versprochen. Ja, die Fackel des Geistes ist im Erlöschen begriffen; sie sprüht noch Funken, aber zumeist Rauch; sie schimmert noch, aber erwärmt und leuchtet nicht mehr. ' " " Fürwahr, ich bin nicht blind, und schwarz zu malen ist eigentlich Meine Neigung nicht — auch unsre - Väterauch die früheren Zeiten lagen dem Erwerbe emsig ob; liebten Genüsse, waren eitel und lüstern, und Unwissenheit und Rohheit waren mehr als jetzt verbreitet aber können wir es läugnen, daß.alle jene Uebel eine gegenwärtig erschreckende Höhe erreicht haben, daß daraus ein Sinken und - Verderben, eine Verwirrung und Entsittlichung hervorgeht und schon jetzt wahrzuüehmm ist, welches bange, sehr bange macht? Die Gegenwart der - langt nicht mehr Etwas „dem Ewigen der Heerschnr en -z u g eb en allv% ag e seines Leben s" w si e will zween Theile am'Mahle des ErdeülebenS!, jchmVch mrehrere, dann aber nichts werter.-! i! Sind! aber dies die allgemeinen Gebrechen Unster Zeit,