Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 20 (1856)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1856)
- Date
- 1856-09-08
- Page
- Seite 506 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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gemacht werden könnte., „ M..siünden Wir hier .in Mlitischer Hinsicht mit den.kurhessischen Israelit aus gleicher Nechtsstufe. Dem ist jedoch kemesweges also. Wir haben allerdings Pas passive Wahlrecht verloren und können nicht, mehr zu KamMrmftgliedern gewählt werden, wie chie Juden in England., nicht ins Parlament gelangen können ,,im Aebrigen -aber sind wir, den Christen gesetzlich, n.och. völlig gleichgestellt und. auch diese, eine Beschränkung, pars nur als Folge des Rückganges zur Perfassung von.1840, keinesweges aberals eine beabsichtigte Schmälerung unserer politischen. Rechte. angesehen.. werden. .Unsere Regierung, giebt vielmehr,noch.immer jährlich.eine Beisteuer von 1500 Thlrn.,..zur .Bestreitung der Kosten des jüdischen Cultus .und,..jüdischer; Schulen und noch ist,in Höttingen ein, Jude, der als Mathematiker bekannte Di-. Stern, vom Staate als Professor angestellt. Wir sind demnach Gottlob bei weitem weniger politisch beschränkt als unsere Glaubensgenossen in Kurhessen, und, -wie ich. aus sicherer Quelle weiß, haberr wir auch fürs Erste, keine weiteren. Beschränkungen zu befürchten. In Berlin sind unlängst von zwei jüdischen Gelehrten sehr wichtige Erfindungen gemacht worden. Der dortige Schriftsteller A. Bernstein (bekannter unter dem Namen Rebenstein) hat sich, seitdem seine innigen Beziehungen zur Neformgenossenschaft aufgehört haben, besonders mit Naturwissenschaften beschäftigt und auch bereits in höchst anziehender und populärer Form mehrere Schriften über dieselben veröffentlicht. Er hat nunmehr die bereits von der preußischen und englischen Regierung patentirte Ersindung gemacht, welche die Herstellung einer Vorrichtung bezweckt, die es ermöglicht, daß man auf einem einzigen telegraphischen Drahte beliebig viele Depeschen verschiedenen Inhalts gleichzeitig nach mehreren einander nahen oder von einander entfernten Stationen senden kann und zwar so, daß jede einzelne Depesche ihren Bestimmungsort, unbeirrt von den anderen, richtig erreicht. — Eine andere Ersindung rührt von dem durch seine mikroskopischen Forschungen auf physiologischem Gebiete bekannten Privatdocenten Di-. Remäk her und . hat in der medicinischen Welt große Aufmerksamkeit erregt. Dieselbe besteht in der Heilung von Verkrümmungen und Lähmungen,-die im krankhaften Zusammenziehen der Muskeln ihren Grund haben, durch den galvanischen Strom. , . Vor. .dem Mtznfion - House im. Londonerschienen vor Kurzem, zehn, Indianer ,von den Walpolen.-Jnseln. in voller Kriegstracht vor dem jüdischen Lord- Mayor, um von ihm Hülfe und Rath zu erbitten. Die armen.Leute warenvon einem Amerikaner. beschwatzt worden, ihm mit ihren Familien nach- -London zu folgen, wo er sie für Geld sehen lassen wollte. Die Speculation mißlang und der Uankee machte sich aus. dem Staube. .Da erschienen die-Indianer mit Vogen, Pfeil und Köchern, den phantastischen Federschmuck, auf dem Köpft, vor dem , Lord- Mayor^'damit er ihnen beistehe,, da siv gern sn ihre Waldev zurückkehren wollten. Der Lord- May y r schenkte ihnen einstweilen tz. Psd. und versprach ihnen, eine Sammlung zu ihrem. Besten zu veranstalten. Von pem früheren Oberlehrer der israelitischen Freischule zu Strelitz, Or. Daniel Sanders, jetzigem Privatgelehrten daselbst,- .ist so, eben.bei I. Weber in Leipzig ein „Katechismus der deutschen Orthographie" erschienen,, auf welchenwir insbesondere'-die-Lehrer aufmerksam machen, denen es bei-der Verworrenheit, welche unter den Pädagogen in Betreff der deutschen Rechtschreibung noch immer, herrscht, darum zu thun ist, überdiesen wichtigen Gegenstand die Ansicht eines Mannes zu hören, der aus dem Gebiete-der deutschen Sprache gründliche Forschungen gemacht-und dessen literarische Arbeiten - sich eineso wohlverdiente Anerkennung erworben haben. - Nachdem derselbe, sogar gegen die Gebrüder Grimm aufzutreten gewagt und in zwei Heften die Mängel gerügt hat, welche , er in dem ersten Bande des Grimm'schen Wörterbuches wahrgenommen hatte, ist er nunmehr selbst mit' der Ausarbeitung eines Wörterbuches der deutschen Sprache beschäftigt, zu welchem bereits vor zwei Jahren in Leipzig ein Programm, erschienen ist und auf welches wir im Voraus die Aufmerksamkeit des Publikums lenken. Literarische Notiz. Frankfurt am Main, 2. . August. Die Leser dieser Plätter werden sich noch jener Zeit erinnern, wo. man eine Reform deK- Judenthums nicht nur, Im feiner äußern Erscheinung — im Cultzrs vielmehr in.seinem?innern Wesen , in seinen substantiellen Gesetzen, und-Institutionen . anstrebte. . In: dem,! Köpft eines rationellen Re-