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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-09-29 · Heft 40 (29.9.1856) · p. Seite 546

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 40 (29.9.1856)
Date
1856-09-29
Page
Seite 546 (sequence 10)
Language
German
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546 seiner menschenfreundlichen Mission zurückgekehrt ist, Pachte der Gemeinde ein-Geschenkt -- r Am Zionsberge ließ derselbe einen Stein brechen, dem ein russischer Jude, R. Mordechai Schnitzer-, eine kunstreiche Form nach einer Zeichnung des österreichischen Architekten Endlicherder das Hospitz in Jerusalem baut, gab. — An den Randseiten des Steines befinden sich die Verse: „Von Zion aus-' der Krone der Schönheit, strahlet Gott einher", ferner: ,-Deine Knechte lieben jeden Stein davon/ und jedes Erdstäubchen davon finden sie anmuthig"; dann ist noch „Jerusalem" mit der Jahreszahl angegeben. Auf der oberen Seite befindet sich ein Magen David, umgeben von Weintrauben^ DiesevStein wird als Grundstein zum neuen Tempel verwendet.werden. .Möge er da sicher ruhen und dauern für und für. . Außerdem brachte Herr Frankl für das neue Gotteshaus -einen Schofar, eine Megittah und sehr alte silberne Ez chajim mit; ferner Ln bedeutender Quantität Lulabim und Ethrogim. Daß derselbe nicht vergaß, Erde vom gelobten Lande mitzubringen, verstehet fich von selbst. Auch edlen Rebensaft nahm er mit sich, gereift zu Hebron und auf dein Libanon. Unter sonstigen Raritäten finden sich auch alte silberne Münzen und Fette einer Löwin aus dem Gebirge Juda und einer Gazelle. Den Mitgliedern des Vorstandes brachte derselbe als Angebinde mit: Jordansftäbe und Stäbe aus Cedernholz mit Griffen aus Holz vom Oelberge. . Nebst den vielen.leblosen Dingen, die Herr Dr. Frankl mitbrachte, kam auch in seiner Begleitung ein Mohr aus Senaar am blauen Nil. Es ist nämlich ein Knabe beiläufig zehn Jahre alt, der in solcher Weise von der Sc-lavenfesstl befreit wurde. Frankl läßt nun den Knaben, der, wie man voraussetzen kann, noch nicht sehr gebildet ist, unterrichten, UNd zwar besucht derselbe das Institut des Herrn Szanto. — In einer meiner letzten Correspolldenzen zeigte ich Ihnen an, daß neuerdings einige Herren zu Probepredigten eingeladen wurden; jedoch sind diese Herren nicht erschienen; wohl aber hat Herr Löwenstein, Prediger in St. Miklos, den ich zu nennen vergaß, zur Probe gepredigt. Nachdem eine andere Feder es übernommen hat, die kritischen Berichte über die gehaltenen Probepredigten zu geben, so fällt ds mir nicht eitt , dW Vofc zu feiru Wiett, 19/ SchtWÄr. (Priv atmittsi.)/- Ick Jahre Eintausend ^ÄchWnöe'rk sechs m'nv' fürifzigjx saK'lsiM erschien in einE Jöürstäle 'der'' k.'''k. Haupts sind'Äck sidenzstadt Wien-' wo eben die Nätürsorschet, die Männer der Wiffenschäst, versammelt silldein Artikel; worin eS heißt/' daß - Ehtistenkinder won Juden geschlachtet wurden-' weil män deren Blut brauchte. 'Ich sieriNe keinen Racken; -ich-gebo keine frühere BezeichnÜNg'j ich habe dieses blosangeführt als kleine Zeichen cheb Zeit.*) - *) Wir wissen nicht, - wckuck unser geschätztst' spondent diese Scheußlichkeit MiisoweNiM Änd MM Worten berührt. Wi r - könnmunfern Unwillen p unsre Entrüstung nicht genug ausfprechen. , Auch wir, Machten dieses Blatt (W. Kirchenzeitung) und seinen Redactcitr; Sebästiän Ärllttirer, ^zü sseh/ um nur ein Wor/mst ihm zu wechseln - .aber' wir ' brauchest "nicht hinter' Berge, zu halten, sondern mögenes offew aüssprecheik. Die „Deutsche Alllg.; Zieit," sagt über.jenen Artikel iFolrgendes:, „Die am. 16. d. M.. ausgegebene NuMiyrr- M von Seba^ran Brunner redigirten Kirchenzeitung bietet ein erneutes' und beckerkenswerthes ' Beispiet; des unbegrenzten Judenhasses, welchen die kirchliche Partei sin ilji rer religiösen Unduldsamkeit verfolgt- Die Oesterreich'ische Zeitung veröffentlichte kürzlich -eineuCorrespondenzartikÄ aus Pefth über einen in Jregh im Tolnaer Comitat.stattgefundenen bedauerlist)en Vorfall, den das ultramontane Organ abdruckt, zu' welchem das Gerücht Veranlassung gegeben habe, daß ein Christenckädchesi gitegeMich der Einweihung einer Synagoge von Judenheimlich - geschlachtet worden seidas sich aber, -wie. begreiflich,':als unbegründet erwiesen,, indem.die .Vermißte. Tags darauf wieder zum Vorschein kam. Die Kirchenzeitung benutzt nun diese ihr willkomniem Gelegenheit, um' in der bstsolgenden Aümerkting' dittch Büchercitate diesen' 'm' dinrilltet sten Volksschichten leidernoch verbreiteten' Wahn - än derilei verbrecherische Unthaten zu begründen''und auf. solche Weise religiöser Unduldsamkeit und fanatischem Judenhaß neue 'Nahrung zu gehen, Dieses, schamlose Treiben, des ülträniontanen Organs hat in allen Kreisest derDesellschaft das Gefühl deö üefsten Ekels und üllgickeickr EM rüstung hervorgerufen. Ein derartiges fortgesetztes Wirken auf dem Felde derOeffentlichkeit dürste nachgerade in den untern Schichten der Bevölkerung,die sich allerwärts noch immer für die Verbreitung solcher Ungeheuerlichkeiten empfänglich zeigt, eine Aufregung hervorrufest, die von den beklagenswerthesten Folgen' begleitet werdest könnte. Eine solche Bewegung würde sich aber dicht innerhalb des österreichischen Gebiets begrenzen Und-jedenfalls über Deutschland, ausbreiten. Es sieht hoffentlich zu gewärtigen, daß man einem derartigen von per ultra-- moncknen 'Partei stchttrch begünstigten maßlosen/Mißbrauche der PMe geü'gstÜi ^Wirken setzen werde, Wo-

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