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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1856-09-15 · Heft 38 (15.9.1856) · p. Seite 511

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
20 (1856)
Issue
Heft 38 (15.9.1856)
Date
1856-09-15
Page
Seite 511 (sequence 3)
Language
German
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5ii MM Mulkvtd,; 'söttdW auch' nunmehr definitiv bestimmte, daß -alle' Lehrbesoldungen und sämmtliche Schülbedürfnisse-der jüdischen Schulen äüs^ den Mitkeln^ddr' ch ö l'rtrfchrN Gemeinde' beziehungsiveise' laüs ''der Staätskaffe zu bestreiten seien. Det Modus zür Mfbringüng der Eultkostett ist neuerdings gleichfalls -regierungsseitig zweckdienlichst geregelt woMn^ '/ Eine zweite seltene Erscheinung ist die Dankbarkeit 'eines Schülers des tüchtigen Lehrers Eohn von Sötern im hiesigen Fürstenthum, der ihm aus Amerika ein Geschenk von 60 Ft. schickte. Wer die geringe Anerkennung kennt, die den jüdischen Lehrern gewöbttlich gezollt wird — Ausnahmen bestätigen nur''die Regel^ — wird von diesem Acte freudigst Notiz nehmen und ihn als ein Zeichen fortschreitender Sittlichkeit und Culkür'Mter den Juden zu würdigen wissen. Endlich werdenoch als chöchste Seltenheit gedacht, daß eine Dame in der Nähe, die Madame Levy in Trier nämlich' — deren Sohn, beiläufig gesagt vor' Kurzem zum preußischen Consul m Orän ernannt wurde — in hebräischer Sprache dichtes Da diese ehrenwerthe Geschäft'sfrau die Oeffentlichkeit nicht liebt, können wir von den Früchten der Muße derselben hier keine weitere Mittheilung machen, wir find aber im Besitze folgenden, dem Lehrer Hecht von HoMtädten zugekommenen kleinen Gedichtchens in Bezug aus dessen v^ni-k "iDv, das wir als Probe hier. Mtheilen. yy -12V2 ,• . .; v . .öw* ♦ *' npr>di s-ÄiM'üitzF: - -1W1dr72 N272W1 N2N . N21N2 dlp “'b ■’Ö . Von wer nachbiblischen Geschichte des Lehrers Hecht erscheint vom Prediger H enricu s in Gothenburg eine schwedische Uebersetzung; Hechts stark umgearbeitete und vermehrte drei Lesebücher von Haester sind unter der Presse und dürsten sehnlichst erwartet werden, auch etti deutsches Gebetbüchlein für FraueN erscheint demnächst von ihm bei Friedländer in Brilon. MW Myertt, im August.WrivatmitW MidtheilungeN, chie Demjenigen, deres mit Israel wohlmeint und die! Bedürfnisse ded Zeit kennt, ^erfreulich find,- können von hier aus nichts gemacht werden, da Alles in einet gewissen Stagnation^betztiffen ist.- Det Anlauf, -denunser. Synagogenund Schulwesengendinmen, ist lanM'schoss ins Stocken getäthett) JvW linge, die sich für däs Rabbineruttd 'Lehrfach auf wissenschaftlichemr Wege ausbilden) giebt es wenig, oder' vielleicht' gar' keine, und so erhalten häufig sogö'nannte die zur Noth eine Prüfüng, zuweilen 'auch keine beständen haben, wieder die Stellen —- und die Gemeinden find v o r l äü fi g damit frdh, weil diese sich mehr ihnen schmiegen, durchaus keine Beamten' sein wollen / und so das Ideal det Autonomie der Gemeinden wieder erzielt ist. Kann doch hier zu Land bezüglich der Anstellung unstüditter Rabbiner schon die gehegt werden: ^2 ,n«m nr»2732 ntn 2ip»2 V2 w und was bisher Wunder war, wird bald alltägliche Erscheinung werden. Diese Freude wird freilich nicht allzulange dauern; denn es giebt jetzt schon Beispiele, wo man entzückt war, einen sogenannten n^vn als Lehrer zu besitzen, und dessen großen Bart man mit wahrer Veneration ansah, bei einem etwas längern Wirken, wo die Lehrunfähigkeit sich in dem Erfolg zeigte, man doch auf den Gedanken kommt, es wäre klüger gewesen, so man etwas mehr auf die amtlichen Zeugnisse, als auf das chassidäische Gebahren Rücksicht genommen hätte. j Es ist nur zu bedauern, daß sich solche Fehler leichter begehen, als sich wieder gut Machen lassen. Was aber den Intelligenten noch mehr kümmert, ist der'Umstand, daß während jeder andere Unterrichtsgegenständ nach den Regeln der'Didaktik gelehrt, nur der Religionsunterricht auf eine täppische Weiseertheilt wird. Was Wunder also, daß die Herzen der Kinder immer mehr ihm entfremdet werden, während sie die andern Lehrgegenstande mit Liebe lernen? Die Zahl der Indifferenten wird-dadurch nicht geminderte Mögen es Jene verantworten, die schuld daran sind!; Die wissenschaftliche Auffassung und Durcharbeitung des Judenthums hat durch die Rabbiner der Neuzeit einett herrlichen Aufschwung genommen, und so sehr auch von hyperorthodorer Seite-behauptet wird, daß die! Herabstickmung des äußern religiösen Lebens vön den neuern Rabbinern herrühre (was wir übrigens in dieser Allgemeinheit in Abredestellen^ so wervett sie' dennoch nicht läugnett können, daß durch dieselben mehr 'Kenntniß und Wissenschaft im Juden-i thume gefördert würde, als durch alle v^p^-uttd kivM der Vorzeit.; -:v Dieses Sttebm nun und dieser Äufschwung wird 38*

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